Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 32. (Szekszárd, 2010)

Orha Zoltán: Szekszárd-Tószegi-dűlő Árpád-kori teleprészlete

Zoltán Orha Siedlungsplatz der Szekszárd-Tószeg-Flur aus der Arpadenzeit Der Fundort liegt im Komitat Tolna, am nördlichen Rand der Landschaft Sárköz, nordöstlich von Szekszárd, in der Nähe eines Altarmes der Donau (Taplösi-Duna). Er befindet sich auf einem 10 Ha grossen Hügel, in dem ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Donau. Die Ausgrabung berührte etwa ein Hektar an der südwestlichen Spitze des Hügels, der Fundort überreicht jedoch die nordwestliche Grenze der Ausgrabung. Die Ausgrabung fand wegen der Bauarbeiten der Autobahn M6 zwischen 2006-2007 statt, wobei insgesamt 1907 Objekte freigelegt wurden. Die freigelegten Objekte umfassen mehrere Zeitalter, manche von denen sind mit der Kultur der Transdanubischen Linienbandkeramik, sowie mit der Bronzezeit zu verbinden. Grösstenteils wurden Objekte aus der Awarenzeit bei der Ausgrabung von etwa 1650 Grabstätten freigelegt, welche Zeit die Periode zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert umfasst. Die Zahl der Objekte aus der Arpadenzeit beträgt 41, davon 14 Pfostenloch, 3 Rundgraben, 23 Gruben und 1 Brunnen. Die Abgrenzung der Befunde aus der Arpadenzeit wurde nach dem freigelegtem Fundmaterials oder aufgrund seiner Superpositionslage mit den awaren Grabstätten ermöglicht. Auf dem Fundort fehlen die diesen Zeitraum kennzeichnenden Grubenhäuser, statt denen standen oberirdische Blockhäuser an diesem Ort. Die bei der Ausgrabung freigelegten 4 rundförmige Objekte kann man auch mit Wohngebäuden verbinden. Zu einem Bauobjekt gehörten 11 Pfostenlöcher, zu den anderen drei Bauobjekten schlössen sich rundförmige Graben an. Die Ausdeutung dieser Bauobjekte erschwerte sich auch dadurch, da die im Humus gelegenen Teile verfielen. Mehrere gleichförmige Bauobjekte kennen wir im Karpatenbecken aus dieser Zeitperiode, die Szekszárder Objekte sind als Jurte oder Hütte auszudeuten, sie wurden wegen der kleinen Größe als Heck keinesfalls benutzt. Die freigelegten Gruben funktionierten meistens als Lehm- oder Mistgruben, nur bei einem war die Funktion eine Getreidespeichers zu beobachten. Bei der Ausgrabung des Brunnens konnte man Spuren der Hecken- oder Rutengeflechtfutter in der Einfüllung bemerken. Auf dem Fundort konnte man Keramien in der grössten Zahl entdecken - wie in diesem Zeitraum üblich ist -, meistens Keramikkessel und Töpfe, nur eine Flasche wurde freigelegt. Die meist typischen Verzierungsmotive waren die Schnecken- und Wellenlinien, bei manchen kam auch das Rädchenmotiv vor. Die Datierung war mit Hilfe des gelbgebrannten Deckels und des weißen Keramienbruchstücks einfacher. Außer der Keramien stoßten ein fragmentierter Stachelsporn mit umgeschlagenem Blechklappen, sowie Bruchstücke von Handmühlsteinen auf. Aufgrund der Befunde kann man das Alter der Siedlung für den Zeitraum vom Ende des 12. Jahrhunderts bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts datieren. Die Siedlung konnte relativ kurzlebig existieren, trotzdem hat man sie in mehreren Perioden benutzt. Darauf deuten die mehrmals erfahrene Supeiposition und die auf dem Fundort freigelegten Objekte und Befunde innerhalb des Zeitraums hin. Als Siedlungsart ist bei diesem Siedlungsplatz in Szekszárd eine vereinzelte Siedlung oder ein Dorf vorzusehen. Bei dem geforschten Gelände kann man jedoch nicht bestimmen, was für einen grossen Teil er von dem unbekannten grossen Fundort besitzt, so lässt sich der Siedlungsplatz zu keinen Siedlungsarten mit Sicherheit einordnen. In der Nähe des Fundortes etwa 1 km in nordwestlicher, bzw. südlicher Richtung lagen zwei bekannte Dörfer, namens lese und Ság. Irgendeine Beziehung oder Verbindung mit den zwei erwähnten Siedlungen kann man ohne Ausgrabungen auf dem Gelände der beiden Dörfer weder bestätigen, noch verwerfen. Zur Kärung der Eigenart und Charakter des freigelegten Siedlungsplatzes sind weitere Ausgrabungen erforderlich. 333

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