Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 33. (Szekszárd, 2011)
Régészet - Szabó Géza - Fekete Mária: Janus-szobor Pannóniából, a kora vaskori Regöly-csoport lelőhelyéről
Géza Szabó - Mária Fekete Janus-Statue aus Pannonién, vom Fundort der RegölyGruppe aus der Früheisenzeit In unserem die Ausgrabung kurz rezensierten Bericht stellten wir diesmal nur einen Gegenstand ausfuhrlich dar, der beinahe alle in Verbindung des bisherigen Fundmaterials und Befundes auftauchende Fragen betrifft und von überragender Bedeutung ist. Gleich am ersten Tag der Ausgrabung kam das Bruchstück einer kleinen aus Geweih geschnitzten zweiköpfigen Figur zum Vorschein, die nach ihrer Form mit den aus der Römerzeit bekannten Janus-Gottdarstellungen identisch ist. Diese Erscheinung in dem früheisenzetlichen Pannnonien ist nach den bisherigen Ergebnissen der Forschung doch überraschend, aber auch von einer Bedeutung aus der Hinsicht der universalen Kulturgeschichte ist, da sie - als Anfang und Ende - gleichzeitig die früheste Darstellung des Gottes Janus ist, welcher Gott in dem heute gebrauchten Kalendersystem den Namen des Monates Januar gegeben hatte. Am Ende des 7. Jahrhunderts wurden die an der Donau liegenden, die Landesteile Tiefebene und Transdanubien umfassenden Kulturregionen von einer ganz neuen Einheit der Szythen abgelöst. Diese neue Kulturregion erstreckte sich - auch nach der auf dem Gebiet der Halstatt-Kultur erscheinenden Fundmaterial - auf der ganzen Tiefebene und auf nördlichem Teil des Transdanubiens. Dieses gemischte Volk des als szythisch gehaltenen, aber tatsächlich nur als szythenähnlich zu betrachtenen Kulturkreises, welches mit seinen anthropologischen Zeichen und gedrehten Keramien nach Mediterraneum weist, daneben aber in seiner Lebensweise, mit seinen Waffen und mit den auf der Verzierung des Pferdegeschirrs widerspiegelnden Steppentraditionen das Transdanubien interessanterweise vermeidet. Auf den Verbreitungslandkarten läßt sich herausnehmen, daß sich das Gebiet der Hallstatt-Kultur in der Szythenzeit auf dem Transdanubien in der Linie des Plattensees zerriß. Im Norden erschienen die szythenähnlichen Funde fast auf dem ganzen Gebiet, die aber südlich vom Plattensee fehlen. Es läßt sich auch klar feststellen, daß sich bei der Herankunft der Kelten in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts genauso diese Regionen abgrenzen: nach Daten von Miklós Szabó erobern die vom Westen kommenden Kelten sogar die Tiefebene früher, als den südlichen Teil Transdanubiens. Nach der Vertreibung der szythischen und keltischen Fundorten - besonders in Kenntnis der Funde des Regöly-Haufens - ist es eindeutig, daß hier von dem letzten Drittel des 7. Jahrhunderts v.C.G. bis zum Anfang des 4. Jahrhunderts eine Gemeinschaft lebte: die nicht zu dem szythischen Kulturkreis des Karpathenbeckens gehörte, gleichzeitig aber eine militärische Macht hatte und ihr Gebiet von den Szythen verteidigen konnte und auch den Kelten lange widerstand. Nach dem Bericht von Pompeius Trogus konnten die Kelten Pannonién nur nach schweren Kämpfen erobern, es bedeutete aber nicht die vollständige Zerstörung der hiesigen kleinasiatischen Kultur. Viele Zeichen weisen darauf hin, daß die typisch kleinasiatischen Produkte der bereits vor der Herankunft der Kelten mit Drehscheiben arbeitenden Töpfereien und Metallschmieder auf dem Gebiet der Regöly-Gruppe einen direkten Einfluß auf die Gestaltung der östlichen Keltenkultur ausübten. Im Kultusleben sind die weiterlebenden Elementen auch noch in der Römerzeit zu beobachten. Das südlich vom Plattensee liegende Gebiet des Transdanubiens wurde im letzten Drittel des 7. Jahrhunderts v.C.G. von indoeuropäischen Stämmen besetzt. Auf dem Weg assimilierten sie auch indoiranische Elemente und die fuhrende Schicht des Volkes des sog. Regöly-Königreiches: - bringt von seiner Herkunft und Gegenstandkultur hauptsächlich in seiner Bewaffung und in seinen Pferdegeschirren Ähnlichkeitszeichen mit der Kultur des Kuban-Gebietes und der sibirischen AndronovoKultur mit. - Die im Fundmaterial zu findenden besonderen Keramikstücke (mit Deck- und Hohlrand), Glasbruchstücke, Knochenschnitzereien, die Bronzstücke aus dem Regöly-Zeitalter, hauptsächlich die mit den Produkten der sog. lyd-Sardis und der späthethitischen phryg-Gordion Werkstätte vergleichenden Funde, daneben aber die aus dem Fundmaterial fehlenden Zeichen der szythischen Tiermotive bringen einen auf die 63