K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)
ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása
3.7 Auf Stellung der Medaillons Im Zusammenhang mit den paarweise aufgestellten Altären V und VI erinnert man sich an ein weiteres Paar von Denkmälern vom Tumulus, nämlich die Porträtmedaillons. 27 Während das Bildfeld des größeren Medaillonfragments 752 von Baláca (FO: Q 65) rund ist, verläuft die äußere Kontur des Rahmens polygonal und scheint sich im unteren Bereich in einem Fuß fortzusetzen. Die gleichmäßige Wölbung der Rückseite fehlt im Bereich dieses Fortsatzes. Auch das Fragment 1061 (Q 11) scheint eine Art Fuß zu besitzen. Grundsätzlich sind zwei Aufstellungsarten der Medaillons denkbar, die Anbringung an der Tambourmauer und die Aufstellung auf Sockeln. Der Tambour diente ja auch für Inschrifttafeln (Marmorinschrift) und letztlich auch für die Altäre als Bildträger bzw. - hintergrund. Aus Dakien wurden Medaillons mit Dübellöchem in der Rückseite bekannt, die offenbar an einem Bildträger angebracht wurden. 28 Die erhaltenen Tambourmauern der Rundgräber des 1. Jhs. v. und n. Chr. in der Umgebung von Rom sind allerdings außer einer Inschrifttafel weitgehend schmucklos, so z. B. das Mausoleum des Munatius Plancus in Gaëta, 29 das Mausoleum der Caecilia Metella 30 und die von Eisner und Hesberg beschriebenen Tumuli. 31 Nur die Gesimszone bot eine Möglichkeit zur Ausschmückung. Der architektonische Ausdruck wird vor allem durch eine möglichst exponierte Lage und die Masse des Bauwerks getragen. Diese Tumuli sind jedoch wesentlich älter als das Hügelgrab von Baláca. Als Vergleich eignen sich besser die architektonisch und figürlich reicher ausgestatteten italischen Grabbauten der frühen Kaiserzeit und des 2. Jhs., bei denen auch Porträtdarstellungen in die Fassade eingefügt wurden. 32 Aus Carnuntum, 33 Virunum 34 und Flavia Solva 35 sind Medaillons bekannt, an deren Unterseite ein meist pyramidenstumpfförmiger Fuß angearbeitet ist. Es ist allerdings zu überlegen, ob diese Fußteile unbedingt nur die eine konkrete konstruktive Konsequenz der Aufstellung auf altarförmigen Sockeln mit sich führen muß, denn bei einem runden Bildwerk, das nicht an einer Wand hängen soll, ist die Ausbildung einer waagrechten Basis jedenfalls erforderlich, um die Aufstellung an welchem Ort auch immer zu ermöglichen. Dennoch erscheint die Aufstellung der Medaillons mit Fußteilen auf Altarsockeln durchaus wahrscheinlich. Nach dem Vorbild des rekonstruierten Grabdenkmals von Camporosso (Saifnitz) 36 und den Äußerungen Schobers 37 und Pochmarskis 38 ist diese Vorstellung durchaus plausibel, nach den Untersuchungen Kremers anhand von erhaltenen Dübellöchern sowie der übereinstimmenden Verbreitung von Rundmedaillons und Schaftblöcken fast zwingend. 39 Eine zeitliche Differenz zwischen Sockel und Medaillon von Camporosso 40 ist ebensowenig beweisbar wie die Zusammengehörigkeit der Einzelteile, und der scheinbare Widerspruch zwischen Inschrift und Porträtdarstellung kann einleuchtend erklärt werden. 41 Ein anderer Vorschlag für die Verwendung dieser Denkmälergattung von O. Harl besagt, daß die Rundmedaillons auf der Umfassungsmauer des Grabbezirks aufgestellt waren. 42 Für die Medaillons von Baláca erscheint diese Möglichkeit aufgrund der Fundorte im bzw. in unmittelbarer Nähe des Tumulus nicht gegeben. Ein Fragment 795 des Alteres V fand sich wie das Medaillon 752 im Bereich der gestörten Grabkammer (Q 65). Da dort schon aus Platzgründen bestimmt weder das Medaillon noch der Sockel aufgestellt war, kamen die Fragmente wohl durch denselben Akt der Störung an ihren Fundort. Die Fundorte des zweiten Medaillonfragmentes 1061, Q 11, sowie der beiden Profilfragmente VII, Q 51, müßten dann ebenfalls als Resultat einer Störung betrachtet werden. Aufgrund des paarweisen Auftretens der Medaillons und der Altäre V und VI liegt der Schluß nahe, beide Denkmälergruppen, die sich so deutlich von den anderen uniformen Altären unterscheiden, miteinander in Verbindung zu bringen. Wie in 3.4 dargelegt, würden sich die Altäre V und VI ohne herkömmlichen Aufsatz, sondern mit den Abschlußplatten