Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 32. (Szekszárd, 2010)

Gallina Zsolt - Hornok Péter - Paluch Tibor - Somogyi Krisztina: Előzetes jelentés az M6 AP TO 10/B és 11. számú lelőhelyrészen végzett megelőző feltárásról. Alsónyék- Bátaszék (Tolna megye) 2006-2009

in den ziemlich engen Eintiefungen nicht genügend Platz gehabt hätten. Bei drei Gräbern (1007., 1320., 1918.) war es eindeutig zu beobachten, daß das Pfostenloch an den kürzeren Seiten mit einer gleichtiefenden oder seichten grubenmäßigen Eintiefung verbunden war (Tafel 30. 2-4, Tafel 31), was möglichenfalls auf eine abgesenkte und gezapfte Bretterwand hinweist. Unter den Bestattungen der Lengyel-Kultur müssen wir das Kindergrab Nr. 272. mit 11 Tongefäßen, mit dem Unterkiefer eines Wildebers und einer Hauerplatte, welche vielleicht die reichste Bestattung des Fundortteils Nr. 11. ist (Tafel 37. 1). Die Frau im Grab Nr. 333. wurde auch mit mehreren Geschirren bestattet (Tafel 37. 2). Die Beigabe Nr. 7, das Grab mit sieben Geschirren (Nr. 2368.) ist wegen eines ungewühnlich vasenförmigen Geschirrs auch interessant (Tafel 38. 1). Das eine Geschirr im Grab Nr. 11/604. ist in der Lengyel-Kultur auch nicht kennzeichnend (Tafel 38. 2). Aus der Grabkeramie sind die von dem Fundortsteil Nr. 11. stammenden wenige Geschirre mit eingeritzten Verzierungen bemerkenswert. Neben den Grabbeigaben sind noch die folgenden Funde erwähnenswert: Wildeberplatte (11/38, 1458); Hornbruchteil eines Auerochsen (10/b4508); aus Kupferperlen und Dentalium-Schnecke bestehenden Halsketten (Tafel 33. 1) und Armbänder (Tafel 33. 2); sowie Kupferschmuckstücke: geschwungene oder gewickelte Armringe (Tafel 34. 1-3)., Rin, Ohrring oder Haaring (10b/2065.). Im Frauengrab kam auch Knochenring hervor. Vielfältige Spondylus-Schmuckstücke wurden auch gefunden. Ein besonderes Fundobjekt war der aus Perlen bestehende Kopfschmuckring aus dem Männergrab Nr. 10b/4702 (Abb. 13.). Im Frauengrab Nr. 10b/2065 kamen mehrere Spondylus-Schmuckstücke hervor (Tafel 34. 3, Tafel 35. 1). Armringe aus den Gräbern Nr. 11/1643 und 2401., sowie Perlen und sonstige Schmuckstücke aus den Gräbern Nr. 11/2051 wurden auch freigelegt (Tafel 35. 2-4). Zu den seltenen Beigaben gehörten der Mahlstein (1 1/269) (Abb. 14.), eine Ockerscholle (11.328.), ein tierförmiges Idol mit abgebrochenem Kopf (Tafel 36. 1-2), sowie Lichter/Altäre aus dem Fundortsteil Nr. 11. Auf dem Fundort in Alsónyék-Lengyel wurde etwa 1000 Gräber von der Ásatárs GmbH freigelegt. Große Gruppen von Gräbern sind für das Fundortsteil Nr. 11. kennzeichnend, wo im Fundortsmaterial der beinahe 750 Gräbern relativ wenig reichere Bestattungen mit vielen Geschirren oder Kupferstücken, Spondylus­Schmuckstücken, Prästigeobjekten, etc. gefunden wurde. Es gaben nicht so reiche sog. Herrengräber, wie im nördlichen Teil des Fundortes Nr. 10/b. Gruppierten sich vielleicht die Gräber der führenden Personen (und deren Familienmitglieder?) der Gemeinschaft im nördlichen Teil des Fundortes Nr. 10/b? Ist es erdenklich, daß diese Personen mit Grund in den Teil der Siedlung bestattet wurde, welcher eher Wohnfunktionen hatte? Wir können den Fragenkatalog mit den folgenden Fragen fortsetzen: Welche sind (und gibt es überhaupt) die zeitlichen, gesellschaftlichen und andere Unterschiede zwischen den Grabgruppen mit wenig Gräbern und den großen Blöcken mit richtig zahlreichen Gräbern? Waren die Wohngebiete und die Begräbnistätten voneinander isoliert? Welche chronologische Folge läßt sich unter den Ortsteilen verschiedener Funktionen, innerhalb oder zwischen den Grabgruppen aufstellen? Zwischen der Keramik der Siedlung und dem Friedhof in Lengyel bedeuten die Gesichtsgefäße eine Art Verbindungspunkt. Wir legten im Frauengrab Nr. 1 1/326. einen unbeschädigten Krug mit doppeltem Gesichts- und Menschenbild (Tafel 39-41). Dieser Fund, dessen Interpretation, Paralellen und Bedeutung veröffentlichten wir in einem anderen Artikel. Eine andere Art der Gesichtsgefäße symbolisiert das Bruchstück des Gesichtsgefäßes aus dem Grab Nr. 10b/2037, welches ein Stück des Halsteiles eines großen Vorratsgefäßes mit 20 cm Munddurchmesser war (Tafel 42. 1-2). Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Funden ist, daß das anthropomorphische Gefäß unbeschädigt in den Grab verlegt, in dem anderen Fall aber ein Stück des Gefäßes, undzwar dessen wichtigste Teil mit Gesichtsdarstellung, mit dem Verstorbenen beigesetzt wurde. Das Stück eines großen Vorratsgefäßes entdeckten wir im Jahre 2006 unter den Befunden der Grube Nr. 1 Ob/2221. Auf dem trichterhalsförmigen Bruchstück läßt sich eine lebensechte menschliche Ohrplastik, Applikation mit durchgelochten Ohrläppchen befinden (Tafel 42. 3-4). Als Paralelle unseres Fundes steht aus der früheren Zeitperiode das Gesichtsgefäß der Szakálhát-Kultur aus dem Fundort Gyoma­Özed auch mit durchgelochten Ohrläppchen. Auf dem nördlichen Ende des Fundortteiles Nr. 11. legten wir einen birituellen Friedhof aus der Keltenzeit frei, dessen westliche Teil die Spurlinie berührte. Das südliche Ende des Friedhofs kam auf dem Teil namens „Kornspeicher" (Magtár) im Jahre 2008 mit weiteren 18 Gräbern hervor. Die von unse freigelegten 21 Gräbern verbreiteten sich zerstreut, meistens nach NW-SO und N-S-richtenden Reihen (Abb. 17). Im Friedhofsteil dominierten die Brandschüttungsgräber, nur drei Bodenbestattungen wurden gefunden. Die größeren, viereckigen Brandschüttungsgräber verbreiteten sich eher auf dem nördlichen Teil des 51

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