Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)

Régészet - Fekete Mária: Késő-hallstattkori lakóház leletmentése Csöngén

Jahre alt gewesen sein als er in den zweiten Stand der Reichsaristokratie aufgenommen wurde, wodurch sich auch die Bahn zur militärischen Karriere eines Oberoffiziers vor ihm eröffnete. Er machte sich doch nicht gleich daran, die Stufen der très militiae zu besteigen, um sich zu den Machthabern des ganzen Reiches zu erheben. Zuvor hatte er noch ein Jahr lang die höchste öffentliche Würde von Pannónia Superior erfüllt : er war zum sacerdos arae Augustorum worden, der in dieser Eigenschaft seinen Sitz wieder einmal in Savaria gehalten und auch den Posten des Vorsitzenden der Provinzversamm­lung innhatte. Ihm wurden alle Äußerlichkeiten der Macht zuteil : er trug eine purpurge­ränderte Toga wie die Senatoren - auf der Straße begleiteten ihn Lictoren, wie es einem Consulen galt -, im Amphitheatrum war er Ehrenvorsitzender der Spiele und verfügte über Leben und Tod. Die hohe Würde bedeutete aber nicht nur glänzende Äußerlichkei­ten. Als Vorsitzender der Provinzversammlung war er tagtäglich im Statthalterpalast bewandt, er schrieb und erhielt Berichte über die Reichsidee - die Angelegenheiten der Kaiserehre -, und in Ausnahmefällen war er sogar berechtigt, sich unmittelbar an den Kaiser zu wenden. Dasselbe galt für den Fall, wenn immer der Statthalter Mißbräuche und Regelwidrigkeiten beging 51 . Wir wißen es nicht genau, wieviel Zeit von der Einfüllung der Oberpriesterwürde bis zum Beginn der militärischen Karriere vorbeiging. Es dauerte sicherlich nicht zu lange. Nach 212 finden wir Faustinianus bereits außerhalb der Provinz. Er diente als Tribunus einer Legion im benachbarten Dacia, seine Einheit, die legio XIII Gemina war in Apulum stationiert, später führte er einen Cohors aus tausend Mann in der Provinz Moesia Inferior an der Küste des Schwarzen Meeres. Sein dritter Dienstort lag in Nord -Afrika, wo er schon am Spitze einer ala milliaria stand. - Nachher kehrte er am Ende des Jahrzehnten als bejahrter, erfahrener, weltgereister Mann nach Pannónia zurück. Sein Gut in den Städten der Bernsteinstraße, das in seiner Abwesenheit von Freigelassenen behandelt worden war, hatte sich während der Jahre des Militärdienstes wahrscheinlich nur noch vermehrt wie auch er selbst zu neuen, auch geschäftlich nützli­chen Verbindungen gelangt hatte. Nach der Rückkehr siedelte er wahrscheinlich endgül­tig in Carnuntum, der Hauptstadt von der oberen Pannónia ab. Nach dem Ablauf eines so aktiven Lebens entsprach diese Stadt dem 60-65 Jährigen aus mehreren Gesichts­punkten viel mehr als das damals wieder hinuntergesunkene Savaria 54 , oder das noch in der Kinderzeit verlaßene und nicht minder Sympthome eines wirtschaftlichen Rückgan­ges aufweisende Poetovio 55 . Carnuntum erspürte die Krise weniger, hier wirkte noch die Konjunktur, die in der Severerzeit aus den vermehrten Einkünften der Armee entstand 56 , hier konnte also Faustinianus zu seinen bewährten Geschäften zurückkehren. Als römi­scher Ritter konnte er nach einer militärischer Laufbahn - im gesamten Reiche zählte sie sich keineswegs zu den Seltenheiten -, die höchste gesellschaftliche Anerkennung in Pannónia genießen. Hier verlieh ihm auch der Ritterstand eine höhere Prestige und als ehemaliger Oberpriester der Provinz fand er sicherlich auf keinen Konkurrenten. Er nutzte wohl die Vorteile, die sich aus seinem Range ergaben : er nahm an den Sitzungen des concilium provinciáé, sowie an den feierlichen Zeremonien des Kaiserkultes teil; er schloß sich der Arbeit der Decurio-Körperschaft zu, entschied über öffentliche Bauarbei­ten und Personenfragen. Seine Meinung nahm auch das officium der Statthalterei in Betracht, seine hohe Position ermöglichte, daß er in allen gemeinnützigen Fragen Mei­nung äußern und im Notfalle Stellung nehmen konnte. Die Handwerker der beiden Städte - zu den er so weitreichende Verbindungen hatte -, betrachteten ihn gewiß nicht als bloßen Geschäftspartner, sondern als eine Persönlichkeit, die himmelhoch über ihnen steht und von der man die Lösung vieler Fragen vom allgemeinen Interesse erhoffen konnte. Die Inschrift an der Rückseite der Basis von Carnuntum 57 weist darauf hin, daß die Leitung des Handwerkercollegiums mit dem praefectus an der Spitze bestrebt war, 149

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