K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

ziariern gestiftet wurden. Celeia war eine der wichtigsten Benefiziarierstationen in Noricum; auf dem Forum fanden sich 19 zumeist dem Jupiter geweihte Altäre. Einer davon, geweiht von Q. Crescentius Marcellus, besitzt eine exakt geschnittene doppelte Profilabfolge. 87 Sie setzt sich aus einer niedrigeren und einer höheren Viertelkehle zusammen, die von einer geraden Leiste getrennt werden. Der erwähnte Altar ist in den Zeitraum 100 bis 160 n. Chr. zu datieren. 88 3. Ein weiterer Altar in Carnuntum wurde von T. Flavius Probus zu Ehren der Verleihung des Augurâtes an seinen Sohn Titus Flavius Probus an den Kaienden des September im Jah­re des Konsulates des Orfitus und Rufus geweiht (1. September 178). 89 Auf den Seitenflä­chen des sehr qualitätvollen Stückes sind Fortuna mit Füllhorn und Steuerruder und ein Ge­nius mit Mauerkrone dargestellt. Während das Kronprofil des Altars nur aus einer Viertel­kehle besteht, die von einer schmalen Leiste vom Schaft abgesetzt ist, finden sich am Fuß eine niedrigere und eine höhere Viertelkehle. 4. Ein besonders origineller Altar aus Aquincum mit doppelter Profilabfolge wurde dem Jupiter von Uccinus, einem curator militum, gestiftet. 90 Über dem Schaft folgt hier ein Rundstab, darauf eine Hohlkehle, eine gerade Leiste. Nun folgt der zweite Teil der Abfolge mit einer höheren Viertelkehle und einer geraden Leiste. Die Stirnleiste ist glatt, darüber folgt ein hängender Pfeifenstab. Das Sockelprofil ist etwas einfacher gestaltet und besteht nur aus einer geraden Leiste und einer Viertelkehle, die wieder von einem Rundstab abge­schlossen wird. Die sorgfältige Ausführung und die differenzierte Auswahl der Profile ist sehr ansprechend. Das Stück wird ins 2. Jh. datiert. 5. Im Lapidarium des Aquincum-Museums befinden sich auch zwei Altäre aus dem erst vor wenigen Jahren freigelegten Mithräum des Legionslagers von Aquincum. Der Altar mit der Weihung SOLI INVICTO wurde von dem tribunus laticlavius C. Julius Lepidus Terul­lus gestiftet. Da seine Laufbahn aus anderen Inschriften rekonstruiert werden kann, dürfte er das Amt des tribunus laticlavius in den Jahren 178 bis 182 ausgeübt haben. 91 Die Profilab­folge besteht aus einem niedrigeren und einem höheren flachen Simaprofil, die jeweils von einer geraden Leiste begleitet sind. Die Kurven zeigen nicht viel Schwung, sind aber regel­mäßig ausgeführt. Mehr formaler Ehrgeiz wurde dagegen auf den Palmettenschmuck des Aufsatzes verwendet. Der Schriftblock ist etwas nach unten verrutscht und wirkt mit schrä­gen Zeilen und ungleichmäßigen Buchstaben etwas improvisiert. 6. Die Sammlung von römischen Altären im Ungarischen Nationalmuseum ist sehr groß, jedoch fanden sich unter den ca. 70 Stücken nur neun Exemplare mit dem gesuchten dop­pelten Profilaufbau. Wollte man den Anteil dieser Gestaltungsweise berechnen, betrüge er 13%. Von den neun Exemplaren waren vier datierbar. Eine besonders exakte Datierung ist mit dem Altar gegeben, der von dem duovir C. Valerius Valentinus und zwei Ädilen, C. Ju­lius Victorinus und P. Petronius Clemens am 11. September 193 der Fortunáé Augustae ge­weiht wurde. 92 Das Profil besteht aus zwei übereinander gesetzten Simawellen, die mit gera­den Leisten abschließen. 7. Ein weiterer datierbarer Altar im Ungarischen Nationalmuseum führt die Weihung PRO SALUTE AUGusti. 93 Aus der Inschrift geht hervor, daß zum Zeitpunkt der Weihung Aquincum bereits den Rang einer Colonia besaß, also nach 194 n. Chr. in severischer Zeit entstanden sein. Die Profilabfolge besteht aus einer niedrigeren Viertelkehle und einer höhe­ren Simawelle. Über der glatten Stirnleiste folgt noch ein Eierstab. 8. Unter den Steindenkmälern aus Savaria befindet sich ein sehr qualitätsvoller Altar mit doppelter Profilfolge. Er wurde von L. Valerius Valerianus, dem decurio von Siscia in sei­ner Funktion als sacerdos provinciáé der Nemesis geweiht. 94 Da Siscia bereits als colonia bezeichnet wird und von Septimius Severus in diesen Rang erhoben wurde, kann der Altar frühestens am Ende des 2. Jhs. entstanden sein.

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