Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 39. (Szekszárd, 2017)

Losonczy Tóth Árpád: A felsőnyéki Magyar család krónikája, 1830–1869

ÁRPÁD LOSONCZY TÓTH Gedächtnis von bedeutenden Sachen und Geschichten Aufzeichnungen von zwei Generationen der Familie Magyar aus Felsőnyék (1830-1869) Zum Themenkreis der bäuerlichen Schriftform gehören sämtliche solchen gelegentlichen Aufzeich­nungen, seien es in Gedicht- oder Prosaform entstandene Schriften, welche die einst gelebten Dorf­leute meistens für sich selbst, bzw. ihren Familienmitgliedern, seltener auch für die breite Öffentlich­keit veröffentlichten. Mit ihrer Schrift hatten sie das Ziel, die erlebten Ereignisse für die Nachwelt zu verewigen, bzw. über die von ihnen erkannten wichtigen örtlichen und zentralen Geschehnisse zu berichten. Eine der gehaltreichsten und wertvollsten prosaische Ausdrucksform ist das bei uns An­fang des 19. Jhr-s erschienenen Tagebuch, bzw. die Bauernchronik. Von der zweiten Hälfte des 20. Jhr-s erhöhte sich der Anspruch in Ungarn für die Rückerinnerungen aus dem 19. Jahrhundert zur Darlegung und Verewigung der alten bäuerlichen Lebensform. Ab den 1970-er Jahren kamen immer mehrere bäuerliche Aufzeichnungen, Tagebücher zur Verarbeitung. Diese unübertrefflichen Quellen der bäuerlichen Schriftform spiegeln nicht nur die kämpferischen Alltage des alten harten Fronbauerlebens zurück, sondern man kann auch ein Bild über das innere Leben, Sitten, Verhaltenskultur und Feste des Bauerntums machen. Diese Art von Quellen können durch ihre Heimatforschungs- und Wirtschaftsgeschichtendaten dem gründlichen Kennenlernen einer gegebenen Ortschaft beitragen. Unseres Wissens kamen bisher noch keine, mit Bauernhand geschriebenen Wirtschaftschroniken vom Transdanubien hervor, sie tauchten eher von nordöstlichen Landesteilen der Tiefebene (Komitat Borsod und Zemplén) hervor. Auch vom Transdanubien kennen wir solche Chroniken, welche über die Klima- und Landwirtschaftsverhältnisse, sowie über die Getreide- und Weinernte eines Jahres kurz berichten, sie wurden jedoch nicht von Schriftkundigen bäuerlicher Abstammung, sondern von protestantischen Geistlichen aufnotiert. Zu solchen Aufzeichnungen gehören z.B. die vom János Helle, des reformierten Priester der Gemeinde Alsónyék geschriebene Wirtschaftschronik, welches dann vom Sándor Balázs Kovács im Jahre 1980 veröffentlicht wurde oder die Aufzeichnung von Pal Szabados, des evangelischen Priesters aus Oroszlány. Die vierzig Jahre lang geschriebene und nach schriftlichen Aufzeichnungen gefertigte Kronik der zwei Generationen der Lamilie Magyar aus Felsőnyék, Komitat Tolnau gehört voll und ganz zum Begriffskreis der bäuerlichen Schriftform gegenüber den Wirtschaftskroniken. Sie ist das Handwerk von zwei einfachen Bauerleuten, die mit den Schwierigkeiten der Rechtsschreibung und eines Aufsatzes kämpfen. Die Bedetung dieser Schrift liegt auch darin, daß sie von ihrem Autor in der Mitte der 1840-er Jahre in ihre endgültige Form gefasst wurde. Bisher waren längere Bauernaufzeichnungen aus solchen früheren Jahren noch nicht bekannt. Die Bauerschrifsteller haben ihre Aufzeichnungen vom Anfang des 19. Jhr.-s erst nach Jahrzehnten, in den 1860-er Jahren niedergezeichnet. Nach Durchblättern des stellenweise schwierig lesbaren Heftchen können wir einen Enblick gewinnen, wie zwei Bauernleute - Vater und Sohn aus Felsőnyék die meist bewegten vierzig Jahren des 19. Jhr.-s gesehen haben. 568

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