Gaál Zsuzsanna - Ódor János Gábor (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 35. (Szekszárd, 2013)

Gaál Attila: Kerámia leletek a Szekszárd-palánki török palánkvár (Jeni Palanka) feltárásából IV.

die kurze Unterbrechungsperiode von dem Auszug der Raizen im Herbst 1686 bis zu ihrer Rücksiedlung (Genehmigung der Kammer im Jahre 1697) brachte einen Ausfall des Fundmaterials. Über das ganze Keramikmaterial der Plankenburg läßt sich nur durch die qualitativen ungarischen und importierten Keramikstücke der Beamtenhaushalte des bis zum 1703 fungierenden Dreissigts- und Vogteiamtes ein kollektives Bild gestalten. Den kleinsten Teil des Fundmaterials bildende handgeformte Backglocken und Schalen sind identisch mit den von anderen Fundorten stammenden Stücken. Ihr Wert und Respekt wird auch dadurch beweisen, dass sie beim Bruch oder Riß mit Drahtbindung repariert wurden (Tafel Nr. 17. 1-2). Die zwei ergänzten Backglocken sind mit den bei der Freilegung in Bares und Beograd hervortauchten ähnlichen Stücken zu vergleichen, die ähnlicherweise aus mit Spelze und Stroh vermagertem Material handgeformt und dann auf offenem Feuer ausgebrannt wurden. Ihre Innenfläche ist mit einem Kleinschlag gemischten wärmespeichernden Tonschicht überzogen. Die zwei ergänzbaren Backplatten wurden ähnlich gefertigt, Kleinschlag wurde jedoch zu ihrem Material nicht verwendet. Ihr Durchmesser war kleiner als 30 cm und sie waren zum Backen von Brot- und Teigwaren geeignet. Sie waren meistens zusammen mit den Backglocken gebraucht (Tafel Nr. 16. 8- 9; Tafel Nr. 17; Tafel Nr. 17/a-c). Eine andere Variante der Backplatten und deckelförmigen Backglocken wurde mit Handscheibe und aus einem auch bei den scheibengedrehten Töpfen verbrauchten Kleinschlagmaterial gefertigt, auf grau gebrannt mit dunkelgrauen Fabtonschwankung. Ihre „Henkeldeckelform”, die mit Fingerdruck und Einritzung gegliederten Reifengezierde, sowie das kannelierte „Zusammenkleben” der geraden Oberplatte und der Seitenwand läßt sich anmuten, daß sie auch die Produkte der gleichen Werkstatt sein können, wie die mit gleicher Technologie gefertigten Gruppe der unter den angegebenen Funden findbaren scheibengedrehten Töpfe (Tafel Nr. 9. 5; Tafel Nr. 10. 1-2, 4-5; Tafel Nr. 13. 5), oder eines gleichgezierten Vorratsgefäßes (Tafel Nr. 11. 9) und einiger mit Kleinschlag vermagerten scheibengedrehten Deckeln (Tafel Nr. 11. 2; Tafel Nr. 15. 2, 3, 7). Zu dieser Frage kannes einen Beitrag leisten, daß in Ungarn nur einige ungezierte Bruchstücke und nur ein unbeschädigtes Exemplar (aus Eger!) der scheibengedrehten, aus dem 17. Jahrhundert stammenden Backpfannen vorkamen, aus den Fundstücken vom Beograd sind jedoch auch mehrere ähnliche Stücke zu finden. Die meisten scheibengedrehten Töpfe haben keinen oder nur einen sehr kurzen Hals. Der Rand ist teils ungegliedert, aber schön profilierte, ausgekehlt gegliederte Randgestaltungen kommen auch oft vor. Der Gefäßkörper hat meistens einen breiten Schulter, jedoch nur mittelmäßig gestreckt, aber einige Gefäße haben davon abweichende Maße. Ein Deckelfalz läßt sich meistens auf den Gefäßen finden, welche auch einen äußeren gegliederten Rand haben, eine leichte dem Deckel passende Wölbung ist aber auf mehreren Gefäßen zu beobachten. Bei den Töpfen und Trinkbechern verschiedener Art gibt es mit und ohne Henkel gefertigte Exemplare, wahrscheinlich davon abhängig, ob sie zum Kochen, Speichern oder zur Verzehrung der Speisen gefertig wurden. Die meisten Henkel sind trapezförmig, aber größtenteils grob geformt, manchmal in viel minderer Qualität, als die Gefäße. Die größeren Speichergefäße und Speichertöpfe haben keinen Henkel, einige von denen haben am Unterteil später gebohrte Löcher und sie wurden dann als Spritzgefäß verwandelt (Tafel Nr. 10. 1). Einige Gefäße haben einen ganz abweichenden Maßstab von den anderen. Diese Gefäße sind eher tief, haben einen kurzen Hals, ihr Schulter weitet sich stark aus und haben eine breite MundöfFnung.Der ausbiegende Mundrand ist schön profiliert, mit Falz gegliedert, innen mit Randfalz gefertigt. Ihr Material ist gut ausgeführt, die Gefäßwand ist voll mit dünnen „Pantherflecken”. Ihre Farbe ist hell (Tafel Nr. 7. 2-3). Sie sind offensichtlich Produkte einer viel mehr niveauvollen Arbeit, es läßt sich nicht ausschließen, daß sie in den Werkstätten der nächsten Gruppe gefertigt wurden, obwohl ihre Paralellen auch vom Beograd bekannt sind. Besondere und aus dem herumliegenden Fundmaterial der Türkenherrschaftszeiten nicht bekannte Varianten der Töpfe sind die mit Sand gemagerten, fein verarbeiteten und am Innenteil 273

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