Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 9-10. (1975-1976) (Szombathely, 1980)

Helytörténet - Szövényi István: A kőszegi kálvária templom története

26. Vjkv. 1739. márc. 6. 40. 1. 27. Vjkv. 1759. jan. 12. 471—472. 1. 28. Vjkv. 1762. júl. 30. 271—272. 1. 29. Vjkv. 1739. ápr. 14. 54. 1. 30. Vjkv. 1753. nov. 16. 332. 1. BAUGESCHICHTE DER KALVARIENKIRCHE VON KŐSZEG ISTVÁN SZÖVÉNYI Das Stadtbild von Kőszeg wird von der auf dem Berggrat um die Siedlung (393 m) stehen­den Kalvarienkirche malerisch erhoben und beherrscht. Das Gebäude repräsentiert, durch die echte Verwendung seiner barocken Struktur- und Zierelemente, sowie infolge seiner wirkungs­vollen Hineinkomponierung in die Landschaft einen Wert ohnegleichen in seiner Art. Die Dreitürme-Einheit der Fassade der Nord-Süd-orientierten, eine runde Apsis habenden Kirche ist durch Voluten verbunden. Die Helme der beiden ursprünglichen Zylindertürme sind mit Holzschindeln gedeckt, während der nach einer Feuersbrunst im vorigen Jahrhundert erbau­te, herausragende quadratische Mittelturm einen mit Kupferplatten gedeckten Zwiebelhelm trägt. Die Hauptfassade ist durch zwei Tore, halbkreisförmig abgeschlossene Fenster und drei Kruzifixe gegliedert. Die Korpusse aller drei Kreuze sind Holzschnitzerarbeit von künstleri­schem Wert. Am Fusse des Kreuzes Christi stellen die erneuerten Gipsstatuen der leidtragenden Mutter, der Magdalena und des Johannes die Golgotha-Szene dar. An der Westseite der Kirche befindet sich eine Eremitenwohnung. In der Nähe des Gebäudes steht eine kleine Kapelle aus 1715, dem Hl. Donatus geweiht. Der Bau der Kalvarienkirche nahm 1729 infolge eines Gelöbnisses gelegentlich einer Peste­pidemie 1712 seinen Anfang. Zu den Baukosten haben der Palatin Miklós Pálffy, die Stadt Kő­szeg und ihre reichen Bürger auch ihren Beitrag entrichtet. Die Bevölkerung fuhr den Grossteil des Baumaterials in ihren eigenen Händen oder kostenlos zum Ort. Anfangs hat man lediglich die Arbeiten der das Heilige Grab aufnehmenden kleineren Kapelle beendet, und man begann erst im Besitz des ausreichenden Geldes und Baumaterials mit dem Bau der Mauern der heutigen Kirche. So wurde die ursprüngliche kleine Kapelle bereits überflüssig und gliederte sich in die grössere Kirche hinein. Das Gebäude selbst wurde 1735 fertig, aber das äussere Verputzen und der Bau der beiden Fassadentürme folgte erst 1740. Die Einrichtung der Kirche als Geschenk der Stadt und der Gläubigen — wurde von Tisch­ern, Malern und Holzschnitzern des Ortes schrittweise hergestellt. Der Altar zum Heiligen Grab Hess die Stadt machen; bald errichtete man je einen Altar dem Hl. Florian, dem Schutzpa­tron gegen Feuersbrunst und dem Hl. Donatus, dem Patron der Weinberge. Die Einrichtung wurde 1740 mit einer Orgel und mit einer Kanzel ergänzt. Den Weg zur Kirche entlang standen anfangs 8 Holzkreuze mit Szenen aus der Leidensge­schichte. 1762 kamen Rokoko-Stationenreliefs in die Kapellchen am Wege. Beim Bau der neuen Stationen 1910 wurden diese in die Ringmauer des Gartens der Eremitenwohnung appliziert. Der Küsterdienst wurde 1735—1847 von Eremiten versehen. Sie sorgten für die äussere und innere Instandhaltung der Kirche. Für ihren Lebensunterhalt wurde von der Stadt durch Natu­ralien und von den Gläubigen durch Spenden gesorgt. Es war ihre Pflicht, im Winter und im Sommer fleissig läuten, um den Hagelschlag auch dadurch von den Weinbergen fernzuhalten. Der erste Eremit war der während seiner Wanderschaften nach Kőszeg geratene Maler Graf Heinrich Wels. 268

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