Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 32. (Szekszárd, 2010)

Farkas Zoltán: Avar kori temetőrészlet Bonyhád határából

Zoltán Farkas Friedhofsteile in der Grenze von Bonyhád aus der Awarenzeit Im Jahre 1989 rettete Frau Zsuzsa V. Péterfi zwei Grabstätten aus der Awarenzeit am Rand der Bergbaugrube der Ziegelfabrik in Hidas (bei Bonyhád). Da andere Grabstätte nicht gefährdet waren, so wurde die Bergbauarbeit an anderen Teilen des Geländes genehmigt. Im Laufe eines Genehmigungsverfahrens im Jahre 2003 wurde jedoch von dem Archäologen János Gábor Odor die Spuren von anderen beschädigten Grabstätten beobachtet. Bei der Rettungsgrabung legten wir 42 Grabstätten aus der Awarenzeit frei. Die Grabstätten waren meistens west-östlich orientierte Schachtgräber, wo die Toten in gestreckter Rückenlage gelegt worden sind. Auf den Gebrauch von Sargen können wir nur durch die nur in manchen Gräbern gefundenen und an beiden Enden der Grube liegenden Dellen folgern. Aus den beigabenführenden Gräbern sind nur recht wenige Funde, meistens Eisenmesser und Eisenschnallen vorgekommen. Als Schmuckstücke kamen die für diese Zeit kennzeichnenden Kugelglocken-Ohrringe, Perlen und Beschläge hervor. Der bedeutendste Fund des Friedhofteils ist eine doppelte Knochenpfeife mit zweimal fünf Löchern. Dieser Fund paßt zu den sonstigen im Gelände des Karpatenbeckens freigelegten Pfeifen (Alattyán-Tulát Grab Nr. 285., Alattyán-Tulát Grab Nr. 477., Balatonfűzfő-Szalmássy-Siedlung Grab Nr. 15., Felgyö-Ürmös-Gehöft Grab Nr. 157., Jánoshida­Tótkérpuszta Grab Nr. 49., Kunmadaras, Rácalmás-Rózsamajor Grab Nr. 16., Szegvár-Szőlőalja Grab Nr. 109., Tatabánya-Alsógalla Grab Nr., Tiszagyenda-Búszerző). Nur ein kleiner Teil des Friedhofs wurde bisher freigelegt, so kann man keine Folgerungen auf die Struktur und Aufbau des Friedhofs ableiten. Es ist jedoch eindeutig, dass die Toten in diesem Teil des Friedhofs in Reihen bestattet wurden, in etwa gleicher Entfernung voneinander. Wenn wir diesen Teil als eine Ecke des Friedhofs nehmen, dann läßt es sich auch feststellen, daß die Bergbauarbeiten beinahe 100-150 Grabstätten zerstörten. Aufgrund des Fundmaterials des freigelegten Grabes Nr. 42. kann man behaupten, daß die Bestattungen des Friedhofteiles bei der Ziegelfabrik in Bonyhád-Hidas um das Ende des 7. Jahrhunderts angingen. Die Abschlußzeit des Friedhofs ist jedoch nicht einschätzbar, da das Fundmaterial mangelhaft ist. Die freigelegten Grabe lassen sich bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts datieren, diese Zeit kann man aber für den ganzen Friedhof nicht beziehen. Durch die Ausgrabung des Friedhofteiles erhielten wir neuere Daten und Angaben zur weiteren Erkenntnis des Zeitalters der Mittel- und Spätawarenzeit im Komitat Tolna. Der Friedhof wurde in der Mittelawarenzeit erstattet und begründet wohl die Vorstellung über die großmaßstäbliche Besiedelung der Gegend in dieser Zeitperiode, sowie paßt sich auch in die Reihe der anderen zeitgenössischen Friedhöfe der Süd-Tolnaer Region. Am meisten läßt sich dieser Friedhof mit dem sich auf den anliegenden Hügeln zu erstreckenden Friedhof von Cikó vergleichen, der vermutlich als Friedhof der benachbarten und am Völgység-Bach lebenden Volksgruppe diente. 196

Next

/
Thumbnails
Contents