Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 27. (Szekszárd, 2005)

K. Németh András–Ódor János Gábor: Tolna megye vitatott fekvésű középkori kolostorainak azonosítása. Apor és Től, Földvár és Iván

András K. Németh - János Gábor Odor Identifikation der mittelalterlichen Kloster mit nicht geklärten Lage im Komitat Tolnau. Apor und Töl, Földvár und Iván Unsere Arbeit hat die topographische Identifikation der mittelalterlichen Kloster des in der Türkenzeit grösstenteils verwüsteten Komitates Tolnau erzielt, deren Lage unbekannt und noch bestritten ist. Die augustinische Präpositur „Apor" wurde zu Ehren der Heiligen Maria gebaut, sie ist in den Urkunden zwischen 1314-1460 oft erwähnt, Die meisten Forscher setzen ihre Lage auf das Innengebiet der heutigen Gemeinde Aparhant, einige sind aber der Meinung, sie sei im Dorf Apor (heute auch Pálfalva benannt) gebaut worden - dieses Dorf heisst heute Pálfa. Nach den Namensformen und den historischen Eigentumsangaben der mittelalterlichen Urkunden haben wir den Beweis für die Richtigkeit der zweiten Meinung gefunden. Den genauen Platz des Klosters - unter Berücksichtigung früherer Daten - haben wir in dem sog. Téglás-dűlő (Téglás-Flur) gefunden, die etwa 1500 m nordwestlich von der heutigen Gemeinde Pálfa und am nördlichen Teil des mittelalterlichen Dorfes Apor liegt. Nach tiefer Furche zeichnete sich teilweise der Grundriss der Klosterkirche, der südlich vom Kirchenplatz gefundene weitere Schutthaufen ist mutmaßlich als Überrest des Klostergebäudes deutbar. Die Lage der augustinischen Präpositur in Töl erregte weckte die Forscher weniger auf. Die im Jahre 1268 von Adeligen gegründete exemte Abtei wurde zuletzt im Jahre 1543 erwähnt. Über ihren Platz und Trümmer berichteteten vom Ende des XVIII. Jahrhunderts an mehrere Landkarten und Beschreibungen, auch Herr Fl oris Römer suchte sie auf. Der Kloster steht heute an der Mark der Gemeinde Gyulaj, etwa 6 km nordwestlich von der Gemeinde, im Gyulajer-Wald (Teil Turi-Wald), auf der Höhe „Kirchenberg" in der Nähe der sog. „Vörös-víz" (Rotwasser)-Quelle. Auf den Platz der ca. 5 x 15 m grossen, ost-west orientierende Kirche deuten nur Ziegelschutt und Steinschläge, der ablange Klosterflügel schloss sich ­vermutungsweise nördlich - mit seiner kürzeren Seite. Nach den Spuren hätten einige Mönche des winzigen Klosters auch die pfarreilichen Aufgaben der Gemeinde Töl versehen. Die zuerst im Jahre 1199 erwähnte benediktinische Abtei in Dunaföldvár wurde bis heute im allgemeinen in der heutigen Innenstadt, in der Nähe des Altturmes gesucht, wo jedoch ausser einigen Einsprengungen und Schnittsteinen nichts gefunden wurde. Daneben ist ein anderer, bereits von der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts oft erwähnter, Fundort bekannt. Er liegt auf dem sog. „Alsó-Öreghegy" (Unterer Altberg) am Donau-Ufer, wo nach den Beschriebungen auch ein grosses Steingebäude und einen Friedhof aus den mittelalterlichen Zeiten geahnt wird. Hier wurden bereits in den 1880-er Jahren kleinere Ausgrabungen durchgeführt, dann im Jahre 1999 das Gelände von Räubern gestört, wobei auch Wandstücke dokumentiert wurden. Bei der Rettungsaktion in der Nähe im Jahre 2003 haben wir etwa 30 Gräber des Friedhofs um die Kirche herum aufgegraben. Nach der Ausbreitung des Ruinengebiets, sowie nach dem Alter und dem Charakter der dort gefundenen Ausgrabungsfunde - vor allem die in einem Ziegelsteingrab hervortauchten Obolusse aus der Mitte des XII. Jahrhunderts - können wir die benediktinische Abtei in Dunaföldvár mit diesem Fundort identifizieren. In den schriftlichen Quellen haben die Forscher den Ort der benediktinischen Abtei in Iván in der Nähe von Bonyhád bestimmt. Obwohl wir den genauen Ort nicht rekognoszieren konnten, haben wir in den Handschriften eines evangelischen Lehrers, Herr Vilmos Knábel aus Bonyhád, Angaben gefunden, dass er den genauen Ort dieses Objekts vor dem zweiten Weltkrieg noch kannte. Die Abtei sollte innerhalb des Altbergs, nördlich von der Stadt stehen, der Lehrer führte selbst Ausgrabungen da. Es ist uns gelungen, den mutmasslichen Platz der Abtei durch alte Katasterkarten zu bestimmen, wobei noch weitere Forschungen zur Kontrollierung der Richtigkeit dieser Daten und Angaben erforderlich sind. Unser Aufsatz versuchte die auch bis heute gestrittene Ausbreitung und Position einiger mittelalterlichen Klosters beruhigend zu klären, leistet aber auch methodologische Lehren: er kann die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der topographischen Daten in den Heimatforschungsarbeiten wieder erregen, die von den Geschichtswissenschaftlern in ihren historischen-geographischen Forschungen oft „verschupft" werden. 157

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