K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - KUZMOVÁ, KLÁRA: Das Sigillata-Spektrum der römisch-germanischen Niederlassung in Bratislava-Dübravka

Eine wichtige Quelle, welche die Anfänge der germanischen Besiedlung und zugleich auch die römisch-germanischen Beziehungen in dieser Lage bestimmt, ist die chronologisch ziemlich vereinzelte südgallische Ware aus der domitianisch-hadrianischen Zeit. Zum wei­teren Zustrom der Sigillaten kam es nämlich erst während der Markommanenkriege (Le­zoux - Censorinus/Paternus II, Patemus II; Rheinzabern - Cerialis III/TV). Eine größere Zu­nahme dieser Keramik kann hier jedoch zur Zeit der Severer beobachtet werden, wobei be­tont werden muß, daß im Vergleich zu den spätantoninischen bis frühseverischen Erzeug­nissen (Rheinzabern - Firmus II; Westerndorf - Comitialis) quantitativ Ware aus der ersten Hälfte des 3. Jh. ausgeprägter vertreten ist (Rheinzabern - Respectinus I, II, Victor III; We­sterndorf-Helenius; Schwabmünchen II). Bei der Berücksichtigung weiterer rahmenhaft da­tierbarer Funde kann konstatiert werden, daß der Zustrom von Sigillaten unter der Regie­rungszeit der Severer zweifach höher war als in antoninischer Zeit. Diese Erscheinung ist ­außer mit dem erhöhten Sigillata-Zustrom, der auf die allgemeine Intensität der römisch­germanischen Beziehungen während der Severer-Zeit zurückzuführen, auch mit markanten Veränderungen in der Besiedlung der Fundstelle, wann es zur Errichtung der römischen, evtl. auf römische Art errichteten Bauten kam. Im Zusammenhang mit der Datierung einer der angeführten Bauten kann bloß das Bruch­stück einer univerzierten Form Drag. 18/31 erwähnt werden, das in der Wand des Tepidari­ums der Badeanlage eingemauert war. Dieses wurde ursprünglich zu Rheinzaberner oder Westerndorfer Erzeugnissen aus der zweiten Hälfte des 2. bis ersten Hälfte des 3. Jh. ge­reiht. Nach abermaliger Prüfung seines Überzugs und des Tons vermute ich, daß seine Her­kunft eher in Rheinzabern zu suchen ist, wobei die vorangehende zeitliche Einstufung un­verändert bleibt. Die Bedeutung dieses Fundes liegt darin, daß er einen rahmenhaften Ter­minus post quem für die Datierung der Errichtung dieses Gebäudes bietet. 6 Von nicht geringerer Bedeutung ist auch das Vorkommen der nordafrikanischen Terra si­gillata chiara, die ein Nachweis über anhaltende römisch-germanische Beziehungen wie auch über die Besiedlung dieses Raumes in der ersten Hälfte des 4. Jh. ist. Interessant ist der Vergleich des untersuchten Bestandes mit Funden aus dem anliegenden barbarischen Gebiet (die heutige Südwestslowakei). Das Vorkommen von Sigillaten aus sechs Produktionszentren auf einer einzigen Fundstelle hat keine Analogie auf germani­schen Siedlungen im Vorfeld des nordpannonischen Limes, wobei auch ihre quantitative Vertretung beträchtlich abweichend ist. Die südgallische Ware, die in Bratislava-Dúbravka 12% sämtlicher Funde darstellt, ist auf den übrigen Fundstellen bloß mit 2,4% vertreten. Nicht so markant, aber doch nur höher, ist hier auch der Anteil mittelgallischer (12 : 8,1%) und Rheinzabemer Erzeugnisse (45,2 : 40,8%). Es überrascht, daß Westerndorfer Sigillata hier lediglich 16,6% ausmacht, hingegen im verglichenen Gebiet sogar 36,7%. Außerge­wöhnlich ist einerseits das vollständige Fehlen von Pfaffenhofener Ware, die auf germani­schen Fundstellen mit 5,2% vertreten ist, und anderseits das vereinzelte und im germani­schen Milieu erste Vorkommen von Sigillata aus Schwabmünchen II und aus Nordafrika. 7 Vom typologischen Gesichtspunkt kann bemerkt werden, daß im Einklang mit Funden aus dem benachbarten Teil des mitteldanubischen Barbaricums auch in Bratislava-Dúbravka Bilderschüsseln Drag. 37 über glatte Sigillaten dominieren. Das Spektrum der glatte Formen ist hier nicht besonders breit, doch deutlich abweichend vom Sortiment in den üblichen ger­manischen Siedlungen. Es erscheinen hier Bruchstücke der Schale Drag. 35/36, der Kragen­schale Drag. 38 und der Reibschüssel Drag. 43, die auf den übrigen Fundstellen lediglich durch einige Bruchstücke vertreten sind. Zum erstenmal im Gebiet nördlich der Donau kam hier eine halbkugelige Schale Drag. 41 vor. Es muß besonders betont werden, daß die häufigste Form von glatter Sigillata im Limes-Vorland - Drag. 18/31 - in Bratislava-Dúbravka nur durch

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