K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - MOOSBAUER, GÜNTHER: Die ländliche Besiedlung im östlichen Rätien südlich der Donau

GÜNTHER MOOSBAUER DIE LÄNDLICHE BESIEDLUNG IM ÖSTLICHEN RÄTIEN SÜDLICH DER DONAU Der in Veszprém gehaltene Vortrag basierte auf meiner an der Universität Passau, Fach Archäologie der Römischen Provinzen, laufenden und Prof. Dr. H. Bender betreuten Disser­tation zur „ländlichen Besiedlung im östlichen Raetien südlich der Donau" (Arbeitstitel). In diesem Beitrag kann nur eine kurze Zusammenfassung des Vortrages gegeben werden, da die Passauer Promotionsordung eine wissenschaftliche Publikation von Ergebnissen der Dissertation verbietet. 1 Nach Prüfung der einschlägigen Fundakten und der Literatur, wurden der größte Teil des Materials gesichtet, die Fundplätze im Gelände kontrolliert und ein Katalog erstellt. In ihm wurden Topographie und Pédologie aller Fundplätze beschrieben. Dieser Katalog liegt nun als meine im Herbst 1992 an der Universität Passau abgebene Magisterarbeit unter dem Ti­tel „Die ländliche Besiedlung im östlichen Raetien während der mittleren und hohen Kaiser­zeit (Stadt- und Landkreise Straubing, Straubing-Bogen, Deggendorf, Rottal-Inn und Pas­sau)" vor. Das Untersuchungsgebiet, das in der Dissertation um den Landkreis Dingolfing­Landau erweitert wurde, wird durch die unterschiedlichsten Naturräume geprägt: Von Re­gensburg erstreckt sich das Straubinger Becken, der heutige Gäuboden, bis Pleinting und mündet dort in das Donauengtal. Eine Vielzahl von Gewässern, wie z.B. Große und Kleine Laaber, Aiterach und Isarmündungsbereich unterteilen es. Gute Lößauflagen mit hohen Er­tragsmeßzahlen kennzeichnen die Bodenbedingungen. Das tertiäre Hügelland ist zwischen Donau- und Inntal eingebettet und wird vom Isarlauf durchschnitten. Südlich begrenzt das Untersuchungsgebiet das Untere Inntal. Vergleicht man Bodengüte- und die Fundverbrei­tungskarten, so zeigt sich, daß die Häufigkeit von bekannten Siedlungsobjekten bei steigen­den Ertragsmeßzahlen der Böden zunimmt. Circa einhundertfünfzig Fundstellen mit geschätzten 5000 Einzelfunden wurden lokali­siert. Der Hauptteil der Dissertation besteht in der Aufnahme der Funde und deren chronolo­gischen Bewertung. Die in der Forschung am besten bekannte Anlage ist die Villa vom Alburger Hochweg in Straubing. 2 Hinweise auf handwerkliche Produktion geben Ziegelöfen aus dieser Villa. Aus weiteren Grabungen an anderen Fundorten sind Öfen bisher nicht geklärter Funktion be­kannt. Fehlbrände, Eisenschlacken, Glasfluß und verschmolzene Bronzeschlacken von Le­sefundplätzen weisen auf entsprechende Gewerbe. Luftbildbefunde liegen nur wenige vor. Ein wichtiges Argument für das fast völlige Fehlen von Luftbildbefunden im Vergleich zum Regensburger Umland könnte das geringe Vorkommen an wirklichen Steinvillen sein. Zu Gutshöfen gehörige Gräberfelder sind in Straubing-Wasserwerk und Straubing-Irlet 3 in den letzten Jahren ergraben worden. Neben Umengräbem herrschen Brandschüttungen in beiden Gräberfeldern vor. Als markant für das Rottal und die Pockinger Heide erweist sich eine weitere Bestattungsform. In Osterholzen und Aunham sind durch Altgrabungen römi­sche Grabhügel nach norisch-pannonischer Sitte. Der von Josef Keim und Kans Klumbach vorgelegte, 4 sogenannte „Straubinger Verwahr­fund" vom Areal des Gutshofes am Alburger Hochweg ist der berühmteste von einigen Hortfunden, die in die Zeit der Alamanneneinfälle in der ersten Hälfte des dritten Jahrhun­derts datieren. Auch die Hortfunde von Uttenkofen und Arbing stammen von römischen Gutshöfen. 5 Alle drei setzen sich aus verschiedensten Gegenständen zusammen. Die ver-

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