Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 11-12. (1977-1978) (Szombathely, 1984)

Néprajz - †Bárdosi János: A felsőszölnöki szlovén füstösház

/ DAS SLOWENISCHE RAUCHHAUS VON FELSÖSZÖLNÖK (Erfahrungen beim Abtragen eines Hakenhauses mit Rauchküche) t J. BÁRDOSI Die Themenbeieichnung will schon zeigen, dass wir in unserer Abhand­lung ein solches slowenisches Rauchküchengebäude vorstellen, das nach den während des Abbaus gewonnenen Erfahrungen ursprünglich als Rauchhaus erbaut worden war, wahrscheinlich in der zweiten Hälfte ties 18. oder am Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Verbreitungskreis des Rauchhauses erstreckt sich zu uns aus Österreich aus den Alpenländern, Ibesonders aus der Steiermark und aus Slowenien. Aus diesem Bereich kennen wir — als einen für die steirische und slowenische Bevölkerung charakteristischen Haustyp — ein rei­chliches Material, hauptsächlich aus den grundlegenden Werken der Volks­kundefachleute des deutschen (österreichischen) Sprachraums und aus den Abhandlungen der slowenischen Forscher. Bezüglich Ungarns geben am frü­hesten die Beschreibungen aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts Anhalt­spunkte zum Studieren der slowenischen Raudhhäuser. Mehrere Forscher be­fassten sich schon mit der Problematik der Entstehung, der Verbreitung und der Weiterentwicklung der ungarischen Varianten dieses Haustyps. In den letzten Jahren wird ja das Interesse für das Thema immer lebhafter, was auch auf die neueren Angaben zurückzuführen ist, die im Verlaufe der für die ethnographischen Freilichtnuuseen des Landes bestimmten fachmässigen Ge­bäudeabtragungen gewonnen worden sind. Im Berührungsgebiet der tirei Sta­atsgrenzen kann man wohl mit vielerlei Beziehungen und Entsprechungen bei den Rauchhäusern rechnen, aber innerhalb des Typs sind auch regionale Va­rianten im österreichischen, im eloweniischen oder im ungarischen Bereich an­zunehmen. Die regionale Variation wirkte beim späteren Werdegang der Rauch­häuser, bei ihrer Weiterentwicklung und Modernisierung, also beim Übergang zu Gebäuden mit Rauchküche offensichtlich in noch stärkerem Masse aus. Das eingehendere Studieren des von uns untersuchten Hauses dokumen­tiert genauso die Weiterentwicklung und eine Art Modernisierung eines Re­gionaltyps. Das Rauchhaus ist ein den höher entwickelten, mit zwei Feuerstellen ver­sehenen Rauchküehen ausgestatteten Wohngebäuden auch 'zeitlich vorausge­hender, aus einer, meistens aus mehreren Räumlichkeiten bestehender Haus­typ, wo keine Stube mit Ofen vorhanden ist, sondern hur eine Feuerstelle (Backofen mit Feuerbank), wo der einzige geheizte Raum die Funktionen der späteren Stube und Küche gleichermassen versehen hatte. In dieser ziemlich rauchbeladenen Räumlichkeit hatte man gekocht, gebacken, gebraten, gear­beitet und geschlafen. Es ist nicht zufällig, dass diese Räumlichkeit immer sehr geräumig war. Dennoch hatten sich der Ort des Kochens und der des Wohnens verhältnismässig gut von einander getrennt. Der Backofen mit der Heizibank stand in der Nähe der Tür, damit der Rauch leichter entweicht. Der auf der Heizbank und im Backofen entstandene Rauch konnte nur durch die Tür — eventuell durch das Rauchloch darüber — und durch die mit Schubfenster­274

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