Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 26. (Szekszárd, 2004)
Prohászka Péter: Szelinevits Bódog és a Magyar Nemzeti Múzeum avagy új adatok a nagykajdacsi és a tengelici honfoglaló leletek előkerülési körülményeihez
Péter Prohászka Bódog Szelinevits und das Ungarische Nationalmuseum - neue Angaben zur Fundgeschichte der landnahmezeitlichen Funde von Nagykajdacs und Tengelic In zweiter Hälfte des 19. Jahrhunderts gelangten verschiedene archäologische Denkmäler durch die Vermittlung von Sammler und Händler in die Sammlungen des Ungarischen Nationalmuseums. Das Nationalmuseum hat am Ende des 19. Jahrhunderts Funde aus verschiedenen Epochen aus Komitat Tolna gekauft. Der Verkaufer war der Kölesder Sammler Bódog Szelinevits, der ab 1887 bis 1903 mit dem Museum im geschäftlichen Kontakt stand. Durch ihn gelangten die wichtige hunnenzeitliche Funde von Murga nach Pest. In seinem Brief von 7. Mai 1894 an József Hampel berichtet er über die Fundumstände. Die Objekte wurden im Frühling 1894 an einem Gerippe gefunden, nur der Krug lag neben dem Kopf. Die Gegenstände mit mehreren hundert anderen wurden aber erst im nächsten Jahr vom Museum gekauft. Nach der Auffindung waren die Funde noch bei Mór Wosinsky, die genauere Angaben als Hampel über die Fundumstände mitteilte und sogar die fotografieren ließ. In unserem Artikel beschäftigen wir mit zwei landnahmezeitlichen Funde, die durch Szelinevits an Museum verkauft worden. Nach Hampels Bericht gelangte ein landnahmezeitlicher Beschlag von Nagykajdacs in 1894 in die Sammlung des Nationalmuseums, den man aber später nicht finden konnte. Der Briefwechsel und eine Zeichnung von Hampel setzen die Geschichte des Beschlags ins rechte Licht. Hampels Zeichnungen zeigen verschiedene Funde, die von Szelinevits zum Verkauf angeboten worden. Neben dem Beschlag ist eine bronzene Zikadenfibel aus Nagykajdacs, die im 4. Jahrhundert getragen wurde. Die schildförmige und die sternförmige mittelalterliche Schnalle stammen aus Nagydorog. Schildförmige Schnallen kennen wir bisher nur aus dem östlichen Teil von Ungarn, die sternförmige Schnalle mit acht Enden gehörte zur Tracht des 14. Jahrhunderts. Diese Objekte wurden aber vom Nationalmuseum nicht angekauft. Nach der Zeichnung kam der Beschlag im Nagykajdacser Sziget zum Vorschein, wo vielleicht ein Gräberfeld aus dem 10. Jahrhundert sich befand. Verschiedene landnahmezeitliche Funde (Pferdegeschirrbeschläge, Armbänder, Schnalle, Bügel usw.) aus Kis-Tengelic wurden im Juni und November 1896 im Nationalmuseum inventarisiert. Wegen der Inventarisierung und der Berichte von Hampel nahmen die meisten Forscher an, daß die aus verschiedenen Gräber und sogar aus verschiedenen Fundorte stammen. Wir erfahren aus dem Briefwechsel zwischen Szelinevits und Hampel, daß diese Funde bei Straßenreperaturarbeiten zum Vorschein kamen und aus einem Grab stammen. In 1896 haben die Arbeiter ein Gräberfeld gestört, dessen sonstige 26 Gräber in 1960 ausgegraben wurde. Bis 1903 hat Szelinevits viele archäologische Funde aus Komitat Tolna an dem Nationalmuseum verkauft. Nach dem Tod des Sammlers (1907) gelangte der größte Teil seiner Sammlung aber ins Museum von Szekszárd, wo heute noch sich befindet. 199