Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 5-6. (1971-1972) (Szombathely, 1975)
Néprajz - Bárdosi János: Rovásfák mint perdöntő bizonyítékok
stehen uns nicht nur die Kerbhölzer zur Verfügung, sondern auch das vollständige Aktenmaterial des Prozesses, der vom ,,Zieglermeister" Ferenc Pék, Ziegeleibesiitzer von Szombathely, einem, gewissen József Hetyey, Schneidermeister von Szombathely, am 26. Julli 1866 angelhängt worden war, der zu seinem in der Poststrasse aufzubauenden Haus — zu einem im voraus abgemachten Preise — teils eine schriftliche Anweisung, teils Kerlbhölzer benutzend durch Fuhrleute Ziegel hatte transportieren lassen, afber nur einen Bruchteil der aus der Ziegelei abtranspoirtierten Ziegelmenge bezahlt hatte. Aus dem Alktenmaiterial werden wir hauptsächlich die die Kerbhölzer betreffenden Teile besprechen. Dieser dem Anschein nach bedeutungslose Prozess war gerade wegen der Anwendung von Kerbhölzern kompliziert geworden. Aus der Klageschrift, aus den Gerichtsverhandlungs- und Zeugenverhörprötokollen, aus den Einsprachen und Berufungen der Verteidiger des Klägers und des Geklagten halben wir viele Angaben, Meinungen zum Vorschein gebracht, die nicht nur für die Forscher der Zalhlkerhhölzer wertvoll sind, sondern auch aus dem Gesichtspunkt der Kulturgeschichte von Belang sind. Die Diskussionen der Verteidiger und ihre Berufungsschriften spiegeln besonders schön wider, welche Meinungen man über den Gebrauch der Kerbhölzer in den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Szombathely finden kann. Die zu besprechenden Fuhrwerkerlkerbhölzer sind durchwegs Zwillingskerbhölzer bzw. Spaltkerbhölzer, von denen hier nur die Hälfte, der Kerbkopí, publiziert wird, da der anschliessende Kerbstiel nicht mehr vorhanden is. Letztere waren auch während des Prozesses nicht zum Vorschein gekommen. Die Kerbhölzer waren aus Nadelholz, da es leicht zu spalten ist; nur eine einzige kleine Akazienlatte gibt es darunter — Katalognumnier 72.27.6. —, die zwar etwas otberflächlich beschnitzt ist, aber mit dem schönsten Anpassen des Kerbstiels. Auf einem jeden Kerbkopf sind — mit Tinte geschrieben — die Namen und Zahlen des Fuhrmanns oder der Fuhrleute zu sehen. Die eingeschnitzten Kerbzeichen zusammenfassend können wird feststellen, da&s auf Kerbkofp Nr. 1. 50, auf 2., 3. und 4. je 30, also 90, auf 5. 15, auf 6. 5 Einheiten eingetragen sind. Auf den beiliegenden 6 Kerbköpfen kommen also insgesamt 160 Einheiten vor. Das Kerbholz Nr. 6. ausgenommen — wo die Zeichen zehn (X) und fünf (V) angewendet sind — bedeutet eine jede eingeschnittene Einkerbung eine Einheit. Eine Einheit bedeutet — wie es später zu sehen wird — 100 Stück Ziegel. Auf diesen Kerbhölzern wurde also nicht die Zahl der Frachten, sondern die abtransportierte Ziegelquantität, pro 100 Stück, angegeben. Alldas ist auch aus dem untenstehenden Verzeichnis des Zieglers Ferenc Pék ersichtlich, wo er die aufgrund der beigelegten 6 Kerbhölzer albtransportierte Ziegelmenge zusamimengefaisst hat: „VERZEICHNIS der aus dem zweiten Brennen stammenden, durch die Fuhrleute von József Hettyey aufgrund der gewöhnlichen Kerbhölzer abtransportierten Ziegelquantität, wie es aus den hier von Nummer 1. bis 6. beigelegten Kerbhölzern ersichtlich: 320