K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

LAMIOVÁ-SCHMIEDLOVÁ, MÁRIA: Hügelgräberfeld aus der römischen Zeit in Zemplin/Ostslowakei - Római kori halomsíros temető a kelet-szlovákiai Zemplénben

Unikatstücke von Waffen ist ein eiserner Ringpanzer und ein Inschriftenschwert. (Abb. 4) Beide Stücke befanden sich zusammen in einem Grab, etwa eines Häuptlings. Am zahl­reichsten vertreten waren Speer- bzw. Lanzenspitzen, Schildbestandteile (Buckel, Griffe, Beschläge) und gefunden wurden auch Pfeilspitzen, Sporen wie auch Pferdegeschirrteile. Messer entdeckte man in 14,69% der Gräber, sie bildeten also nach den Fibeln die häufigste Beigabe, weniger vertreten waren Scheren, Nadeln, Ahlen, Bohrer, Angelhaken und Feuerstahle. Von Toilettengegenständen fanden sich Knochenkämme, ein Rasiermesser und Pinzetten. Bemerkenswert sind von den restlichen Funden Kasten- und Eimerbeschläge, ein Eisen­tiegel mit einem Deckel (Abb. 3/1) und eine Bronzeklapper. Bei der Bestimmung der ethnischen Zugehörigkeit diente Keramik als Anhaltspunkt. Sie befand sich in 24,13% der Gräber, davon hatten 4,5% latènezeitliches, 75,3% dakisches (Abb. 2), 15,7% Przeworsk-Gepräge und 4,5% waren unbestimmbar. Gerade dank der Begleitkeramik erwies es sich, daß von den waffenführenden Gräbern (die 13,5% des Gräberfeldes bildeten) 41,7% den Dakern zugesprochen werden konnten, 37,5% der Przeworsk-Kultur und 20,8% waren vor allem wegen des Fehlens von Keramik unbestimmbar. Während der angeführten Jahre konnten 9 Hügelgräber untersucht werden. Es erwies sich, daß bei ihrer Aufhügelung kein einheitliches System angewandt worden war. In zwei­en (Nr. 1 und 8) befand sich ein zentralen Brandplatz, in weiteren wurden keine Krema­tionsspuren entdeckt. Im Hügelgrab Nr. 1. (Abb. 1/1) hatte man den Brandplatz mit einem Steinkranz umhegt, in Nr. 8 fehlte er. In weiteren zwei Hügelgräbern (Nr. 2 und 4) (Abb. 1/2-3) wurden kreisförmige Gräben festgestellt, die bei den übrigen fehlten. Offensichtlich handelte es sich um eine kultische Andeutung der Grenze zwischen der Welt der Lebenden und Toten. Ähnliche Kreisgräben wurden auch auf Flachgräberfeldern festgestellt, 5 wo je­doch auch über eine solche Möglichkeit erwogen werden kann, daß die ursprünglichen Hü­gelschüttungen niedrig waren und nicht erhalten blieben. Während das Hügelgrab Nr. 1 einen ausgeprägten Steinkranz aufwies, befanden sich in weiteren große, unregelmäßig verteilte Steine - vielleicht hatte man sie nur an der ursprüng­lichen Stelle gelassen und zur Festigung der Hügelschüttung ausgenützt. Die Zahl der Gräber unter einer Hügelschüttung war veränderlich, in zweien (Nr. 5 und 7) befand sich je ein Grab, im Hügelgrab Nr. 8 befanden sich zwei, im Hügelgrab 1 vier, in Nr. 6 fünf, in den Hügelgräbern 3 und 4 elf, in Nr. 15 waren es 22 und im Hügelgrab Nr. 2 sogar 26. Sämtliche Gräber wiesen Brandbestattungsritus auf, 70,9% waren nur in einer seichten Grube von rund 50 cm Durchmesser untergebracht, 28,8% hatten eine Urne. Beide Grabty­pen wurden sowohl unter Hügelschüttungen als auch zwischen ihnen beobachtet. Die Urnen waren manchmal überdeckt. In drei Gräbern hatte man die Deckel zweckmäßig für die Urne angefertigt, in anderen fanden verschiedene kleine Schüsseln Verwendung. Unterschiede bestanden in der Unterbringung des Leichenbrandes, manchmal befand sich sämtlicher in einer Urne, ein andermal nur ein Teil davon in der Urne, der Rest unter ihr bzw. bei ihr. Leider war an der Grabung kein Anthropologe beteiligt, so daß nur zufällig festgestellt wurde, daß in manchen Urnenoberteilen Schädelknochen waren, was bedeuten konnte, daß die Knochen in die Urne beginnend von den Beinen untergebracht wurden, d. h. in anthropologischer Anordnung. Eine einzige Bestattung wies eine Grabgrube von 80 x 245 cm Ausmaß und 100 m Tiefe auf. Erkennbar waren in ihr keinerlei Spuren eines menschlichen Leichnams, sie enthielt le­diglich drei Gefäße dakischen Gepräges, vier Perlen aus Glaspaste, einen Spiegel, ein Mes­ser und eine kräftig profilierte Bronzefibel. Offenbar handelte es sich um ein symbolisches Grab. Am beachtenswertesten war an ihm seine Überdeckung mit größeren Steinen, doch namentlich eine Steinstele in der Südostecke (Abb. 1/4). Analogien zu Stelen sind aus Po-

Next

/
Thumbnails
Contents