Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 11-12. (1977-1978) (Szombathely, 1984)

Néprajz - †Bárdosi János: A festett díszítésű házormokról és a hegyhátszentpéteri tájházról

ÜBER DIE BEMALTEN HAUSGIEBEL UND DAS HEIMATHAUS VON HEGYHATSZENTPÉTER t J. BÁRDOSI Das letzte Wohnhaus mit farbigem, bemaltem Giebel auf dem Bergrücken von Vas befindet sich in Hegyhátszentpéter, Békestr. 86 und funktioniert seit 29. Oktober 1978 als Heimathaus mit musealer Aufgabe. Das Haus ist heute eines der wertvollsten Volksbaudenikmäler der Region, hauptsächlich infolge des reich verzierten Holzgiebels. Leider fielen die ähnlich verzierten Giebel der Umgebung der Modernisierung zum Opfer. Diese sind nur noch in der Fach­literatur erwähnt, woher man weiss, dass im Komitat Vas 6, in Zala 10 und in der der Göcsej benachbarten slowenischen Murgegend 3 Dörfer mit Häusern mit bemalten Giebeln existierten. Die gesägten, geschnitzten Giebelornamente wurden von Zimmerleuten des Volkes und die bemalten von Tischler-Malermeistern — den Nachfolgern der Menisatoren — hergestellt, als später Nachlass der Blumenrenaissance. Die letzteren sind wertvoller, weil seltener und variationsreicher. Die geschnitzte Verzierung der Balken des Halbgiebels nimmt in unserem Gebiet in der ersten Hälfte des 19. Jh. ihren Anfang, aber die Bemalung der Giebelbretter mit Blumendekor verbreitete sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Früher war die Giebelverzierung stilisiert, und erst später wurde sie natu­ralistisch und immer vielfältiger. Die bemalten Giebel mit ähnlichen Motiven zeugen von der Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit desselben Meisters. An­hand dieser Tatsache konnten die Forscher im erwähnten Gebiet die Tätigkeit von zwei völkischen Meisterkreisen klären. Mit Hilfe des Vergleichsmaterials bzw. der Motive konnte festgestellt werden, dass der Hersteller des Holzgiebels des Wohnhauses von Hegyhátszentpéter der Tischler-Maler János Tőke war, der in dieser Gegend in den Jahren 1869—1891 hochwertig tätig war. Die Tätig­keit von 22 Jahren des Volkskünstlers und seine Entwicklung war vor andert­halb-zwei Jahrzehnten noch an den damals stehenden Häusern — zum Glüdk — sehr schön zu studieren. Wir bemühen uns beinahe seit zwei Jahrzehnten um die Rettung der Häu­ser mit den schönsten bemalten Giebeln auf dem Bergrücken, aber leider mit wenig Erfolg. Ihre Besitzer trugen sie imit den 1960-er Jahren anfangend der Reihe nach ab, um an ihrer Stelle neue, den gewandelten Erforderungen ent­sprechende Vohnhäuser erbauen zu lassen. Um die abgetragenen bemalten Giebelbretter kümmerten sie sich kaum ; deshalb besuchten wir diese Wohnhäu­ser und vereinbarten uns mit den Besitzern, dass wir ilm Falle des Albtragens den bemalten Holzgiebel für das Museum ankaufen. So gelang es, einige von ihnen dem Savaria Museum zu erwerben. Das Wiederaufbauen und Zeigen der hereintransportierten Hausgiebel werden im Raum der II. Etappe des Muse­umsdorfes Vas stattfinden. Die in Zala abgetragenen bemalten Hausgiebel ka­men ins Dorfmuseum Göcsej. 294

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