K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)
ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai
Claud] i Av[itus et I / / ?. Bei den hier erwogenen Ergänzungen in der unteren Zeile wäre diese ähnlich lang wie die obere. In den drei im Nominativ genannten Personen müssten die Dedikanten der Inschrift erblickt werden. Zugegebenerweise könnte diese hypothetische Rekonstruktion folgenden Einwand hervorrufen: Warum fehlt bei diesen vermeintlichen Claudiern die in den Inschriften des Tumulus von Baláca sonst übliche Filiationsangabe Ti(berii) f(ilius), und warum sind nach einem getrennt genannten Ti. Claudius zwei andere Claudier mit der gemeinsamen Angabe des Vor- und des Gentilnamens genannt? Die erste Frage ließe sich wohl ziemlich leicht beantworten: Da in dieser Inschrift anscheinend drei - oder mindestens drei Dedikanten angeführt wurden und da die oberen Zeilen nach Ausweis der Maße der Buchstaben S und SA (6,3 cm) auch noch relativ große Schriftzeichen enthielten, musste das sonst übliche Formular dort, wo dies möglich war, gekürzt werden. Schwieriger ist die Beantwortung der zweiten Frage. Erwogen werden könnte, dass der an erster Stelle genannte Claudier ein Verwandter der beiden anderen, diese aber Brüder waren - deren Nomenklatur mit dem Ziel zusammengezogen wurde, um den Text möglichst zu kürzen. Unter dieser Voraussetzung wäre am ehesten wohl die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es sich um einen Mann und seine beiden Cousins handelt, die den Grabaltar ihrem gemeinsamen Großvater oder ihrer gemeinsamen Großmutter setzten - was dann auch zur Folge hätte, dass auf das Cognomen des letzten Dedikanten das Wort avo oder aviae und dann noch eine kurze Schlussformel folgten. Da das Bruchstück nördlich vom Tumulus zutage kam, wo auch Fragmente von anderen Stellen zusammengetragen wurden, helfen uns die Fundumstände für die Bestimmung der Zugehörigkeit dieses Stückes zu einem der identifizierbaren Altäre nicht weiter. Zu den Inschriften I-III, die auf der Nordseite des Tumulus aufgestellt worden sein dürften, passt dieses Fragment nicht. Angesichts des Inhaltes, der Buchstabenhöhe oder des Abstandes zwischen den Zeilen gilt das gleiche auch für die Inschriften IV, V und VII-IX. In Betracht kommen können höchstens die Inschrift VI, vielleicht auch die Inschrift X und - trotz des abweichenden Zeilenabstandes - möglicherweise auch die Inschrift XI, die allerdings alle auf der Südseite des Tumulus gestanden haben dürften. Es wäre aber durchaus denkbar, dass wir es mit einem sonst nicht identifizierten Altarinschrift zu tun haben, die am ehesten vielleicht einer in die Familie der Claudier eingeheirateten Frau gehören dürfte, denn von Inschriften dieser Art müsste es mehr gegeben haben als die drei (IX-XI), die wir identifizieren können (siehe Abschnitt 5 und 7). G 47) Abb. 51. Nr. 97.1.870. (10) x (7) x (6,5) cm. Erhalten ist ein noch etwa 4 cm langer Bogen, je nachdem, wie man das Stück dreht, Rest eines C, D, G, O, Q oder S. Gef. nördlich vom Tumulus, in der Profilwand 35/36 oder 36/37. ERTEL 1996. 147, die ...C?... liest; FITZ 1996. 223 f. Nr. 6 und 1998. 107 f. Nr. 6 mit 120 Abb. 4,6, der den Buchstaben als C ansieht; ERTEL, Zeichnung in: PALÁGYI 1997. 23 Abb. 14,1. Fitz setzte das vermeintliche C in die hiesige Inschrift IV ein. Sowohl die Identifizierung als auch die Zuordnung des Buchstabenrestes bleiben jedoch völlig unsicher, zumal das Fragment an der „Sammelstelle" von Bruchstücken nördlich vom Tumulus aufgefunden wurde.