Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 39. (Szekszárd, 2017)
K. Németh András: Középkori pecsétnyomók és idézőbillogok Tolna és Somogy megyékből
ANDRÁS K. NÉMETH Mittelalterliche Stempelsiegel und Ladungssiegel aus den Komitaten Tolnau und Somodéi Meine Studie stellt zwei mittelalterliche Ladungssiegel und zehn Stempelsiegel dar, welche aus den Komitaten Tolnau und Somodéi hervorgekommen sind, meistens - mit einer Ausnahme - aus kirchlichen mittelalterlichen Ortschaften. Ein von den Ladungssiegeln ist kreisförmig und hat keine Aufschrift, das andere ist oval und mit Aufschrift, die Inschrift ist jedoch unlesbar. Das eine stellt wahrscheinlich Sankt Petrus dar, auf dem anderen läßt sich auch irgendeiner Schutzheilige sehen. Die Form der Stempelsiegel ist abwechslungsreich: vier sind mandorlenförmig, vier rundförmig, je ein ist schildförmig und sechseckig. Sämtliche mandorlenförmigen Exemplare gehörten einst einem Geistlichen, von denen kennen wir Benediktiner, Erzdechant und Dorfpfarrer, das Stück aus Ozora mußte einem Observanten-Guardian aus dem Franziskanerorden gehören. Unter den ehemaligen Besitzern der vier rundförmigen Stempelsiegel (Tiparium) waren zwei Johanniter und ein Leutpriester, über die vierte Person wissen wir wegen des bruchstückhaften Stempelsiegels eigentlich nichts. Der Besitzer des schildförmigen Gegenstandes war der Hofgespan der Abtei in Dömös (curialis comes), der von des sechseckigen Gegenstandes wahrscheinlich ein Geistlicher italienischer Nationalität. Die meisten Stempelsiegel stammen aus den 13-14. Jahrhunderten. Das früheste Stück ist der Stempelsiegel (Triparium) des Hofgespans von Dömös aus den 12. Jhr., das jüngste Fundstück stammt vom Anfang des 16. Jhr.-s aus Ozora. Zahlreiche Fragen werden über den Herkunftsort der Stempelsiegel aufgeworfen, da sich die Gegenstände mit ihren Fundorten nur selten verbinden lassen. Zwei Stempelsiegel waren anscheinend mit Absicht auseinandergebrochen, sie wurden nämlich erst nach dem Tode ihrer Besitzer deponiert. Der Stempelsiegel eines Mitglieds des Johannitenordens tauchte auf dem Ort der Kirche von Gyánt auf, diese Ortschaft hat auch ein Johannitenordenhaus. Der Stempelsiegel des Curialis Comes aus der Präpositur von Dömös kam aus der Ortschaft Pernesz hervor, welches Dorf in der Nachbarschaft der Güter der Dömöser Präpositur lag. Ein Pfarrstempelsiegel, der auf dem mittelalterlichen Ort der Gemeinde Värong hervortauchte, mußte dem Pfarrer des Dorfes gehören. Die Frage läßt sich jedoch schwierig beantworten, wie das Bruchstück des vernichteten Stempelsiegels des Abtes von Csanäd in die Marktflur von Kaposmérő, oder wie der Tiparium des italienischen Bevenuto von Arno in ein Dorf am Fluß Kapos kamen. 257