K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

sten zeigen keine Knicke oder Verhärtungen, sodaß eine Entstehung der Stücke auch ohne jeden anderen zeitlichen Anhaltspunkt noch im 2. Jh. anzusetzen wären. Die Qualität der Ausführung aller Stücke bleibt auch bei den späteren Objekten gut, Schwankungen sind nur am Abnehmen der Plastizität (geringere Profiltiefe, Altarnachahmungen) und in der Wahl eines schlechteren Steinmaterials zu erkennen. Das Tumulusgrab wurde also in den letzten Jahrzehnten des 2. Jhs. erbaut. Die Errichtung dieses Grabmals stellte eine bedeutende Bauaufgabe und nicht unbeträchtliche Investition dar, die nicht isoliert von dem Bauvorgängen der Villa selbst zu sehen ist. Der monumentale Charakter der Grabanlage läßt andererseits eine zeitliche Parallelisierung mit der Errichtung des Hauptgebäudes der Villenanlage - Ende des 2. Jhs. oder Wende zum 3. Jh. 105 (Phase 4) - erwarten. E, Landschaftsarchitektur in Baláca Die römischen Grabbauten zeigen sehr häufig eine bewußte, mit Rücksicht auf die Gege­benheiten der Landschaft vorgenommene Wahl des Standortes. Bevorzugt wurden abgese­hen von den besonders begehrten Parzellen vor den Stadttoren und an stark frequentierten Straßen solche Punkte, die von weither gesehen werden konnten, Hügelkuppen und Anhö­hen. 106 Die Schönheit der sich ergebenden Kompositionen waren dabei aber ein Nebenpro­dukt des Prestigewertes der Anlage. Man darf daher davon ausgehen, daß auch für den Grabbezirk der Villa von Baláca die günstigste Lage gewählt wurde. Im Süden der Villa fällt das Gelände zu einem Bachtal ab, sodaß hier zu wenig Platz für einen Grabbezirk blieb. Das Gelände im Osten der Villa wäre geeignet, aber wenig attraktiv gewesen, wenn die Erschließung der Anlage von Westen her erfolgte. So wurde der Tumulus auf einer leichten Anhöhe nördlich der Villa angelegt, wo er von Süden und Westen her besonders gut zu sehen war. Auf diesen Seiten waren fast alle Denkmäler aufgestellt (Abb. 4). Trotz geringer Entfernung besitzt das Hauptgebäude der Villa wegen der von Hügeln ge­säumten Ufer keine direkte Sichtverbindung zum Plattensee. Nur an wenigen Stellen kann man einen kleinen Ausschnitt des Wasserspiegels zwischen den Hügelkuppen erkennen. In der Mittelachse des Hauptgebäudes stellte eine markante Erhebung im Süden, die eine weite Fernsicht auch auf den See ermöglicht, eine indirekte Blickverknüpfung her. 107 Die höher gelegene Position des Tumulus erlaubt ebenfalls eine direkte Sichtverbindung nach Süd­osten; vom Vorplatz des Grabbaus kann man ebenfalls den Wasserspiegel erkennen. Die Sichtbeziehungen zwischen Wasser und Land wurden sicherlich bewußt gesucht und errei­chen in der Positionswahl des Grabmals eine fast metaphysische Dimension.

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