K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - VERZÁR-BASS, MONIKA: Mausoleum und Villa

einige Beispiele berühmtester Persönlichkeiten: das Grab des Cn. Pompeius Magnus in sei­nem Albanurn , nach einer komplizierten und langwierigen Rückführung der sterblichen Reste aus Alexandrien 51 ; dasjenige des M. Tullius Cicero, der 43 v. Chr. auf der Flucht in seinem Formianum ermordet und nach einer Aussage Marti als auf seinem Grund begraben wurde 52 . Das Epigramm Martials, das über die Landsitze des Silius Italicus informiert, lässt durchblicken, dass der Poet den Besitz von Villen Ciceros deswegen besonders schätzte, da sich auf ihrem Grund sowohl das Grab Virgils (Puteolanum) 53 als auch dasjenige des be­rühmten Redners selbst befanden 54 . Das sogenannte Grab des Cicero ist heute noch als Cae­menticiumkern sichtbar und liegt unweit der Reste einer Villa die mit derjenigen des Red­ners identifizierte wird 55 . Die Meinung, dass auf dem Landsitz in Forrnia auch das Grab der Tochter Tullia erkannt werden könne, ist kaum vertretbar, doch muss als sicher betrachtet werden, dass Cicero als letzte Ruhestätte für seine geliebte Tochter einen Ort in einem sei­ner fundi suchte 56 . In der Nähe des ciceronischen Mausoleums erhebt sich ein ähnlicher Grabturm, die sogennante „Torre di Mola", der vielleicht mit dem Grab eines der Nachbarn Ciceros, oder gar des berühmten Vitruvius identifiziert werden kann 57 . Inschriften aus der Gegend weisen auf Familienmitglieder (ev. Gattin) und Freigelassene des Architekten hin 58 . Beispiele dieser Art könnte man in grosser Zahl erwähnen, auch wenn leider in den meisten Fällen genaue Zusammenhänge nicht mehr nachweisbar sind. Insbesondere ist das Gebiet um Rom und entlang der Küste bis Kampanien (Via Appia) so dicht mit Villen übersät, dass die Häufung der Funde von der späten Republik bis ans Ende der Antike oft keine Klarheit mehr erlauben bezüglich der einzelnen Phasen und der Ausdehnung der Güter 59 . Dazu kom­men schnelle Besitzerwechsel und ein reges Treiben von Verwandten, clientes, Freunden und Freigelassenen 60 . Die Grabinschrift des reichen Freigelassenen L. Domitius Phaon aus der Gegend von Fondi, Besitzer von sechs Anliegen, informiert über die komplizierten Be­sitzverhältnisse eines seit Generationen bestehenden Landgutes und über Probleme hinsicht­lich der Zugänglichkeit des Grabes von der via publica aus 61 ; ein interessantes Beispiel lie­fern die Grenzsteine des Grabbezirks des Libertus Coelius bei Apiolae mit Angaben über den früheren Besitzer und die Ausdehnung seines Anwesens (nicht seines Grabbezirks) 62 . Die Landgüter der wichtigsten Persönlichkeiten grenzen meist an Hauptverbindungswege, Konsularstrassen oder deren Querverbindungen 6 , an Russe 64 , an Seen 65 oder liegen am Meer 66 mit eigenem Hafen. Innerhalb dieser Anwesen befanden sich die Grabmälem an gut sichtbarer Stelle wie dies schon bei den orientalischen Vorbildern üblich war: sie waren eine Art Landmark des Grossgrundbesitzes. Eine der bevorzugtesten Lagen war natürlich die stark benützte Via Appia 7 , vorallem im ersten Teil, gleich vor den Toren Roms, in dem schon altehrwürdige Familien ihren Privatgrund hatten, innerhalb der ersten Meilen, und wo noch Seneca und Heródes Atticus eine Villa mit Grab besassen 68 . Als praktisch unerreichbaren Idealfall kann die Errichtung des Mausoleums auf stadtrö­mischem Grund gehalten werden. Dabei geht es nicht um das berühmte Privileg des „Hel­dengrabes" innerhalb des Pomerium, das der Senat den erfolgreichsten Offizieren erliess 69 , sondern vielmehr um das Grab auf eigenem Grund zu denen auch die Grabmonumente des Augustus und des Agrippa zählen können. Beide wurden auf dem Privatterrain des Agrip­pa errichtet, lange Zeit vor einem möglichen Senatsbeschluss, der wohl in den meisten Fäl­len mit dem Todesdatum übereinstimmte 71 . Im Bereich der eigenen Horti hat sich auch Maecenas seine letzte Ruhestätte herrichten lassen, in ewiger Gesellschaft seines Dichter­freundes Horaz, der gleich nebenan ein Monument erhielt, während nichts über ein eventu­elles Grab im gleichen Bereich für Properz bekannt ist 72 . Auch hier, innerhalb des Stadtbe­reiches, wird die Stelle für das Mausoleum an der Grenze des Grundstückes gewählt, ver­mutlich bei einer wichtigen Strassengabelung 73 . Eine entsprechende Lage träumte sich Cice-

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