Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 30. ( Szekszárd, 2008)
Csekő Ernő: Élet és irodalom. Lys Noir
Ernő Csekő Leben und Literatur Lys-Noir - Beiträge zum Leben einer jungen Frau vom Anfang des letzten Jahrhunderts, sowie zum Hintergrund ihrer Gedichte Meine Studie handelt vom Leben von Irén Guttmann, einer jungen Dame um die Jahrhundertwende, die aus einer auf mehrere Generationen zurückzuführende jüdischen Handelsfamilie in Budapest stammt. Uber die Lebensgeschichte hinausgehend werden auch ihre in dieser Zeit veröffentlichten Gedichte, sowie deren Hintergrund betroffen. Ihre mit 20-26 Jahren (1900-1906) geschriebenen Gedichte erschienen in der „A Hét" (Die Woche), dem führenden ungarischen Literaturblatt, welches von den Literarhistorikern bis zum heute als Vorbereiter der modernen ungarischen Literatur angesehen ist; sowie in mehreren Landesblatten, unter anderen in der „Budapesti Napló" (Budapester Journal), in dieser ebenfalls hochgeschätzten und bedeutenden Zeitschrift. In Kenntnis ihrer 30 Gedichte, welche in diesen Zeitungen dargelegt wurden und von denen der größte Teil von mir in der Studie veröffentlicht wird, bemühte ich mich nicht nur ihre Poesie und Schriftstellerambitionen in der Literatur- und Sozialgeschichte zu verlegen, sondern auch die Frage zu beantworten, warum sie von der Nachzeit trotz des warmen Empfangs ihrer Gedichte ganz vergessen wurde. Das größte Problem liegt wahrscheinlich darin, daß ihre Gedichte nicht in einem eigenen Band erschienen, welches Fakt mit dem Lauf ihres Lebens eng zusammenhängte. Die Zeit der Veröffentlichung ihrer Gedichte fallt mit den Jahren ihrer Verwittwung und zweiter Eheschließung zusammen (Mai 1899 - Dezember 1906). So läßt sich es erklären, daß die Dichtkunst von Irén Guttmann aus der kritischen Lebenssituation aufging, als sein Ehemann Samu Leopold verstorben ist und so nur mit dieser Ubergangszeit ihres Lebens verbunden war. Diese Annahme scheint umso mehr wohlbegründet zu sein, wenn wir den Dezember 1906 nicht, nur wegen ihrer zweiten Eheschließung als wichtiger Grenzpunkt ihrer Lebenssituation betrachten, sondern auch in deren Kenntnis, daß sie sich wegen seines Mannes, des österreichischen Schriftststellers namens Raul Auernheimer in Wien ansiedelte. In meiner Studie werden außerdem auch mehrere Momente aus dem Leben von Irén Guttmann und ihrem Mann, Samu Leopold - von dessen Bruder namens jun. Lajos Leopold, dem berühmten Soziologen, Wissenschaftler und Philanthrop in den früheren Museumsjahrbüchern mehrere Studien handelten - erörtert, wie zum Beispiel der Familienhintergrund, ihr kurzes Zusammenleben, der tragische und frühzeitige Tod des Mannes, der Anfang der Wittwenschaft, sowie auch die wichtigsten Lebensabschnitte von Irén Guttmann aus den späteren Zeiten nach der Jahrhundertswende.