Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 28. (Szekszárd, 2006)
Gaál Attila: Falusi pénzhamisító műhelyek emlékanyaga a Tolna megyei Tevel és Bonyhádvarasd határából
Attila Gaál Gedenkmaterial der ländlichen Geldfälscherwerkstätte aus der Mark der Gemeinden Tevel und Bonyhádvarasd im Komitat Tolnau Im mittleren Teil des südtransdanubischen Komitates Tolnau, in der Mark der Gemeinden Tevel und Bonyhádvarasd wurden auf Geldfälschung weisende Fundgegenstände aufgefunden. Beide Fundorte sind in einem vom Bachbett zweigeteilten Tal zu finden und neben den mittelalterlichen Funden sind auf beiden Fundorten auch Spuren von römischen Kolonien zu beobachten. Auf den Betrieb der Geldfälscherwerkstatt weisen die auf den Fundorten gesammelten Kupferblechstücke, versilberte runde Plättchen und die nach dem Ausschnitt der Plättchen verbliebenen Abschnitzel. Die auf den Fundorten gesammelten römischen und mittelalterlichen Geldmünzen fallen bei unserer Beobachtungen aus. Die gefundenen versilberten Denarfälschungen leisten jedoch manche hilfe zur Feststellung der Betriebszeit der Werkstätte. Unter den Prägungen aus Tevel finden wir drei Stück falsche Denare aus dem 16. Jahrhundert, zwei von ihnen sind Nachschöpfungen der Denare des Kaisers Maximilian II. (1564-1576) (S. Abb. 11-12, 14.). Gleichzeitig wurden auch fünf verfälschte Münzstücke von Kaiser Matthias II. (1608-1619) auf dem Fundort gefunden (Abb. 15-19.), so funktionierte diese Präge vermutlich in der Mitte der Türkenherrschaft. Auf dem Fundort in Bonyhádvarasd tauchte neben den Plättchen und den Abschnitzeln lediglich eine auswertbare falsche Prägung hervor. Sie ist ebenfalls eine versilberte Fälschung des Denars von Matthias II. Nach der Ähnlichkeit der Funde konnten die beiden Geldfälscherwerkstätte in gleicher Zeit funktionieren, wir können es jedoch nicht genau lokalisieren, in welcher Gemeinde. Herr Pál Engel setzt sie in seiner Arbeit über das spätmittelalterliche Siedlungssystem in die Nähe von Tevel (Kökényes) und östlich von Bonyhádvarasd (Gemeinde Boleta). Beide dieser Siedlungen waren zwischen 1397 und 1564 im Besitz der Familie Szerecsen, die eine wichtige Rolle in der Komitatsgeschichte spielten, wir wissen aber über die Geschichte dieser Siedlungen während der Türkenherrschaft recht wenig. Zur weiteren Forschung der im grossen Masse verbreiteten Geldfälschung im Mittel- und Spätmittelalter wäre es erforderlich, die diese primitiv gefertigte Münzstücke hergestellten ländlichen Werkstätte weiter zu forschen und die bereits identifizierten Werkstätte archäologisch freizulegen. 132