Savaria – A Vas Megyei Múzeumok Értesítője 35. – (2012) (Szombathely, 2010)

RÉGÉSZET - NAGY Marcella - SÜMEGI Pál - PERSAITS Gergő - GULYÁS Sándor - TÖRŐCSIK Tünde: VASKORI BRONZKINCS IKERVÁR HATÁRÁBAN

sava Ria a Vas Megyei Múzeumok Értesítője 35 (2012) 99-133 Vaskori bronzkincs Ikervár határéban. Megjegyzések a Hallstatt kori kultuszélet rekonstruálásához a régészeti- és természettudományos vizsgálatok tükrében Marcella NAGY - Pál SÜMEGI - Gergő PERSAITS - Sándor GULYÁS - Tünde TÖRŐCSIK EISENZEITLICHER BRONZESCHATZFUND IN DER NÄHE VON IKERVÁR. KOMMENTARE ZU DER REKONSTRUKTION DES KULTISCHEN LEBENS ZUR HALLSTATT-PERIODE IM SPIEGEL ARCHÄOLOGISCHER UND NATURWISSENSCHAFTLICHER UNTERSUCHUNGEN Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass der Fund bei Ikervár als „Zeitkapsel" einer rituellen Handlungs­reihe aus der mittleren Eisenzeit interpretiert werden kann. Archäologische und naturwissenschaftliche Unter­suchungen untermauern eindeutig, dass es sich hierbei um einen im Laufe des 6. Jahrhunderts bewusst ange­brachten und in Verbindung mit einer bestimmten Periode - Spätsommer - und einer rituellen Handlungsreihe in der Erde angebrachten Fund handelt. Die Untersuchung zeit­genössischer schriftlicher und bildlicher Quellen ergibt, dass es sich um eine Opfergabe zu Ehren von Demeter und/oder Persephone handelt. Eine mit dem Heilen in Verbindung zu bringende Handlung kann auch nicht aus­geschlossen werden, da die aus der Grube stammenden Pflanzenreste von heimischen Heilpflanzen stammen. Die Zusammensetzung des Fundes ist auch von europäis­cher Bedeutung, da sich hier Unikate befinden, von denen die Fachliteratur nur einige Exemplare, oder nur eines kennt. Hierzu gehört ein Bronzegefäß mit einer Siebtrichter, verwendet zu der Herstellung des Opfergetränkes mit dem Namen Kykeon, oder ein mit Rosetten verziertes Bronzegefäß, pferdförmige Fibeln und original italienische Importgegenstände, große, verzierte Bootfibeln, d.h. Prunknadeln zum Zusammenhalten von Kleidung, oder die verzierte Gürtelplatte aus Bronze. Man darf aber auch die Schmiedeobjekte, wie etwa die 4 kg schwere Bronzeamboss, oder die halbfertigen Bronzeobjekte nicht vergessen. Den einzigartigen Charakter untermauern zahlreiche Fragmente aus organis­chem Material wie Leder, Textil und Teer und die daraus gewonnenen bedeutenden naturwissenschaftlichen Ergebnisse. Die sog. Depotforschung ist ein wichtiger Pfeiler sowohl der internationalen und - in jüngster Zeit - auch der natio­nalen Urzeitforschung. Bei der Aufarbeitung der Funde wurden typochronologische, kontextuelle und multi-diszi­plinäre Faktoren entdeckt, die uns Hoffnung darauf machen, dass sie einer besseren Kenntnis des Kultlebens des östlichen Hallstatt-Kreises dienen werden. Der in Ikervár freigelegte Fund kann als Resultat der kooperierenden archäologischen und naturwissenschaft­lichen Informationsrettung zu einem Mittel des Einblicks in Kulte und Kultpraktiken der Eisenzeit gewertet wer­den. Selbstverständlich ist dies auch ein gutes Beispiel dafür, wie mit "unsichtbar" scheinenden Mikrofunden und den daraus gewonnenen Informationen unsere Wissensbasis über einen winzigen historischen Moment erweitert werden kann. Schlüsselbegriffe: Eisenzeit, Hallstatt-Periode, Bronze­schatz, Totenkult, Umweltarchäologie, Multidisziplinarität 133

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