Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 28. (2004) (Szombathely, 2004)
Régészet - Gál Krisztián–Molnár Attila: „Sé-Doberdó. Az 1998-as és 2001-es ásatások vaskori leletenyaga”
GÁL К. és MOLNÁR A.: "Sé-Doberdó. Az 1998-as és 2001-es ásatások vaskori leletanyaga" Das Haus 2 ist ein viereckiges, in den Boden vertieftes Gebäude mit abgerundeten Ecken, mit einem Säulenloch an der nordwestlichen, kürzeren Seite. Die Achse des Hauses ist nordwestlich-südöstlich gerichtet, zwischen 2,5—3 m breit (nach Süden breitet sich aus), Das südöstliche Hausende wurde bei der Humusierung durch Arbeitsmaschine zerstört, deswegen ist die genaue Länge des Hauses nicht bekannt. Der Fußboden wurde aus kalkigem Lehm im Großen und Ganzem horizontal verschmiert, — das ist nur teilweise verblieben, darin wurde das schon erwähnte Pfahlloch vertieft, dessen Tiefe vom Boden des Hauses 20 cm ist. Die Durchschnittstiefe des Hauses ist 15—20 cm. Lehmwand kam nicht hervor. Auf dem Boden, ungefähr in der Mitte des Hauses lag ein Schweineskelett, darauf ein Rinderkiefer (Taf 19.). Aus der Einfüllung kamen große Mengen von Keramiken, Tierknochen, Eisenstücken, Glasschmücken (Perlen, Ringe) (Taf. 42—44.) ans Tageslicht. Die Keramikfragmente sind zum größten Teil mit Kammstrich verziert, außerdem kommen nur ein paar andere Verzierungen hervor. Solche sind die plastische Rippe mit Fingereindrücken verziert (42/8), die Wulste (43/3), die Kannelüre (43/4) beziehungsweise die kreuzförmige, eingeglattete Verzierung, die auf einem Bodenfragment zu sehen ist (43/1). Die Formen sind verhältnismäßig weniger abwechslungsreich. Die Bruchstücke mit Kammstrichverzierung gehören zu derselben Formengruppe (dickbäuchiger Topf mit abgerundetem Rand: 42/15; 43/10;44/l, 4). Den Unterteil dieser Gefäße bedeuten die ähnlich verzierten Fragmente (ohne Fußscheibe: 42/18; 44/9 beziehungsweise mit kleiner Fußscheibe, ohne Verzierung: 436/9; 44/2). Schüssel mit eingezogenem Rand kommt auch hervor (42/12, 13, 16; 43/8, 11). Auf Grund seiner breiten Form war das Fragment 42/17 vermutlich Unterteil einer Schüssel. Außerdem kamen noch die Bruchstücke einer Schüssel mit abgerundetem Rand und gerader Wand (42/14 und 43/7 — diese Form kam in einem anderen Objekt, im Fl aus 6 in größerer Zahl) zum Vorschein. Zu den Kleinfunden gehören die Ringe (42/2, 5, 6 — die zwei letzteren mit schrägen Einschnitten verziert), die Perlen (42/3, 4) beziehungsweise ein Gegenstand aus Eisen, der wahrscheinlich Teil eines Messers war (42/7). Für das Fundmaterial des Hauses sind die Töpfe mit Kammstrichverzierung charakteristisch (gleichzeitig fehlen in dem Fundmaterial die Schüsselfragmente mit Sförmigem Profil). Die Datierung der Form und der Verzierung ist im Allgemeinen LT С (HUNYADI 1942-44: 141-2; BKNADÍK 1961; GOLDMAN 1971: 56; JhKKM et al. 1984-85: 74), obwohl sie auch aus den Fundzusammenhängen der LTB2 bekannt sind (S'/ABÓ et al. 1997; TAN'KÓ 2001: 61). Parallel zum Fundmaterial von Sé muss das Haus 173 in Sopron mit ähnlichem Fundmaterial unbedingt erwähnt werden. Neben den grafitierten 'Töpfen mit Kammstrichverzierung hat auch das Fragment unter 43/4 seine Parallele in diesem Haus (JKKKM et al. 1984-85: 6, 21. Abb. /7). Die Anwesenheit des Randes unter 43/5, der T-artig verdickt ist, weist gleichzeitig schon auf die späte LT hin, so kann das Haus 2 alles in allem auf LT C2/D1 datiert werden. 'Zuletzt ist noch das Fundmaterial KE 5 zu erwähnen ('Taf 16; Taf. 45—47.), das eigentlich vereinzelt hervorkam, jedoch gibt es hier solche Verzierungen, die nirgendwo im ganzen Material auffindbar sind und für die LT D-Periode charakteristisch sind (zum Beispiel eingeglattete Wellenlinie). Hier kam der einzige Omphalos (46/5) beziehungsweise eine Kopfbedeckung (46/7) zum Vorschein. Ebenfalls sind die Töpfe mit T-artig verdicktem Rand (46/4, 8) für die späte LT typisch. Als Zusammenfassung der oben Erwähnten können wir sagen, dass der Fundort Sé zu den in der 'Zeit gewöhnlichen, dörflichen Siedlungen gehört, die aus wenigen Häusern bestanden. Ein Teil des Fundmaterials kann auf die zweite Hälfte der späthallstättischen Periode datiert werden, darauf folgt - nach der Übergangsperiode Späthallstatt — Früh-La Tène — der quantitativ größte Fundhorizont, die LT B2-Periode. Ein einziges Haus vertritt die LT C2/D1-Periode, die späte LT-Zeit ist aber nur vereinzelt anwesend, wenigstens auf dem durch die Ausgrabungen betroffenen Gebiet. Die wissenschaftlich wichtigste Periode der Siedlung von Sé ist ohne Zweifel die Übergangsperiode Späthallstatt - Früh-La lene. Besonders wichtige Funde hinterließen die Skythen, die zu derfrüheisenzeitlichen Bevölkerung friedliche Beziehungen unterhielten; ferner sind auch die Funde aus dem Haus 6 von hervorragender Bedeutung die auf die frühesten keltischen Periode datierbar sind; sie beweisen nämlich — mit Metallfund unterstützt — dass die Funde des LT A- Florizontes auch von der Donau entfernt vorkommen. Wir sind unseren Professoren Dr. Miklós Szabó und Dr. Gábor Vékony Dank schuldig, die uns bei der Bearbeitung und Deutung des F'undmaterials behilflich waren. Hiermit möchten wir uns bei Csilla Farkas, Gábor Ilon und Ottó Sosztaritsfür die Überlassung des Veröffentlichungsrechts beziehungsweise für ihre Hilfe während unserer Arbeit im Museum bedanken. 166