K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2002/7. (Veszprém, 2007)
GABLER DÉNES: Die Sigillaten von Baláca 4. - A balácai sigillaták 4
Nur im Material von Carnuntum ist der Anteil der Gruppe Bernhard III bedeutender 180 - hier vertreten die Werkstatt Janu II 17 und die Ware Julius II-Julianus I 18 Fragmente. Dessen ungeachtet war mit den Produkten der Gruppe III der Import der rheinischen Manufaktur in Pannonién im Großen und Ganzen überall abgeschlossen, was übrigens auch die Tatsache bekräftigt, dass selbst in dem umfangreichen, aus 525 Reliefgefäßen bestehenden Sigillatamaterial von Rheinzabern lediglich 2 % auf die eindeutig später als severische Gruppe II entfallen. 5, Westerndorfer Sigillaten Im Herrensitz von Baláca kamen insgesamt 11+3=14 Stück reliefverzierte Westerndorfer Sigillaten zum Vorschein, was bedeutet, dass der Anteil der Manufaktur am Gesamtmaterial in Baláca lediglich 2,4 % beträgt. Unter den Bilderschüsseln gehören zwölf der Form Drag. 37 und zwei der Form Drag. 30 an. Darunter wiederum sind an den Kreis des Comitialis 6 St., an die Werkstatt des Helenius 3 St. zu binden. Die Werkstatt des Onniorix ist im vorgelegten Material nicht vertreten. Wie die Zahlen zeigen, konnten die Gefäßbruchstücke oftmals nur auf Grund von Qualitätsmerkmalen an diese Töpferei gebunden werden, da vom Relieffeld kaum solche Details erhalten blieben, die eine Zuordnung ermöglicht hätten. Dennoch kann man das zahlenmäßig geringfügige Westerndorfer Fundmaterial, verglichen mit dem Sigillata-Spektrum der im Inneren der Provinz gelegenen Fundorte, als bedeutend bezeichnen. Die Comitialis-Gruppe nahm ihre Produktion in Westerndorf kurz nach 175 n. Chr. auf; 181 die Hauptbetriebszeit der Manufaktur ist in den Zeitraum vor 200 zu setzen. 182 Eine genauere chronologische Einordnung ermöglichen auch die norischen Grabkomplexe nicht. 183 Westerndorf hat weder in der Provinz, noch im Barbaricum den Rheinzaberner Import abgelöst, 184 sondern ihn lediglich ergänzt. Nicht lange nach Comitialis dürfte Helenius in Westerndorf eine eigene Werkstatt eröffnet haben, wo er vorher Ausformer bei Comitialis war. Auf Grund von Grabfunden aus dem nahegelegenen Seebruck vermutet P Fasold 105 , dass Helenius seine Produktion in Westerndorf schon vor 200 begann; doch auch diese Grabkomplexe bringen die Frage der inneren Chronologie der Werkstatt ihrer Lösung keinen Schritt näher. Helenius müssen - sofern die Namenstempel auf ein und denselben Töpfer-Unternehmer zu beziehen sind - Zweigbetriebe in Rheinzabern, Westerndorf, Pfaffenhofen und Schwabmünchen gehört haben. 106 Die Randstempel bieten keine Anhaltspunkte zur chronologischen Gliederung. R Fasold meint, "möglicherweise waren die einzelnen Töpfergemeinschaften so eng miteinander verbunden, dass man im Betrieb des Helenius auch Reliefschüsseln aus den Werkstätten des Comitialis und des Onniorix fertig ausformte und mit dem firmeneigenen Stempel versah". 107 Nicht ein Gefäß kann gesichert an die Pfaffenhofener Manufaktur gebunden werden, obwohl diese einen beachtlichen Import abwickelte. Auffällig ist auch das vollständige Fehlen der nordafrikanischen Keramik.