Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 32. (Szekszárd, 2010)
Szabó Géza: A Dunántúli mészbetétes edények népe kultúrájának kialakulása és belső időrendje a Bonyhádon feltárt temetőrészlet tükrében
Géza Szabó Ausgestaltung der Kultur und innere Zeitordnung des Volkes der inkrustierten Gefäße vom Transdanubien - im Spiegel des in Bonyhád freigelegten Friedhofteiles (Resümee ) Durch den Bau eines neuen Biogaswerkes in den letzten zwei Jahren wurde in der Markung von Bonyhád ein Friedhof der Kultur des Volkes der inkrustierten Gefäße aus der Bronzezeit freigelegt. Nur bei der Freilegung wurde es offensichtlich, daß József Csalog einen Teil dieses Fundortes zwischen 1936-38 ausgegraben hat. Die neue Ausgrabung auf einer großen Fläche legte mehrere Grabstätten und Beigaben frei, als es je auf den Fundorten dieser Kultur bisher zum Vorschein gekommen sind. Die neuen Beobachtungen und Untersuchungen mit der Neuinterpretation der früheren Daten haben bereits vor der ausführlichen Verarbeitung des Fundmaterials ermöglicht, die Ausgestaltung und innere Zeitordnung der Kultur auf einer neuen Basis aufzureißen, sowie den Grund der Nutzung der Inkrustierung und deren Bedeutungsgehalt auslegen zu können Die Ausgrabung in Bonyhád weist eindeutig darauf hin, daß wir statt der früher vorausgesetzten Sippen- oder Großfamilienfriedhöfe tatsächlich mit Friedhöfen von mehreren hunderten Grabstätten in diesem Zeitalter rechnen können. Es bedeutet daneben auch, daß wir auf einem Teil der bereits voll freigelegt erklärten Fundorten noch mit mehreren Grabstätten rechnen können. Die Untersuchung der Grabbeigaben wies eindeutig auf die dauernde Umgestaltung des Gebrauchs der inkrustierten Gefäße mit Wickelstäbchen und Breitstrafenverzierung hin. Ein Teil der Forscher versuchten durch die verschiedenen Bezeichnungen dieser Art Funde (III. Periode der Kisapostag-Kultur, oder inkrustierte Phase des Kisapostag-Zeitalters) den bereits seit langer Zeit bekannten Widerspruch der Selbständigkeit der Kisapostag-Kultur überzuführen. Nach den bisherigen Funden läßt es sich feststellen, daß die Änderungen in der Formwelt und Verzierung der Gefäße, sowie neben der Kontinuität der kulturellen Befunde auch in den einzelnen Detaillen der Bestattungssitten - welche auch nach der Friedhofsaufstellung der früheren/späteren Grabgruppen herauszunehmen sind - darauf hinweisen, daß der Friedhof dauernd und über mehrere Zeitperioden hinaus von einer einzigen Bevölkerung benutzt war. Es ist ansonsten auch durch die Änderungen ihrer Sitten und Sachkultur zu beweisen. Gegenüber der Gefäße der südlichen, balkanischen Kulturen mit ihren eingeritzten, gestempelten, manchmal geschnittenen Verzierungen sind in den bronzezeitlichen Grabstätten in Bonyhád Abdrücke von gedrehten und gespinnten Gegenständen zu beobachten. Die in den Verzierungen der inkrustierten Gefäße bemerkbaren Geflecht- und Bindfadenabdrücke weisen auf die bis zum Ende der mittleren Bronzezeit verfolgbaren und eine große Fläche umfassende Gefäßherstellertraditionen hin. Außer der Keramik haben sie auch auf dem Bereich des alltäglichen Lebens und der Bestattungssitten mehrere Ähnlichkeiten, wie z.B. die typische Art der Grablegung des Leichnams (gestreckte Rückenlage, die angezogenen Beine auf die Seite verdreht), oder die auch bei der Einäscherung bemerkbare! - nordöstlich-südwestliche Orientierung. Aufgrund der geprüften Paralellität läßt sich der Ursprung der Kultur des Volkes der inkrustierten Gefäße letztlich mit der orientalischen Schnurkeramik-Kultur verbinden. Bis zum Anfang der dritten Periode der Frühbronzezeit fing das die Transdanubien erobernde Volk an, die in ihren Gefäßen bisher leergedrückten Motive mit weißer Inkrustierung auszufüllen, die dann desweiteren zu einem bestimmenden Element seiner Gefäßkunst wird. Der allgemeine Gebrauch dieser neuen Verzierung 117