Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 30. ( Szekszárd, 2008)
K. Németh András: Sokadalmak és hetipiacok a későközépkori Tolna megyében
András K. Németh Jahr- und Wochenmärkte in dem spätmittelalterlichen Komitat Tolna In meiner Studie wird das Marknetz des mittelalterlichen Komitates Tolna mit der Hilfe der zerstreuten Urkundenquellen untersucht Das Komitat Tolna hatte im Mittelalter eine viel größere Ausdehnung. Unseres heutigen Wissens fanden im Mittelalter Jahresmärkte und/oder Wochenmärkte in 42 Gemeinden statt. Im Komitat Tolna blieben Daten und Angaben insgesamt über 11 Jahresmärkte von 10 Gemeinden (Tabelle Nr. 1.) zurück, wobei das Datum der Verleihung nur bei drei Märkten bekannt ist. Nur bei fünf aus den elf Landesmärkten ist die Verleihungszeit bekannt: zwei-drei Märkte fanden im Mai-Juni, zwei im September statt. Eine Gemeinde ist bekannt, wo es nur Jahresmärkte, jedoch keine Wochenmärkte gaben, dessen Name im Mittelalter „Görbő" war, heute bildet sie ein Ortsteil der Gemeinde Pincehely. Mehr als ein Jahresmarkt gab es nur in der Gemeinde Báta, deren beide Jahremärkte auch außer der Grenze bekannt waren. Bei 41 Gemeinden blieben Daten über Wochenmärkte (Tabelle Nr. 2.) zurück, bei Zweidrittel von denen kennen wir auch den Markttag (Tabelle Nr. 3.). Fünf von den bekannten Märkten waren am Dienstag, Samstag und Sonntag veranstaltet, am Montag und Mittwoch fanden weitere vier, am Donnerstag drei, sowie am Freitag - nicht überraschend - nur ein einziger Markt im Komitat statt. Trotz unserer mangelhaften Angaben ist es auffallend, welch ein beliebter Markttag der Sonntag im Komitat Tolna im Vergleich zu anderen Landesteilen Ungarns war, 22 von den 41 mittelalterlichen Wochenmärkten im Komitat Tolna waren auch von den sog. „Dreimarktausrufen" bekannt, welche aus den Jahren zwischen 1381 und 1479 zurückblieben (Tabelle Nr. 4.). Die durchschnittliche Entfernung der angrenzenden Märkte betrug etwa 14,7 Km (Tabelle Nr. 5.), welche fast genau einer Entfernung von zwei Meilen entspricht - ein anderer Markt nach den mittelalterlichen Rechtsgewohnheiten durfte nämlich an demselben Tag innerhalb dieser Entfernung nicht stattfinden, ohne daß der den bereits laufenden Markt nicht beeinträchtigt hätte. Die Verteilung der Wochenmärkte war auffallend unproportioniert. Die meisten Märkte fanden an der Donau, sowie am südöstlichen Teil des Komitates statt: an der Szekszárder Hügellandschaft und am Kreuzpunkt der Gegend Völgység, der Mecsek-Gebirge und der Landschaft Sárköz statt. Auf den mittleren Gebieten des Komitates, in einem etwa 20-30 breiten Landstreifen Richtung Südwesten-Nordosten, sowie am östlichen Teil der Kapos-Koppány-Hügellandschaft und auf dem ganzen Gelände des TolnaerHöhenrückens finden wir dagegen keinen Bericht über Märkte oder Messen. Die im Komitat mindestens 41 nachweisbaren Wochenmärkte stellen eine sehr hohe Zahl landesweit dar, mit dieser Anzahl gehört das Komitat Tolna zu den besser entwickelten und über einen besser ausgebauten Warenaustausch und Marknetz verfügenden west-transdanubisehen Landesteil. Im Komitat Tolna kennen wir zehn Siedlungen, wo gleichzeitig Landes- und Wochenmärkte stattfanden, namens Báta, Bátaszék, Földvár, Királynána, Ozora, Paks, Peremarton, Simontornya, Tamási und Tolna. Am Ende des Artikels gehe ich kurz auf den Zusammenhang der Entwicklung der Landstädte und der Marktorte ein. Im Komitat Tolna werden 25 Siedlungen mindestens einmal als Oppidium (oder manchmal Ci vitas) erwähnt. Bei acht von diesen Gemeinden sind keine Angaben über Wochen- oder Landesmärkten zurück. Die meisten dieser Gemeinden lagen in Verkehrsknotenpunkten oder im Landeszentrum, so hatten sie vermutungsweise Marktrecht, wenn es zunächst wegen der mangelhaften schriftlichen Quellen noch nicht erweisbar ist. Mehr als die Hälfte der 42 Gemeinden mit Wochen- oder Landesmärkten werden in den Urkunden nicht unter den Landstädten erwähnt, obwohl sowohl Gemeinde mit Wochenmarkt (Görbő), als auch Gemeinde mit Landesmarkt (Peremarton) unter denen auffindbar sind. Diese 24 Gemeinden gehören also zu den Marktgemeinden, welche doch zentrale Funktionen ausübten, aber das Privileg einer Landstadt trotzdem nicht erhielten.