Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 27. (Szekszárd, 2005)

B. Tóth Ágnes: Kora népvándorlás kori sír Aquincumban

RESÜMEE Das Grab tauchte im Jahre 1980 bei der archäologischen Ausgrabung vor dem Umbau der Árpád-Brücke auf, auf dem Gebiet eines grösseren Gebäueteils der spätrömischen Festung vom 4. Jahrhundert (Budapest, Bezirk III., Névtelen-Serfőző Str.). Das Gerippe schien unberührt und ungestört zu sein, da aber eine neuzeitliche Eingrabung bis ins Gerippe drang, wissen wir nicht, was alles von den mit dem Verstorbenen gemeinsam ins Grab verlegten Gegenständen verlorengegangen ist. Die an der Gürtellinie aufgewickelte Fibel ist ein vergoldeter Silberguss, mit spirálén Rankenmotiven geziert, nach seinen Parallellen wurde er wahrscheinlich an der pannonischen Donau-Gegend gefertigt, in den letzten Jahrzehnten des 5. Jahrhunderts. Aus gleicher Zeit und auf gleichem Ort konnten die neben der Fibel gefundene, mit Kupfer tauschierte B­förmige Eisenschnalle und der an der linken Hand aufgewickelte doppelreihige Knochenkamm mit Punktkreiszierde gefertigt werden. Eine Frauentracht mit an der Hüfte getragenen Fibeln verbreitete sich in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts an der Oberen Donaugegend (auf alemannischen Gebieten), sie ist jedoch vom Jahrhundertsende auch im Karpatenbecken erweisbar. Die am Halswirbel gefundenen goldene Spirale waren in Halskette geschnürt getragen, welche vielleicht die in dieser Zeit modischen goldene Blechperlen ersetzten. Das Eisenmesser - nach seiner Lage - konnte auf ein vom Gürtel niederhängende Band befestigt werden. Der Bronzenbeschlag war vielleicht ein Gürtelbeschlag, aber ähnliche grosse, auch derbe Beschläge gehörten im 5. Jahrhundert vielleicht zu dem Pferdegebiss. Der Verstorbene wurde an der Wende des 5-6. Jahrhunderts oder Anfang des 6. Jahrhunderts ins Grab gelegt, die einsam oder ursprünglich vielleicht in einem kleineren Friedhof bestattete Frau dürfte zu einem freien, hablichen germanischen Stamm gehören. Das Gebiet von Aquincum stand damals vermutlich unter Hoheit der Sweben, aber aufgrund der gering gefundenen archäologischen Funden konnte hier keine bedeutende und reiche Bevölkerungsgruppe unter den Wänden der ehemaligen Stadt leben. 33

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