Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 38. (Szekszárd, 2016)

K. Tóth Gábor: Késő avar kori övkészlet Báta–Furkópusztáról

GÁBOR K. TÓTH Gürtelvorrat aus der Spätawarenzeit von Báta-Furkópuszta Im Frühling von 2015 hat Zoltán Csikós im Wald von Furkópuszta bei Báta die Stücke eines awarischen Gürtelvorrates gefunden. Nach dem Fund machten wir auch mehrmals eine Ortbesichtigung am Fundort, wo wir dann noch sechs andere Fundobjekte außer dem Überrest des Skelettfundes eingesammelt. Der freigelegte Gürtelvorrat besteht aus 22 Fundstücken. Sechs aus Bronze gegossene rundförmige Beschläge (mit Vogel-/Skorpionfiguren), drei aus Bronze gegossene mit Lilien gezierten Neberiemenzungen, ein aus Bronze gegossene, vergoldete Nebenriemenzunge mit Menschengestalt, sechs aus Bronze gegossene kleine Gürtelbeschläge, zwei aus Bronze gegossene durchbrochene Lochschutzstücke, ein aus Bronze gegossener, vergoldeter Gürtelbeschlag mit durchbrochenem Rankenzier, eine aus Bronze gegossene Hauptriemenzunge mit durchbrochenem Rankenzier, eine aus Bronze gegossene Gürtelschnalle und eine Schnallenkappe bilden das Fundmaterial. Sämtliche Stücke des Gürtelvorrates tragen die Spuren der spätawaren Werkstätte an sich. Die Nebenriemenzungen mit Lilienmotiven, der gegossener Gürtelbeschlag mit Spiralrankenmotiv und die Hauptriemenzunge, die vergoldete Nebenriemenzunge mit Henkelaufhängung wurden auch im 8. Jahrhundert, im letzten Drittel der Awarenzeit gefertigt. Der Gürtelvorrat konnte in den 790-er Jahren, am Ende der Awarenzeit gefertigt werden und vermutungsweise am Anfang der 9. Jahrhunderts in den Boden kommen. Zwei Stücke des Befundes, der Gürtelbeschlag und eine der Nebenriemenzunge waren alle vergoldet. An der Außenseite des Gürtelbeschlags läßt sich die Vergoldung gut herausnehmen (an einigen Teilen, an der Hinterseite sieht man auch den Überlauf. Die mit Menschengestalt gezierte Nebenriemenzunge war an beiden Seiten vergoldet, der Bezug wurde jedoch bereits durch den Zahn der Zeit angefressen. Als eine beste Paralelle der vergoldeten Riemenzunge kann man das Fundstück vom Egyházaskér (Vrbica, Serbien) erwähnen. Die Positur der Menschengestalt ist an beiden Riemenzungen das gleiche, aber auch ihre Bekleidung, Kopfbedeckung und ihr Gürtel sind sehr ähnlich. In beiden Fällen ist je ein schwierig herausnehmbare Tiergestalt am unteren Teil der Riemenzunge zu sehen. Beim Fundstück von Furkópuszta sieht man am Ohrenbereich gegenübersehende Hundeköpfe, bei dem von Egyházaskér sind aber Pferdeköpfe zu sehen. Genauso wie bei der Hauptriemenzunge von Mártély (welche vielleicht den Hirsch von Keruneia einfangende Gestalt von Herakles darstellt), kann das sich zeichnende Bild hier auch einen mythologischen Hintergrund haben. Nach der Ikonographie des Gegenstandes läßt es sich voraussetzen, daß man hier den Kampf von Herakles und Hydra Wiedersehen kann. Die Darstellung der zwölf Aufgaben, mit denen Herakles vom King Eurystheus beauftragt wurde - zusammen mit vielen antiken mythologischen Szenen - konnte man lange, auch bis zum Mittelalter in der byzantinischen und teilweise auch in der europäischen Kultur auffinden, wie wir es bereits bei dem, auf dem Thron des bereits erwähnten Sankt Petrus zu findenden, Herakles- Zyklus vom 9. Jahrhundert sehen konnten. So findet man es nicht mehr so eigentümlich, daß der Sagenheros auch auf einem Awarenfundstück vom Ende des 8. Jahrhunderts oder Anfang des 9. Jahrhunderts erscheint. 41

Next

/
Thumbnails
Contents