K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - WAGNER, PAUL: Die villa rustica Friedberg Pfingstweide. Ergebnisse der Ausgrabungen 1980/1981

en Lage schräggesetzter Steine ein neues Fundament. Die Gebäudegröße betrug jetzt 43 x 23 m. Vom Aufgehenden des neuen Gebäudes ist durch den jahrhundertelangen Ackerbau und das Bodenfließen des Hanges nichts erhalten geblieben. Die hintere Raumzeile besaß nun 6 Räume mit einem zentralen Eingang. Vor der Westhälfte dieser Raumflucht lag ein Korridor. Ein Abschluß der Hauptgebäudes nach Osten fehlte wiederum, sodaß sich auch diesmal eher das Bild eines offenen Innenhofes als das einer überdachten Halle ergibt. Dazu noch eine Anmerkung: Die Beurteilung dieses Geländeabschnittes fällt nicht leicht, weil deckungsgleich mit der zu erwartenden römischen Ostmauer eine heutige Grundstücksgren­ze verläuft an der bei modernen Erdarbeiten bereits in die Substanz eingegriffen worden war. Angesichts der überall gut nachweisbaren Steinmauern war es bei der Grabung aber ei­gentlich zu erwarten, daß irgendein Rest der Ostmauer, insbesondere bei den Anschlüssen an den Nord- und Südflügel, erhalten geblieben sein müßte. Eine dem restlichen Baukörper äquivalente Ostwand haben wir trotz intensiver Suche jedoch nicht finden können. Vor der Gebäudefront wurden die Zäune durch Steinmauern mit einer etwas anderen Raumauftei­lung ersetzt. Die axiale Gliederung des Hauptgebäudes wird nun stärker hervorgehoben: Der zentrale Zugang wurde durch ein Torhaus oder einen Bogen noch betont und in der Ecke des westlichen Vorhofes entstand ein quadratischer Neubau, der nach dem starken Funda­ment zu urteilen, wohl turmartig überhöht war. Das Badegebäude wurde mit geänderter In­neneinteilung in Stein neu errichtet. Das Praefurnium befand sich nun im Norden und der ganze Ostteil des Bades wurde von einem beheizten Raum eingenommen, der zum Praefur­nium hin vielleicht als Caldarium und ohne Trennung nach Süden hin als Tepidariumsbe­reich diente. Daran schlössen sich zwei unbeheizte Räume an, einer davon mit trapezförmi­ger Apsis, Ziegelplattenboden und in den Wänden verlegter Bleileitung für ein zentrales La­brum. Ein weiterer unbeheizter Raum lag wohl anschließend nach Westen, war aber durch moderne Erdbewegungen soweit zerstört, daß nicht mehr festzustellen war, ob es sich um einen Raum in Art eines Apodyteriums oder um einen offenen Hof handelte. Geringe Reste zeigen, daß auch dieses Gebäude mit farbigen Wandmalereien ausgeschmückt war. Nördlich der Straße enstand an Stelle des alten Wirtschaftsbaues ein weiteres großes Steingebäude, quasi eine Kopie des Hauptgebäudes mit Portikus und Eckrisaliten. Die Ge­bäudefront war, wie bei seinem Vorläufer, nach Süden hin der Straße zugekehrt. Seine Größe betrug 28 x 18 m, die Außenwände waren mit Lisenen verstärkt, der Innenraum er­scheint ungegliedert, lediglich in der SO-Ecke befand sich ein Keller. Im Nordbereich des Hofes entstanden noch zwei weitere Wirtschaftsbauten. Zum einen ein an die Umfassungs­mauer im Norden angelehnter Bau mit zwei Räumen, zentralem Eingang und dahinterlie­gendem großen Hof oder überdachter Halle. Die Gesamtgröße des Hauses betrug 10 x 15,5 m. Ein zweiter kleiner Quadratbau von 4 x 6 m lag südlich davon. Beide Gebäude könnten als Ställe, Remisen, Schuppen etc., das größere vielleicht auch als Unterkunft, gedient ha­ben. Die erste Phase der Periode 2 beginnt einerseits mit dem Wiederaufbau nach der Brandkatastrophe und wird andererseits durch Umbauten begrenzt, die die Phase 2 bilden. Die Phase 1 ist in keinem Fall sicher mit Urmitzer Keramik in Verbindung zu bringen und repräsentiert damit einen Zeitabschnitt der etwa dem letzten Drittel des 2. Jahrhunderts gleichzusetzen ist. Phase 2. In der zweiten Phase der zweite Periode wurde die Umfassungsmauer an der Ostgrenze des Hofgeländes am Durchgang der Straße abgerissen. Das Fundament blieb jedoch erhal­ten. Über ihm wurde eine neue Torwange aus Basaltsteinen errichtet, die mit 3 m Länge

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