Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 31/2. (2007) (Szombathely, 2008)
Georg TIEFENGRABER: Zum Burgenbau in der Oststeiermark. Kelet-Stájerország várépítészetéről
dabei zum einen um die Untersuchung der abgekommenen Burg auf dem sog. Kuruzzenkogel bei Fehring nahe der steirisch-burgenländischen, einstmals ungarischen Grenze (Abb. 8-9) Die einstige Burg befindet sich südlich von Fehring auf einer annähernd in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hügelkuppe. Ein an der Sohle knapp 15 Meter breiter Graben trennt die eigentliche Burg im Süden vom Hinterland ab. Auf einem Plateau von rund 30 X 15 Meter Größe lassen sich auch heute noch an den Rändern Mörtelmauerreste ausmachen. In besser erhaltenen Bereichen sind größere, längliche, lagenmäßig gesetzte, grob zugerichtete Bruchsteinblöcke der Mauerschale erkennbar, die am ehesten als lagerhaftes, hammerrechtes Bruchsteinmauerwerk beschrieben werden können (vgl. KÜHTREIBER 2005: 190 ff.). Den Nordabschluss dieses Kernbereiches bildete ein Rundturm o.a., von dem sich heute noch Mauerzüge vor einer neuzeitlichen Kapelle beobachten lassen (Abb. 10). Der Nordteil dieser „Rundturmes" ist weitgehend zerstört bzw. abgerutscht, in den Abhängen finden sich jedoch noch annähernd meterhohe Maueransätze. Westlich der Kernburg befindet sich eine rund 40 Meter lange und knapp acht Meter tiefer liegende Terrasse, in der die Vorburg vermutet werden darf. Eine weitere, annähernd halbrunde Terrasse, die von einem Wall bzw. wohl eher einer verstürzten Mauer nach Norden hin abgeschlossen wird, stellt den Nordabschluss der Burganlage dar. Abgesehen von dem durch den Graben abgesetzten Südbereich, sind bei den durchwegs steilen Abhängen an der West-, Nord- und Ostseite keine weiteren Befestigungen erkennbar. Die Mauerreste im gesamten Kernbereich weisen fast durchgehend Spuren intensiver Hitzerötung auf, so dass der Verdacht einer gewaltsamen Zerstörung der Burg nahe liegt. Dafür könnten auch zahlreiche Armbrustbolzen und Pfeileisen sprechen, die sowohl aus dem Kernbereich, als auch aus dem im Süden vorgelagerten Areal stammen. Abgesehen von den bemerkenswerten Waffen- und Reitausrüstungsfunden haben die bislang in der Oststeiermark singular gebliebenen Keramikfunde erwähnt zu werden. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Fragmente von Töpfen, die auf Grund ihrer Form, Faktur und Verzierung allesamt noch vor das (entwickelte?) XII. Jahrhundert datiert werden müssen. Aus keiner einzigen der zahlreichen oststeirischen Burgen, Städte bzw. Märkte oder auch Klöster des XII. Jahrhunderts konnte bislang Vergleichbares vorgelegt werden, so dass von einer Erbauung der Burg schon im XI. Jahrhundert auszugehen sein kürfte. Soweit bis dato beurteilbar, differiert auch das Mauerwerk deutlich von dem aus dem XII. Jahrhundert bekannten und an mehreren oststeirischen Burgen bzw. Ruinen gut belegbaren Quadermauerwerk. Mit einer Erbauung der Burg wird andererseits wohl kaum vor den erfolgreichen Ungarnfeldzügen Heinrichs III. 1043 zu rechnen sein, eine grobe Datierung der namenlosen Burg am Kuruzzenkogel in die zweite Hälfte des XI. Jahrhunderts scheint demnach