Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 31/2. (2007) (Szombathely, 2008)

Georg TIEFENGRABER: Zum Burgenbau in der Oststeiermark. Kelet-Stájerország várépítészetéről

bezeichnet werden. Obwohl gerade für den Bereich östlich der Mur bzw. der daran anschließenden Wasserscheide der Randhügelzone, also dem als Möns Predel überlieferten Grenzstreifen, als Konterpart zu den überwiegend west­lich der Mur gelegenen Mittelpunktsburgen eine Reihe von ungarischen „Grenzwächtersiedlungen" bzw. „Ungardörfer" namentlich bekannt oder zumindest rekonstruier- bzw. lokalisierbar sind, liegt aus keinem einzigen dieser Punkte bislang archäologisches Fundmaterial vor, das mit einer „ungarischen" Präsenz in Verbindung zu bringen wäre. Soweit es dem Verf. aus eigenen Geländebegehungen und Informationen von Ortskundigen bekannt ist, finden sich im direkten Umfeld dieser „Ungardörfer" auch keine Geländeformationen o. ä., die auf zugehörende „Wehranlagen" oder Befestigungen hinweisen würden. Es bleibt somit diesbezüglich insgeheim nur zu hoffen, dass diese grobe Forschungslücke künftig auch gezielt durch Feldforschungen geschlossen werden wird! Nicht viel besser ist es insgesamt um die Archäologie des Mittelalters respektive der Burgenforschung in der Oststeiermark bestellt: Sieht man von Altgrabungen in der heute weitgehend abgekommenen bzw. zerstörten Burgstelle Alt-Radmannsdorf durch Werner Knapp ab (KNAPP 1954: 97 ff.) (Abb. 5), so lässt sich bislang nur die bereits erwähnte kleinteilige Grabung im sog. „Kranzlgarten" auf der Riegersburg anführen (HEBERT et al. 1991: 193 ff.), die allerdings den mittelalterlichen Baubestand selbst nicht tangierte. Was hier für Steinburgen bzw. deren Ruinen gilt, trifft auch auf die zahlrei­chen Holz-Erde-Burgen zu, die großteils als Motten oder Hausberge anzu­sprechen sind (Vgl. zur Definition HINZ 1981: 70 ff.; FUCHS 1994: 61 ff; GUTJAHR und TIEFENGRABER 2003). Freilich ist hierbei nicht immer zu entscheiden, ob es sich bei den vorwiegend nur mehr als Geländeformation erhaltenen Anlagen, die in der lokalen Forschung mitunter auch als „Turmburgen" bzw. „Turmhügel" bezeichnet werden (Vgl. MURGG 2000: 132), um letzte Substruktionen von weitgehend abgeräumten Steinburgen bzw. Türmen oder „Festen Häusern" handelt, oder eben tatsächlich um Holz­Erde-Burgen. In keiner einzigen dieser zahlreichen Wehranlagen in der Oststeiermark wurden bislang archäologische Untersuchungen durchgeführt. Positiv kann hierbei jedoch erwähnt werden, dass in langjähriger Zusammenarbeit des verdienten Heimatforschers Ing. Kurt Kojalek, Feldbach, mit dem Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum, Dr. Diether Kramer, mehrere Dutzend an abgekommenen Wehranlagen in den oststeirischen Bezirken Fürstenfeld, Feldbach und Radkersburg lokalisiert, begangen und auf Katastergrundlage in Form von Planskizzen dokumentiert wurden (Abb. 6) In mehreren Arbeiten konnten von D. Kramer bereits entsprechende Pläne publiziert werden, sodass ein guter Eindruck vom Aussehen dieser Anlagen und auch ihrer konstruktiven Vielfalt zu gewinnen ist (KRAMER 1987: 5 ff.; KRAMER 1989: 157 ff.; vgl. auch KOJALEK 1990: 75 ff). Neben

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