Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 7-8. (1973-1974) (Szombathely, 1979)
Természettudomány - Schmidt Egon: Adatok Vas megye kisemlősfaunájához baglyok táplálékvizsgálata alapján
13), Marmorperlen in größerer Anzahl in den Funden II und V (Taf. 7, 13; 13, 39), ferner Griffdornmesser in den Funden II und III (Taf. 4, 30, 32, 34; 11, 15). Zur Datierung können mehrere Typen herangezogen werden, so die Mohnkopfnadeln, die in den Depotfunden des Kurd-Horizontes noch fehlen und in jenen des Horizontes RomándPodhering von solchen mit kugeligem und in einem kleinen Dorn endenden Kopf abgelöst wurden. Armbänder, wie sie besonders im Fund II in größerer Anzahl vertreten sind, aber auch in den Funden III, IV, V liegen, fehlen ebenfalls noch in den Kurd-Funden. Die kleinen Ringe und die Marmorperlen sind eine Eigenheit der Ság-Berg-Funde und mögen mit der Tracht zusammenhängen. Die Tüllenbeile mit Pseudolappen tauchen zwar in etwas anderer Form, vereinzelt auch schon früher auf, doch fällt ihre allgemeine Verbreitung in die Zeit der Ság-BergFunde. Die oberständigen Lappenbeile fehlen noch in den Kurd-Funden, da diesen die mittelständigen eigen sind, oder aber enden die Lappen noch etwas unter dem Nacken. Die Sicheln mit breiter Klinge und Loch an der Griffzunge fehlen in den Kurd-Funden. Zur Zeit der Depotfunde vom Ság-Berg wurden die Griffzungenmesser von den Griffdornmessern abgelöst. Alle diese Typen, die diese Funde verbinden, weisen Eigenheiten auf, die speziell für diesen Horizont charakteristisch sind. Sehen wir. uns auch andere Typen an, die nur in ein-zwei Exemplaren im einen oder im anderen Fund vorkommen. Da sind vor allem die drei großen, leider äußerst schlecht erhaltenen Stillfried-Hostomice Tassen zu nennen (Abb. 4, 1—2). Nach der Aufzählung von G. v. Merhart, war ihre Streuung eine ziemlich große ; 7 typologisch sind sie nicht ganz einheitlich. Er unterscheidet „typische Formen", wie die von Stillfried und Hostomice, „Nebenformen", „mitteleuropäische Formen" und „doppelkonische Schalen und Tassen". Die Form der drei großen Tassen vom Ság-Berg Fund I unterscheidet sich in einem Detail von den Stillfried-Tassen : ihre Henkel enden an zwei Stücken an der Außenwand in einem Dreieck mit geschwungenen Rändern und solche Henkel sind eher eine Eigenheit jener Formen, die G. v. Merhart unter der Bezeichnung „Becken-Tassen", wie z.B. die von Donja-Dolina oder von Este und Novilara, zusammenfaßt. 8 Solche Henkel mögen eine „südliche" Eigenheit darstellen, was durchaus nichts Außergewöhnliches darstellt, da man immer mehr typologische Merkmale in der Metallurgie der Spätbronzezeit Westungarns entdeckt, die nur mit dem Einfluß italischer Strömungen erklärbar sind. G.v.Merhart datierte diese Tassen in die „jüngere Urnenfelderzeit", in „Böhms Gruppe Stitary-Hostomice", in die „nordische Per. V." 9 H. Müller-Karpe datiert solche Tassen in die Periode H В 3, doch wird man diese Datierung überprüfen müssen, nämlich ob sich nicht typologische Unterschiede zwischen jenen seiner Stufe H В 2 und В 3 abzeichnen. Wenn man nämlich seine typologischen Tafeln vergleicht, so sind solche Tassen am Ság-Berg an jenen Horizont gebunden, die mit den oberständigen Lappenbeilen, den großen und kleinen Mohnkopfnadeln, den mit Strichelchen verzierten Armbändern, den Griffdornmessern, den Tüllenbeilen mit Pseudolappen auftauchen. ' ° Auch datiert der Autor den Fund von „Celldömölk", unseren Fund III, in die Per. H В 2 und, ' ' wie wir gesehen haben, sind alle fünf Funde gleichzeitig. Seine Datierung der Nadeln mit kleinem Mohnkopf in die Stufe H В 3 wird man auch nicht ohne weiteres zustimmen, wenigstens was Ungarn betrifft, da in den Ság-Berg-Funden sowohl solche mit großem und mit kleinem Mohnkopf vorkommen : Funde I und V. ' 2 Man kann die Feststellung auch anders formulieren : entweder waren beide Nadelformen teilweise gleichzeitig, oder gelangten die Depotfunde am Ság-Berg in die Erde, als jene mit großem Kopf von jenen mit kleinem abgelöst wurden. Ohne die Feststellungen von H. Müller-Karpe mit einem Fragezeichen versehen zu wollen, möchten wir nur andeuten, daß es sich offenbar um zeitliche Verschiebungen zwischen den süddeutschen und westungarischen Gebieten handelt, und so die Synchronisierungen noch zu mancher Debatte Anlaß geben können. Die zeitlichen Horizonte, wie sie sich durch Depotfundgruppen abzeichnen, erstrecken sich manchmal auf verhältnismäßig kleine Gebiete, und auch innerhalb des Karpatenbeckens scheinen kleine zeitliche 89