K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - FILGIS, MEINRAD N.: Ausgrabung und Restaurierung römischer Villen in Baden-Württemberg

Größere zusammenhängende Baubefunde einer römischen Villa wurden in Grenzach-Wyhlen, et­wa 5 km östlich von Basel, in einem Schutzhaus konserviert. Das nur teilweise ergrabene Hauptge­bäude mit Eckrisaliten, Säulenvorhalle und Peri­stylhof besaß im Äußern wie im Innern eine be­sonders luxuriöse Ausstattung. 15 Fenster- oder Türumrahmungen bestanden aus weißem Marmor und kontrastierten zur dunkelrot gestrichenen Fa­sade, zahlreiche Mosaiksteinchen weisen auf Bo­denmosaiken hin und die Wände waren mit her­vorragenden figürlichen Freskomalerien, wie z.B. mit dem Kopf eines behelmten Kriegers, ge­schmückt oder teilweise bis zu einer gewissen Höhe mit verschiedenfarbigen Mamorplatten ver­kleidet. Südlich des Herrenhauses ist ein großes Schwimmbecken (natatiö) erhalten. Beim Rund­gang über die Stege des Schutzgebäudes (Abb. 22) kann der Besucher die originalen Mauerreste und in Vitrinen Fundstücke der luxuriösen Aus­stattung dieses römischen Landsitzes bewundern. • konservierter Mauerberetch •I Mauerwerk Hl Rollierung Ergänzung > • Hypokaustr; F Feuerstelle Abb. 5: Nürtingen-Oberensingen. Vorläufiger Grundriß des römischen Gutshofes (Stand 1988) 4. Andeutung von Baubefunden durch Pflaster oder Platten Schlecht erhaltene Baubefunde lohnt es nicht zu präsentieren, sie könnten rekonstruiert oder - wie am römischen Gutshof von Ludwigsburg-Hoheneck 16 geschehen - durch Platten oder Pflasterung angedeutet werden (Abb. 23), um so wenigstens Lage und Grundriß zer­störter historischer Gebäude nachvollziehbar zu machen. In Ludwigsburg-Hoheneck wurde versucht, die Mehrphasigkeit des römischen Hauptgebäudes durch Höhenunterschiede der Plattenlagen darzustellen, ein Versuch, der dem Betrachter wohl nur mit Hilfe der Erläute­rungtafel verständlich wird. In Sontheim an der Brenz erinnern drei durch Pflasterung in einer Grünanlage angedeute­te Grundrisse von Sanktuarien 17 an eine inzwischen weitgehend überbaute römische Gutsan­lage oder Straßenstation, die Frau G. Seitz in ihrem Referat vorgestellt hat. 18 5. Konservierter Baubefund und die dritte Dimension Die Rekonstruktion römischer Gebäude im Maßstab 1:1, die Darstellung der dritten Di­mension der häufig bis auf die Grundmauern zerstörten Bauten wird in Baden-Württemberg - und nicht nur hier - sehr kritisch betrachtet 19 , gehen doch die Meinungen über die denk­malpflegerische Bewältigung solcher Vorhaben gelegentlich sehr weit auseinander. So ver­wundert es nicht, daß in dem an römischen Überresten so reichen Baden-Württemberg bis­her kein volständig rekonstruiertes Gebäude eines römischen Gutshofes zu finden ist, das in­teressierten Laien nicht nur dritte Dimension, sondern auch Bau- und Lebensformen in länd­lichen Villen als räumliches Erlebnis vermittelt.

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