K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

KAUS, KARL: Grabformen und Einbauten in Grabhügeln des Burgenlandes - Sírformák és sírépítmények Burgenland halomsírjaiban

vor. Die Steineinbauten bestehen aus Rollsteinen, Bruchsteinen, Steinplatten oder aus Mau­erwerk. Rollsteine wurden aus dem Nahbereich oder dem Bett von Flüssen oder Bächen gewon­nen. Der Transport der Steine erfolgte über eine Entfernung von 50 Metern bis maximal 3-4 Kilometern. In Markt Allhau 1992 fanden sich in beiden Hügeln Steine bis zu 70 cm Durch­messer, pro Hügel wurden rund 7 Tonnen Rollsteine verbaut. Im Schandorfer Wald sind die römischen Grabhügel ca. 1000 Meter vom Pinkaufer, wo die Bruchsteine für die Einbauten gewonnen wurden, entfernt. 9 Bei anderen Hügelgruppen, wie zum Beispiel in Bernstein, wurden Bruchsteine zwischen 400 Meter und 5 Kilometer weit transportiert. In Sonderfällen, wie zum Beispiel bei der Aschenkiste aus Kalksandstein im Hügel 2 von Wolfau, 10 ist ein Antransport aus mindestens 40 Kilometer Entfernung anzunehmen. Mar­morskulpturen und Grabsteine stammen aus noch größerer Entfernung. Die einfachste Art des Steineinbaues ist die Umstellung des Grabes mit Steinen in run­der, rechteckiger oder unregelmäßiger Form. Als Beispiel sei Grafenschachen 1974, Hügel 16, mit unregelmäßig trapezförmiger Rollsteinsetzung um das Brandschüttungsgrab ge­nannt. 11 Zu den einfachen Einbauten zählen auch die einlagige Steinabdeckung, wie in Markt Allhau 1992, Hügel 2, und die Steinpackung, wie in Grafenschachen 1974, Hügel l. 12 Aufwendiger war der Bau des bienenkorbförmigen Steineinbaus, bei dem, wie in Markt Allhau 1983, Hügel l, 13 über der Bestattung erst ein Erdhügel aufgeschüttet wurde. Dieser kleine Hügel wurde dann mit Rollsteinen schichtweise überdeckt, darüber der äußere Hü­gelmantel aufgeschüttet. Eine kreisförmige, möglicherweise mit Holz abgedeckte Kammer ist aus Riedlingsdorf bekannt, 14 eine Kammer in Hufeisenform, aus Rollsteinen errichtet, fand sich 1992 in Markt Allhau. 15 Bei den Einbauten aus Steinplatten kommen sowohl einfache Abdeckungen als auch mehrlagige Packungen, wie zum Beispiel in Oberschützen 1987, 16 vor. Am häufigsten wur­den Steinplatten als Bodenpflasterungen und zum Bau von Plattenkisten verwendet. Platten­kisten sind besonders häufig in Schandorf 17 und bei Bernstein, 18 wo die naheliegenden Steinbrüche das Material lieferten. Aus Bruchsteinen, nur ganz selten auch aus Rollsteinen, bestehen die gemauerten Grabkammern. Im Burgenland sind rechteckige bis quadratische Kammern, wie zum Beispiel in Drumling 1928, 19 mehrfach nachgewiesen. Eine nach We­sten offene Rechteckkammer fand sich 1931 in Strem. 20 Aus Königsdorf, Großpetersdorf, Kirchfidisch, Schandorf, Pinkafeld 21 und Unterwarf, 22 aber auch von anderen Fundstellen sind gemauerte und gewölbte Grabkammern mit Dromos bekannt. Freskenschmuck im Dromosbereich, wie in Kirchfidisch und Unterwart, mehrfach geteilte Kammern, wie in Königsdorf und Schandorf, zeigen die Dauernutzung als Fami­liengrabstätte deutlich. Zur Datierung der Steineinbauten kann festgestellt werden, daß Steinumstellungen, wie in Neusiedl am See 23 und Steinpackungen wie in Neudörfl 24 aufgrund des Fundmaterials ab der Mitte des 1. Jahrhunderts angelegt wurden. Im Dromosgrab von Unterwart 1970, Farn­wald-Hügel 1, fand sich ein halber As aus den Jahren 176/180. Damit entsprechen die bur­genländischen Hügel samt ihren Einbauten in ihrer Zeitstellung den übrigen Hügeln in Österreich. 25 Zusammenfassend ist festzustellen, daß die zum Teil überaus aufwendig gebauten und kostspieligen Steineinbauten nach ihrer Errichtung mit Erde überdeckt, also (mit Ausnahme der Eingangsbereiches der Kammergräber) nicht sichtbar gewesen sind. Die norisch-panno­nischen Grabhügel unterscheiden sich daher deutlich von gleichzeitigen römischen Grab­bauten, die, wie in Aquileia oder Sempeter, als Repräsentationsbauten für das Diesseits er-

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