Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)
Néprajz - Petrić Mario: A tetoválás és a kauterizálás – néhány antik forrás a balkáni népek néprajzához
Es darf nicht vergessen werden, dass auch wenn es in einem Dorf eine Schule gab, sie nur wenige Kinder besuchten. 1780 erklärte der Magister in Egyházrádóc, der aus Egyházashollós stammende Ádám Mészáros, dass er keinen Hilfslehrer hätte, weil er keinen brauchte, da wenige Kinder in dem Dorf lebten, und nicht einmal diejenigen, die die Schule besuchen könnten, dorthin kämen. 65 Die Kinder besuchten die Schule meistens nur im Winter. 1770 lernten sieben Kinder im Winter in Egyházashollós, aber nur ein einziges Kind in Sommer; in Egyházasszecsőd kamen in die „scola" 15 Kinder im Winter und nur 5 im Sommer. In Gaas lehrte der Magister 20 Schüler im Winter, aber keinen im Sommer. Nur der Meister von Moschendorf meldete 70 Kinder, was man kaum glauben kann, da sogar in Könnend der Magister nur 60 Schüler hatte. Damals lebten 310 Familien im Marktflecken, so schickte nur jede fünfte Familie ein Kind in die Schule. 66 Vom Ende des 18. Jahrhunderts kennen wir die Liste derer unterrichteten Schulkinder, „welche in der allhiesig Könnender Schull gelehrnet worden sind". Der Magister wollte mit diesem Register wahrscheinlich seine Verdienste um den Unterricht dokumentieren, leider unterliess er aufzuschreiben, wieviel Jahre lang er die Erwähnten lehrte. Von den 140 Schülern waren 49 Mädchen, also mehr als ein Drittel. - Das für die Mädchen neuerbaute Schulzimmer blieb nicht leer. 67 Auch wenn ein Kind die Schule besuchte, war es überhaupt nicht sicher, ob es auch das Schreiben gelernt hatte. Viele Schüler, vielleicht die meisten, lernten nur lesen. 1756 bekam der Könnender Schulmeister „a puero non scribente" 25 Denar in drei Monaten, von denen, die auch schreiben lernten, dreissig. 68 Möglicherweise haben auch diejenigen, die schreiben lernten, die Buchstaben später, wenn sie das Schreiben nicht übten, wieder verlernt. Wir sollen aber nicht vergessen, dass die Kinder aus der Körmender Gegend nicht nur in den lokalen Schulen lernen konnten. Viele Eltern wollten ihren Kindern eine bessere Bildung sichern, als die Körmender Schule oder die Dorfschulen sie geben konnten. Der Waise des mächtigen Körmender Verwaltes, György Falusi, liess seinen Bruder „in entfernten Schulen, jenseits der Donau" erziehen. Mihály Szokoly und seine Frau (die später die Geliebte des Körmender Magisters wurde), schrieben dem Gutsherrn über die Waisen ihres Schwagers, Mihály Magiaricz Szabó: „ein Sohn lernt in der Schule zu Samarja (Komitat Pozsony-Pressburg), der andere hier," in Körmend. 69 Wichtig war die Anziehungskraft der katholischen Mittelschulen der benachbarten Städte auf die Söhne der Kroatischen Bauern. 1785 wurden die Hörigensöhne nach ihrem Aufenthaltsort konskribiert. Meistens arbeiteten sie in einer Bauernwirtschaft, einige waren Handwerksgesellen, aber in den kroatischen Dörfern finden wir auch Schüler, die anderswo lernten. Es ist besonders bemerkenswert, dass wir eben nur in den kroatischen Dörfern, wo das Analphabentum sogar im 19. Jahrhundert noch sehr stark war, weiterlernende Jungen finden, und sonst nirgendswo. Ein 15jähriger Junge von Felsőberkifalu, ein 12- und ein 15jähriger von Horvátnádalja lernten in Steinamanger (Szombathely), über den Sohn des Richters von Harasztifalu schrieben die Verwalter in das Urbar nur so viel, dass er „Student" war. Er studierte in den höheren Klassen irgendeines Gymnasiums, vielleicht in Güns, die anderen Jungen besuchten wahrscheinlich das 1772 gegründete Kleingymnasium der Franziskaner in Steinamanger. 70 Besonders bemerkenswert ist für diese Frage ein Antrag aus dem kroatischen Dorf Horvátnádalja, aus dem Jahre 1778. Der Klänger war dem dortigen Wirt schuldig, und deshalb fuhr er Anfang der 1770-er Jahre zweimal Lebensmittel für die Kinder des Wirtes nach Güns (Kőszeg), die dort die Schule besuchten, und zum drittenmal, musste er den Schülern diese Versorgung nach Steinamanger bringen. Als aber er zum viertenmal mit 196