Gaál Zsuzsanna - K. Németh András (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 36. (Szekszárd, 2014)

Gaál Attila: 17-18. századi gyűrűk, pecsétgyűrűk és pecsétnyomók Tolna megyéből

„Der an den König - des alle bedürfen, aber er bedarf keiner)8 - (Allah) glaubende arme Mahmud [bin] Ahmed". Auf einem Stempelsiegel (N°13.) von der ehemaligen mittelalterlichen Gemeinde Lak (seit 1620 schon unbewohnt) ist eine gleiche Formel herausnehmbar: „El-fäkir Hüseyn [bin] Abdullah el- väsik bi’l-melikü’l-lah”, welche übersetzt folgenderweise lautet: „Der an den göttlichen König (Allah) glaubende arme Hüszejn [bin] Abdullah”. Die Aufschrift des am Pincehely-Bödönküt gefundenen Stempelsiegel (N°14.) wurde mit einer sehr schöner Schrift gefertigt, welche aber leider nicht eindeutig herausnehmbar, nur der Name seines ehemaligen Eigentümers (Mehmed) ist lesbar. Der Stempelsiegel aus Pincehely hat eine kleinere Höhe, einen mehr gezierten Griff und ein rundförmiges Druckblatt, so ist er abweichend von den anderen Stempelsiegeln (N°15.). Eine Ähnlichkeit läßt sich aber mit den Stempelsiegeln entdecken, welche in einer Grabkammer in Buda, in der Csönak-Straße im Stiefelschaft des Verstorbenen gefunden war. Um den Stempelsiegel herum kamen 89 Geldmünzen vor, manche aus der Türkenzeit, größtenteils aber ungarische, Habsburg- und polnische Geldmünze aus dem Zeitraum 1509-1600 (Schild Nr. 3.).9 Alle türkischen Stempelsiegel sind zu der auch vom Géza Fehér angenomennen Gruppe namens „Ringe und Stempelsiegel der Alleinstehenden” einzuordnen.10 Laut den Namen ihrer Eigentümer gehören sie nicht zu den wichtigen Personen der damaligen Verwaltung, die Herkunfsort dieser Fundstücke ist jedoch wichtig für die Forschungsarbeiten, Die Zeit ihrer Fertigung und Benutzung aus der Zeit der Türkenherrschaft läßt sich genau nicht feststellen. Ein verloren gehaltener Stempelsiegel aus der Barockzeit Im Jahre 1861 wurde ein Stempelsiegel mit Kupferdruckblatt und einer Aufschrift mit dem Text „Sigillum Gymnasii Oppidi Szexdrd” bei Feldarbeiten gefunden. Seine Beschreibung ist aus mehreren späteren Dokumenten bereits bekannt, aber der Gegenstand war bereits im Jahre 1941 als verloren gehalten.11 Die erste Veröffentlichung seines Fotos findet hier statt (N°16.). Auf dem Druckblatt wurde eine aktualisierte und romantische Szene aus der Bibel geritzt. Die Engelfigur ist der Erzengel Raphael, der im Bilde eines jungen Mannes (hier als Engel) erscheint, sowie den jungen Tobias auf seinem langen Weg begleitet und beratet. Am Ende der Geschichte heilt Tobias die Augen seines blinden Vaters. Diese Szene deutet auch die Absicht, Ziele und Geistigkeit der Gründer des Gymnasiums. Die allessehenden Augen des Gottes begleiten die Wanderer auf ihren Wegen, den Lehrer und die Lehrlinge, damit der Lehrling entsprechend dem Ideal des Wohlwollens, der Ehe und des Gebets erzogen wird und daß er dann sogar die schwierigsten, fast unlösbaren Aufgaben durchführen kann.12 Wir wissen, daß die Schöpferkraft des Abten Mihály Mérey - der nach der Vertreibung der Türken die ehemaligen Güter der Szekszarder Abtei zusammensammelte, seine Gebäude wiederaufbaute und die ausgestorbenen Dörfer wieder besiedelte - fast unversiegbar war. Von seinen Vorstellungen über die Gründung eines Gymnasiums haben wir keine schrifltliche Erinnerungen. Hätte er doch so eine qualifizierte religiöse Schule gründen wollen, dann wäre dabei wegen seiner Angehörigkeit zu den rebellen Kreuzern verhindert, da er deswegen bestraft und auch ins Gefängnis geworfen wurde. Der verlorene Stempelsiegel hat man sich neulich wieder angefunden. 8 Der in Klammern stehende Teil ist die Auflösung des Wortes „samed”. 9 TÓTH 2003, 99, 106. 2-3. Bild; TÓTH 2005, 157-158. 10 FEHÉR 1963, 233. és 4. Notizen. 11 VENDEL 1941,41. 12 Die folkloristische Dokumentations und Forschung über die Heilung mit den Eingeweiden eines Fisches (bei uns meistens die Dreische oder Hecht) wurde von dem ungarischen Folkloristen Ede Sólymos verarbeitet. In seinen Studien finden wir zahlreiche Hinweise auch auf diese Methode aus der uralten Geschichte vom Jahre 175 vor Christi. - SOLYMOS 2011. Anhang. 404

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