K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - HUDECZEK, ERICH-KAINZ, IRMENGARD: Die Villa von Löffelbach in der Steiermark

untersucht werden. Die Ähnlichkeiten in der Grundrißgestaltung machen aber eine gleiche Datierung wie für den Badetrakt und das Peristyl wahrscheinlich. 3. Die Villa bzw. das Herrenhaus ist im wesentlichen nach einem einheitlichen Bauplan ent­standen und nicht, wie der vielgliedrige Grundriß eigentlich vermuten läßt, im Laufe der Zeit durch Um- und Zubauten zur endgültigen Form gewachsen. Als wahrscheinlich sehr bald errichteter Zubau können derzeit auf Grund von Baufugen die Räume 12 und 13 ange­sprochen werden. Der Vergleich der Löffelbacher Villa mit der Villa von Piazza Armerina durch Modrijan ist bestechend, die Datierung der Gesamtanlage in die Zeit um 300 n. Chr. oder kurz danach scheint damit im Zusammenhang mit den neuesten Grabungsergebnissen einigermaßen sicher. 4. Der schon von Modrijan festgestellte relativ hohe Anteil von zweitverwendeten Ziegeln in einigen Bereichen des Mauerwerkes und ebenso zahlreiche durch Hitzeeinwirkung redu­zierte Ziegelbruchstücke im Unterboden des Terrazzos in den Räumen 14 und 24 spricht für einen durch Brand beschädigten oder zerstörten „Vorgängerbau". Darauf weisen auch die spolierten Säulenbruchstücke im Heizkanal von Raum 24 hin 5 , sowie die Verwendung einer Grabstele vermutlich aus dem frühen 2. Jh. als Material für eine Ausgußrosette in Raum 14 6 . Da durch die neuen Ausgrabungen belegt dieser „Vorgängerbau" nicht unter dem heute be­kannten Herrenhaus liegen kann, wird er ganz in der Nähe, in einem der angrenzenden Fel­der zu suchen sein. Der Grabtitulus für Titus Turbonius Blastus und weitere Angehörige, den E. Weber 7 in das späte 1. Jh. datiert, und der sekundär als Abdeckplatte des Kanals zwi­schen den Räumen 4 und 6 Verwendung gefunden hatte 8 , spricht ebenfalls für die Anwesen­heit einer wohlhabenden Familie im Bereich der Villa vor der Erbauung des heute bekann­ten Gebäudes. Eine Verbindung der hier genannten Verstorbenen mit den aus Flavia Solva bekannten Turbonii hält Weber wegen der Seltenheit des Gentilnamens für wahrscheinlich. Aus der Zeit vor dem uns bekannten Gebäude muß auch der große Grabhügel stammen, der in einer Entfernung von ca. 250 m an der Stelle des heutigen Bauernhofes Spitzer lag und um 1770 abgetragen wurde. Steinquader von seinem Einbau wurden im Hof weiterver­wendet, ein Giebelrelief mit der Darstellung eines Panthers ist im Haus eingemauert und ein Löwe aus Granit, der von dieser Grabbanlage stammen soll, ist heute im Stadtpark von Hartberg aufgestellt. ABKÜRZUNG MODRIJAN 1971. MODRIJAN, W.: Der römische Landsitz von Löffelbach. Schv St. Kl. Sehr. 3. 3. Aufl. Graz 1971. ANMERKUNGEN 1. MODRIJAN 1971.24. 2. MODRIJAN 1971. 8., 24. 3. THOMAS, E.: Römische Villen in Pannonién. Budapest 1964. 274. 4. MODRIJAN 1971. 15. 5. MODRIJ AN 1971.20. 6. MODRIJAN 1971. 16. 7. WEBER, E.: Die Römerzeitlichen Inschriften der Steiermark. Graz 1969. 144. Nr. 91. 8. MODRIJAN 1971.21.

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