Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 28. (Szekszárd, 2006)

Sümegi József: A bátai apátság kutatástörténete és alaprajzának rekonstrukciós kísérlete

József Sümegi Forschungsgeschichte und Grundrissrekonstruktion der Abtei in Bâta In unserer Studei haben wir versucht, nach den Archivquellen und unseren Beobachtungen auf dem Klosterberg in Bâta den Grundriss des einstigen berühmten Gnadenortes, des Mönchsklosters in Bâta zu rekonstruieren. Der riesige Gebäudekomplex ging leider im Laufe der Jahrhunderten zugrunde. Aus seinen Ruinen wurden die Pfarrkirche und das alte Rathaus, sowie im 19. Jahrhundert die Häuser und Keller des westlichen Ortteils gebaut. Als Flóris Romer im Jahre 1865 nach Bâta kam, ragten nur noch kleinere Wandteile des ehemaligen Gebäudes aus der Erde vor. Er machte von diesen und von dem Gelände eine Skizze. Im Jahre 1899 führte László Simrák, Lehrer aus Bâta „Ausgrabungen" auf dem Klosterberg. Er suchte nach den noch vorhandenen Wandteilen unter der Erde, dann ließ er das Baumaterial ausbauen und verkaufte es. Dadurch wurden die bisher noch bestehenden Fundamente fast vollständig vernichtet. Zum Glück machte er jedoch Zeichnungen über die gefundenen Wandteile und schickte sie dann dem Szekszárder Abt-Pfarrer, Mór Wosinsky zu, so gelangten diese Zeichnungen in den Nachlass von Ernő Kammerer. Durch diese Zeichnungen lernten wir viele wichtige Einzelheiten kennen, hauptsächlich über den westlichen Flügel des Mönchklosters. Im Jahre 1937 vor dem Bau der Kirche des Heiligen Blutes führte József Csalog Ausgrabungen auf dem Ort. Er erschloss den nordlichen Flügel des Mönchklosters und den östlichen Teil der Kirche, sowie veröffentlichte auch die Ergebnisse seiner Ausgrabungen, über die frühere Forschungsarbeit wusste er jedoch nicht. In deren Kenntnis haben wir dann versucht, auch die Ergebnisse unserer jahrzehntelangen Beobachtungen verwendet, den Grundriss des Mönchklosters zu rekonstruieren. Das Endergebnis war erstaunlich. Der Gebäudekomplex auf dem Bátaer Klosterberg stellt nämlich nicht den Grundriss eines typischen benediktischen Klosters dar. Die Kirche war eine einschiffige, sehr lange Raumkirche mit polygonalem Sanktuarium. Das Sanktuarium und der Schiff der Kirche musste die gleiche Breite haben. Die Pfeiler standen in gleicher Entfernung voneinander, es weist darauf hin, dass die Kirche zuletzt eine spätgotische Netzgewölbe haben musste. Die Kirche war mit dem Kloster interessanterweise nicht zusammengebaut. Die nördliche und südliche Seite musste frei stehen. Das westliche Haupttor der Kirche war von dem Kreuzgang des Klosters hinanzugehen, der Turm musste auf dem nordöstlichen Teil stehen, er war auch auf diesem Punkt mit dem Kloster verbunden. So war die Kirche mit Ausnahme der westlichen Seite ganz herumzugehen. Sowohl auf der nördlichen, als auch auf der südlichen Seite gab es einen Friedhof, bei einer Pilgerkirche ist es so üblich. Der Kloster hat auch einen sehr eigenartigen Grundriss, es ist dem örtlichen Geländeverhältnissen zu verdanken. Auf der schmalen Terasse mit ostwestlicher Richtung konnte der Platz nur auf dieser Weise rationell ausgenutzt werden. Auf dem über dem tiefen Tal herausragenden Rand der Terasse stand der nördliche Flügel des Klosters, verbunden mit dem westlichen Flügel in L-Form. Hier fand László Simrák im Jahre 1899 den Haupteingang des Klosters auf. Aus dem Grundriss läßt es sich festzustellen, dass das ganze Gebäude auf einem langen Gangsystem gebaut wurde und von zwei Innenhöfen umrahmen ist. Der Platz zwischen dem Kloster und dem Kreuzgang war relativ klein, wegen den Geländeverhältnissen machte er 10x12 Meter aus. Beide Innenhöfe wurden auch als Friedof benutzt. Die von den Türken in der Mitte des 16. Jahrhunderts zerstörte Mönchkloster und Kirche stellen nach ihren konstruierten Grundrissen nicht mit den ungarischen benediktischen Mönchklostern Ähnlichkeiten dar, sondern eher mit der Architektur des ungarischen Bettelordens. Ihre Eigenartigkeiten sind in der Verteilung und Gliederung der Gebäude zu suchen. Ihre Kirchen sind Raumkirchen, deren Sanktuarium mit fünf Seiten eines Oktogons abschliesst und mit Stützpfeilern unterstützt ist. Die Türme sind in der Nähe des Sanktuariums zu finden, es sing grosse Glockentürme, deren gewölbte Unterschicht einen Durchgang zwischen dem Kloster und der Kirche bildet. Ein eigenartiger Typ dieser Kirchen ist die nach innen 169

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