Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 31. (Szekszárd, 2009)
Katona-Kiss Attila: A Kárpát-medencei bolgár térhódítás a 9. században. Történeti észrevételek a régészet tükrében
Resümee Das das Karpatenbecken vereinigte Awares Reich brach am Anfang des 9. Jahrhunderts zusammen. Die Awaren im Süd-Transdanubien lebten als unterworfenes Volk im Rahmen des frankischen Oriens, andere Völkergruppen der Awaren sammelten sich im Donau-Theiß-Zwischenstromland, sowie an den nördlichen Teilen des Transtheißes („Avarorum solitudines"). Die Schriftquellen weisen darauf hin, daß die restlichen - an den südlichen Teilen des Transtheißen und am Donau-Theiß-Zwischenstromland lebenden - Awaren während der Herrschaft des Khans Krum zu unterworfene Völker des Bulgarischen Khanats wurden. Während der Herrschaft von Omurtag, am Ende der 820-er Jahren haben die bulgarischen Waffen den östlichen Teil Syrmiens, südlichen Teil der Batschka und des Banats, sowie Süd-Transsylvanien, also die vom Fluß Marasch südlich liegende Gegend annektiert Die bulgarische Besetzung wurde vom Khan Malamir am Ende der 830-er Jahren mit Frieden geheiligt und die südliche Zone des Karpatenbeckens wurde zum nördlichen Grenzgebiet Bulgariens. Allerdings können wir Spuren von bulgarischen Durchsiedlungen nur an der 40 km langen Strecke des mittleren Flusses der Marasch nachweisen, deren Zentrum die ehemalige römische Festung, Apulum, die spätere Karlsburg war. Aus den archäologisch begründbaren historischen Angaben läßt sich feststellen, daß diese Durchsiedlungen jedenfalls zur Ausbeutung, bzw. zur Abwehr der wertvollen Gold- und Salzbergwerke erfolgten. Außer Karlsburg wurden noch weitere bulgarische Friedhöfe und Siedlungen aus dem 9. Jahrhundert aufgegraben, z.B. in Maroskarna, Csombord, Oláhgorbó, Oláhdálya, etc. Wir haben dagegen keine greifbaren Ausgrabungsfünde an den südlichen Teilen der Ungarischen Tiefebene über die Bulgaren aus dem 9. Jahrhundert. Die ehemalige süd-awarischen Felder gerieten in die bulgarische Interessenssphäre hinein, aber als Grenzgebiet wurde diese Gegend nicht bevölkert. Auch der Umstand anschaulicht es gut, daß sich Donau-Bulgarische Siedlungen ans andere nördlich der unteren Donau in der Walachei und der Dobrudscha reihen, als Spuren der nördlichen Expansion des bulgarischen Staates. Nach dem Zeugnis der archäologischen Daten ist jedoch eine ständige Bevölkerung an den späteren ungarischen Gebieten nur im Süd-Transsylvanien, am Fluß Marasch beweisbar, allerdings war ihre Anzahl auch nicht bedeutend. Allein am Linksufer des Theißes kann man in der Tiefebene einige Fundorte nachweisen, die etwas mit der donaubulgarischen Geschichte zu tun hatten, keine Spuren von Friedhöfen und Grabstätten findet man jedoch. Auch in diesem Fall kam die Erscheinung zur Geltung, daß die politische Grenze bei den östlichen Völkern des Karpatenbeckens im Frühmittelalter nicht unbedingt mit dem Quartiergebiet des ethnischen Stammes zusammenfielen. Zuletzt läßt es sich feststellen: die slawistischen Versuche sind einfach unhaltbar, die aufgrund der Daten von Anonymus beweisen wollten, daß der östliche Teil des Karpatenbeckens von der ungarischen Landnahme zu den bulgarischen Gebieten gehörte und mit Grenzburgen befestigt waren. Keine bulgarischen Friedhöfe oder archäologische Schichten aus dem 9. Jahrhundert wurden während der Ausgrabungen gemäß der slawistischen Ideologe, aufgrund der Daten von Anonymus, in der Nähe einer als „bulgarische Grenzburg" bezeichneten Burg gefunden. Bei der Beurteilung historischer Zusammenhänge kann die Sprachwissenschaft nur im Einklang mit den Ergebnissen von sonstigen Wissenschaftszweigen beweiskräftig sein. Aus unseren Daten folgt es, daß sich eine bulgarische Anwesenheit nur auf wenige Grenzposten beschränken kann; es läßt sich nämlich aus den Quellenmitteilungen und aus dem mangelnden Funden ableiten. Die militärische Überwachung wurde durch die ungarische Landnahme in den 890-er Jahren aufgelöst, nachdem die ungarischen Stämme die „bulgarische Mark" besetzten. Es gibt nun manche Zeichen, daß an der „bulgarischen Insel" am Marasch und vielleicht in der Nähe von Csongrád kleinere bulgarischen Enklaven auch nach der Landnahme weiter lebten, sie assimilierten sich jedoch allmählich in das Ungarntum. 49