K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

GABLER DÉNES: A balacai II. épület sigillatái

SIGILLATEN AUS DEM GEBÄUDE II. VON BALÁCA Das Gebäude von Baláca wurde 1909 von Gy. Rhé untersucht, aber die einzelnen Bauperioden konnten nur durch die Nachgrabungen von M. Kelemen 1980-1988 geklärt werden. (Sie hat 4 Bauperioden ab II. bis IV Jahrhundert beobachtet.) Im Gegensatz zu dem Herrensitz brachten hier die neuere Untersuchungen keine italische Sigillaten ans Licht und nur ein Fragment einer südgallischen Bilderschüssel wurde gefunden. Die mittelgallische Sigillaten machen 23,7 % des Gesamtmaterials aus, unter den Bilderschüsseln findet man vorwiegend die hadrianisch-frühantoninische Ware (Art des Geminus, Gruppe des Quintilianus), aber die-auch im Herrensitz wohlbekannte, antoninische Typen fehlen im Material dieses Gebäudes. Die antoninische Ware wurde vielleicht durch die Rheinzaberner Keramik ersetzt. Der Mangel der früheren Typen kann auch im glatten Sigillata-Material beobachtet werden: im Gebäude II findet man keinen Teller Drag. 15/17, Tasse Drag. 27 oder Schale Drag. 35/36. Die spätere Zeitstellung des Gebäudes II ist auch durch die Befunde belegt, nämlich die N Umfassungsmauer des Herrensitzes in der Zeit der Errichtung der „Badeanlage" demoliert wurde. (Gy. Rhé hielt den Baukomplex für eine Badeanlage). Der Anteil der Rheinzaberner Sigillaten am Gesamtmaterial beträgt 67,3 %. Innerhalb der langen Zeitspanne des Exportes dieser Manufaktur ziemlich viele Stücke können vor den Markomannenkriege zu datieren. Zu den frühesten Lieferanten gehören Cerialis III, Cerialis V-Belsus I. In den Zerstörungsschichten, die mit den Ereignissen der Markomannenkriege in Zusammenhang gebracht wer­den können, sind die Ware des Cerialis III häufig zu finden, dagegen kann der Umsatz der Sigillaten dieses Betriebes nach 180 n. Chr. nicht belegt werden. Die früheste Rheinzaberner Sigillaten sind vorwiegend außerhalb des Gebäues zu finden. Von den späteren Serien - ebenso wie an den anderen Fundorten Pannoniens - ist auch in Baláca die der Bernhard - Gruppe II zuweisende Ware mit der bedeutendesten Menge vertreten. Die Töpfer dieser Gruppe (Comitialis V, Reginus II) haben wahrscheinlich in den Jahrzehnten zwischen 180/190 und 230/240 n. Chr. produziert. Diese Ware taucht häufig in dem um 180 n. Chr. eröffneten Gräberfeld von Regensburg sowie im nach 180 n. Chr. datierten Material der Phase III von Heddernheim auf. Zwischen den grö3eren chronologischen Gruppen verteilt sich das Fundmaterial des Gebäudes von Baláca wie folgt: Antoninisch 6 St. Spätantoninisch-Severisch 12 St. Spätseverisch-2. Drittel des 3. Jh 6 St. Die Menge der severischen Sigillaten ist weniger bedeutend in Osträtien, wo zu dieser Zeit Rückgang zu beobachten ist, was M. Struck der Konkurrenz von Westerndorf zuschrieb. Tatsächlich aber war es z.B- für Comitialis einfacher die Donauprovinzen von Zweigbetrieb Westerndorf statt von Rheinzabern aus zu beliefern, so da3 man die Westerndorfer Manufaktur praktisch nicht als Konkurrenzbetrieb ansehen kann. Die spätere Gruppe ist durch die Ware des Janu II bzw. Julianus vertreten. Die Bilderschüsseln des Janu II findet man nicht in den Zerstörungsschichten die mit den Markomannenkriegen in Zusammenhang gebracht werden können, während sie in späteren Fundkomplexen kommen sie oft zutage (Keller 5 in Pocking-zerstört um 240/242 n. Chr., Rheinzabern Grube 17 c, Regensburg-Großprüfening). Nach der Severerzeit gingen die Sigillatalieferungen von Rheinzabern zurück, was auch die Tatsache bekräftigt, daß in dem unfangreichen Rheinzaberner Sigillatamaterial von Wien (525 Bilderschüseln) nur 2 % der rheinischen Ware später als die Severezeit datiert werden kann. Im Gebäude II. kamen 6 Stück relilefverzierte Westendorfer Sigillaten zum Vorschein: der Anteil der Manufaktur beträgt lediglich 4% des Gesamtmaterials. Unter den Bilderschüsseln ist 1 St. an den Kreis des Comitialis, 4 St. an den Betrieb des Helenius zu binden. Westerndorf hat weder in Pannonién, noch im benachbarten Barbaricum den Rheinzaberner Import abgelöst, sondern ihn lediglich ergänzt. Im Inneren der Provinz taucht nur hier eine Schlüssel aus der Manufaktur Schwabegg bei Schwabmünchen auf. Diese Ware mit Randstempel SIIVIIRVSFEC kann der Werstatt des Lucanus zugewiesen werden, deren Produktionszeit auf die spätere Severerzeit datiert werden kann. Das Verhältnis der Bilderschüssel zur glat­ten Ware im Gebäude II. ist 59:86. d.h. die unverzierten Typen machen 60% des Gesamtmaterials aus. 25% des Fundmaterials können mit den Tellerformen verbunden werden (Drag. 18/31, Drag. 31, Drag. 32, Lud V Tb, Lud V Tx) und 5,5% der Sigillaten mit der Tasse Drag. 33. Reibschüsseln sind durch 4 Rheinzaberner Stücke vertreten (Drag. 38, Drag. 43). Von den selteneren Type findet man ich im Sigillatamaterial des Gabäudes II. das bauchige Töpfchen Drag. 54 sowie die barbotionverzierten Vasen mit Stengelfuß. Die glatte

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