Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 38. (Szekszárd, 2016)

K. Németh András: Fák és erdők a középkori Tolna megyében

ANDRÁS K. NÉMETH Bäume und Wälder im mittelalterlichen Komitat Tolnau Zuerst kommen die in den Urkunden der an der Flurgrenze der einzelnen mittelalterlichen Dörfer erwähnten Wälder in die Reihenfolge, nach dem Alphabet der Siedlungsnamen geordnet. Die Territorialverteilung der mehr als 70 Wäldererwähnungen ist ziemlich uneben. Etwa ein Drittel der Daten stammen aus den wegen der Naturgegebenheiten sowieso mehr waldreichen Gebieten der Mecsek Gebirge, des Branauer Gebirgsrückens (Hegyhát) sowie dem südlichen Teil der mit denen anschließenden Völgység. Die nächstmeisten Daten kommen von dem Tolnauer Gebirgsrücken und noch immer mehr als zwanzig Daten von der Hügellandschaft bei Kapos-Koppány. Ich stelle die mittelalterlichen Wälderarten der in dem sog. Tripartitum vom Werbőczy geschriebenen Kategorien nach der Ausdeutung von Peter Szabó dar (1. allgemeiner oder gemeinsamer Wald, 2. Maiß oder Niederwald, 3. Mastholz- oder Jagdwald, 4. Gebüsch, also Buschweide, Weidenwald; zuletzt die in den Quellen auch oft stehenden Au (Hag), also auf Moosgebiet hegende und zur extensiven Tierzucht benutzte Wälder). Die Wälder leisteten zahlreiche Nebennutzungen für die mittelalterlichen Menschen. Aus den allgemeinen Wäldern beschafften sie das Bauholz, aus dem Niederwald das Brennholz, die Eichelmast der halbwilden Schweine war auch eine wichtige Ergänzung der extensiven Schweinezucht. Die unterschiedlichen Machthabereien berührten auch die Wälder, oft waren sie widerrechtlich benutzt oder ein Teil ausgeholzt. Die mit den Wäldern und Bäumen verbundenen mittelalterlichen Siedlungsnamen stelle ich in Gruppen dar (Wörter mit der Bedeutung „Wald”; einzelne Baumarten, Ausdrücke bezüglich der Waldausrottung; Waldtiere in den Siedlungsnamen). Bei der Namensgebung der namentlich bekannten Wälder lassen sich unterschiedliche Motivationen betreten. Sie konnten von ihrer Umgebung, Erscheinung, ihren typischen Baumarten, Biosphäre, Rechtseinstufung, von den Geländegegenständen in ihrer Nähe, bzw. von der Siedlung benannt werden, zu der sie gehörten oder in ihrer Nähe lagen. Aus den Quellen und Ortsnamen können wir 26 Baumarten trennen, deren Angaben in erster Linie nach Flurbegangsurkunden, im kleineren Maße nach aus Pflanzennamen gebildeten Ortsnamen ausführlich dargestellt werden. Von den archäologischen Erinnerungen der Baumnutzung können wir nach unseren gegenwärtigen Kenntnissen nur einige Brunnen und Dammwege, sowie einige aus der Einfüllung eines Bonyháder Brunnens freigelegten Holzeimerbruchstückes auflisten, Die Gegenstände der Schlägerung und Holzbearbeitung, die verschiedenen Äxte und Handbeile kommen relativ oft bei den Freilegungen vor, einige von denen werden auch dargestellt. 70

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