K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)
HEBERT, BERNHARD: Leibenfeld bei Deutschlandsberg. Forschungsgeschichtliche Einführung - Deutschlandsberg-Leibenfeld. Kutatástörténeti bevezető
Der Hügl Nr. IV ligt an der westlichen Seite der pare. Nr. 419 knapp am Feldsteige der nach Landsberg führt. Dieser Hügl besitzt nahezu die Dimensionen der Hügel I u. II. Ich grub ihn an der Westseite an, fand darin sehr viele Feldsteine unordentlich angeschüttet unter einer ziemlich tiefen u. dicht verfilzten Humusdecke. Selbe scheinen schon lange am Hügel angeschichtet gewesen zu sein. Auch in diesem Hügl fand sich nicht das geringste vor. Auf dem Hügl selbst stehen zwei sehr alte Wurzelstöke großer Bäume, ein Beweis, daß der Hügl schwerlich schon jemals geöffnet worden sei. Der Hügl V ligt nahe dem vorigen mehr gegen das Innere der pare Nr. 419 u. etwas südlich von Nr. IV. Derselbe war sowohl von mehreren großen Bäumen als auch mit kleinem sehr dichtem Waldanfluge von Fichtenbäumchen bewachsen u. dem äußeren Scheine nach uneröffnet. Ich schnitt ihn von Süden aus an, wieder fand ich nichts darin. Seine Größe ist wenig von den ad I u. II beschriebenen verschieden. - Darauf waren meine Hoffnungen auf die obern Hügl ziemlich getäuscht zu Wasser geworden u. ich schritt zur Eröffnung der untern nördlich gelegenen. Selbe sind meist größer als die obern u. liegen auf pare Nr. 424/1 des Albrecher von Leibenfeld. Der westlichste der von mir dort eröffneten der Hügl Nr. VI war dem äußeren Anscheine nach uneröffnet nur in der Mitte zeigte sich eine Einsenkung von beiläufig 0.75 m Durchmesser. Die Rundung des Hügels war sehr regelmäßig, die Humusdecke dicht verfilzt, der Hügl mit jungen Bäumen bestokt. Beim Anschnitte fanden sich Brand, Kohlen, Knochenschichten u. die Reste eines Dreifußes mit einzelnen weitern Thonscherben. Er muß demnach jedenfalls bereits geöffnet u. sodann wieder ganz zugegraben und abgerundet worden sein. Er hatte einen Durchmesser von beiläufig 10 m mit einer Höhe von wenigstens 1.75 m. Der mittlere von mir eröffnete (Nr. VII) glich von außen ziemlich dem Vorigen, nur war er nicht so groß, sondern hatte einen Durchmesser von 9 m bei einer Höhe von 1.60 m. Auch dieser war bestokt, mit einer diken filzigen Humusdeke bekleidet, in der Mitte gleichfalls mit einer kleinen Einsenkung. Ich grub denselben vom Osten an u. fand in der Mitte, daß er bereits ausgegraben u. wieder angefüllt worden sei; die alte Ausgrabung zog von Süden her. Keine 20 cm nur weiter von der alten Ausgrabung aus traffich auf ein Urnenlager. Die rothe Urne wurde etwas am Bauche eingedrükt als die Haue des Arbeiters sie traff. Sie hat einen langen Hals von 6 cm Höhe, kurzen weiten Bauch mit eliptischem Durchschnitt; Bauchumfang 45 cm Durchscnitt 15 cm mit Henkl, der Boden mit schwachem rundem kleinem Rande. Der Bauchteil am Bauche zeigte sich sehr schwach u. dünn auf der Drehscheibe gearbeitet, mit dunklem Bruche und inwendig im Bauche einzelne paralelle Streifen. Die Farbe war außen gelblich, von innen schwärzlich. Die ganze Höhe der Urne betrug 16 cm. Die zweite hinter der rothen ganz nahestehend hatte einen kurzem Hals von höchstens 5.50 cm unverhältnismäßig dicken Bauche im Umfange von 49 cm bei einer Gesamthöhe von 17.75 cm. Farbe und Bruch roth. Weiters fanden sich noch die Trümmer eines Gefäßes von Topfform schwarz beinahe vollständig und dürfte dessen Restauration gelingen. Die Kohlen und Knochenschichte zeigte sich sehr stark, insbesondere waren einzelne Kohlenstüke 3-4 cm lang. Im Brandlager eingebaken fand sich die broncefibl römischer provincialform u. zwei eiserne Nägl mit vierekigen Köpfen in der Breite von 2 cm; an dem einen war der Kopf vom Roste bereits ganz abgefressen u. lag derselbe frei daneben. Reste von zwei Dreifüßeln samt einem Dekl dazu u. andere Thontrümmer gab es ziemlich zahlreich. Im achten Hügl (Nr. VIII) ganz nahe der Bezirksstraße im Osten liegend fand sich wieder gar nichts. Es war demnach die Ausbeute von acht anscheinend intacten Hügeln wider Erwarten gering, indem nicht nur die Anzahl der vollständig leer gefundenen überwog, sondern selbst die mit Inhalt sich bereits geplündert zeigten. Die Gefäße gehören sämtlich der römischen oder wenigstens ausgehenden vorrömischen Epoche an. Die meisten der übrigen von mir nicht berührten Hügel sind schon nach äusserem Anscheine bereits nicht mehr intact u. fand ich keine Neigung mehr eine weitere Durchgrabung der anderen zu veranlassen. Das Material aller Hügl besteht, wie es sich in unserer Gegend zwar schon selbst versteht, aus schwerem gelben Thon der an der Sohle derselben mehr ins blaßgelbe übergeht. ' ' 8. Hügel I (-3) weist noch Reste des Steinkranzes bei allerdings heute größerem Durchmesser auf, bei Hügel II (=4) stimmen Maße und Lage, ebenso bei Hügel III (=13), wo auch noch der von Dworschak beschriebene Grabungsschnitt und wahrscheinlich Reste einer Brandschicht ausnehmbar sind. Hügel IV wird mit dem heute völlig zerwühlten Hügel 16 gleichzusetzen sein, der Überreste eines großen Steineinbaues aufweist, Hügel V mit Nr. 7, wo noch ein Schnitt von Süden schwach kenntlich ist. Nach Größe, Höhe und Grabungsspuren (mittige Störungen) sind die Hügel VI (=46) und VII (44) zu identifizieren; VIII könnte nach den Angaben Dworschaks in dem heute verbauten Bereich an der Schwanbergerstraße gelegen haben. Für viele Hinweise sei A. Steffan, Deutschlandsberg, besonders gedankt. 9. Vgl. den nachfolgenden Beitrag von E. Hudeczek. 10. Im Archiv der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien, Brief vom 7. Mai 1884. 11. Eintragung im Postbuch („Eingelangte Sendungen" 1889) der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien: „Nr. 55-8.7.- Dr. J. B. Dworschak Deutschlandsberg - 2 K. Funde aus dem Lassnitzhale - Geschenk". 12. Es wurde auch nicht, wie andere römerzeitliche Materialien, der Antikensammlung am Kunsthistorischen Museum Wien übergeben, freundliche Miteilung A. Bernhard-Walcher vom 11. Juli 1995.