Savaria – A Vas Megyei Múzeumok Értesítője 35. – (2012) (Szombathely, 2010)
RÉGÉSZET - MLADONICZKI Réka: RÓMAI TÉGLAÉGETŐ KEMENCÉK KŐSZEGFALVÁRÓL
sava Ria a Vas Megyei Múzeumok Értesítője 35 (2012) 151-167 Római téglaégető kemencék Kőszegfalváról Réka MLADONICZKI RÖMISCHE ZIEGELBRENNOFEN AUS KŐSZEGFALVA Im August 2010 wurde im Zuge von Erdarbeiten an dem Hochwasserrückhaltebecken bei Lukácsháza eine bekannte archäologische Fundstelle gestört. Zur Klärung der beschädigten archäologischen Befunde initiierte das Savaria Museum der Museenverwaltung des Komitates Vas die Bergung der Funde. Im Rahmen der Ausgrabungen wurden zwei aus einer gemeinsamen Arbeitsgrube ausgehende Ziegelbrennöfen mit einem rechteckigen Grundriss, sowie ein Keramikbrennofen mit kreisförmigem Grundriss gefunden. Oer hier entdeckte Ofen Nr. 1 ist ein besonderer Typ der Ziegelbrennöfen mit einem zentralen Heizkanal. Mit seinem langen Feuerkanal und dem länglichen, rechteckigen Brennraum unterscheidet er sich von den zu diesem Typ gehörenden „allgemeinen" Ofentypen. Sein Feuerkanal ist gewölbt, in dem restlichen Teil des Brennraumes haben sechs Rundbögen den Rost gehalten, zwischen ihnen gab es sechs Wärmeleiterkanäle. Oer Ofenrost ist vollständig zerstört, wir kennen auch die Aufbauten nicht. Der 2. Ziegelbrennofen ist ein klassischer Vertreter des Typs 2B der klassischen Öfen von Ninina Cuomo di Caprio. Der Ofen wurde in dem Brennraum durch einen mittleren Feuerkanal über den rundbogenförmigen Heizkanal beheizt. Der 3. Ofen verfügt über einen kleinen Heizkanal (110 x 50 cm) und einen kreisförmigen Brennraum (Durchmesser = 178 cm). An der Südseite des kreisförmigen Brennraumes befindet sich ein aus mehreren Ziegelreihen gebauter Rundbogen. Am Rand des Raumes befinden sich - mit Platz für die Feueröffnung - aus kleinen, rechteckigen Ziegeln bestehende Stützpfeiler, die den Zweck hatten das Rostgewölbe zu unterstützen. Aufgrund des mengenmäßig wenigen Fundmaterials kann der Betrieb der Öfen bei Kőszegfalva in das 2-3. Jahrhundert datiert werden. Da keine Ziegel mit Stempel gefunden wurden, gehören die Ziegelöfen in Kőszegfalva nicht zu den militärischen, sondern zu den zivilen Ziegelöfen. Dies wird dadurch untermauert, dass beide Ziegelöfen einen rechteckigen Grundriss und einen zentralen Feuerkanal, welche in Pannonién der Zivilsphäre zugeordnet werden können, haben. Die hier gefundenen Öfen werden wahrscheinlich zu einer Villenwirtschaft gehört haben, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass sie Teile eines kleineren Industrieviertels waren. Dies ist anhand der Bebauung der lediglich 11 x 7 m großen erforschten Fläche anzunehmen. 167