Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 26. (Szekszárd, 2004)

Jankovits Katalin: Egy eddig ismeretlen csüngőtípus a kurdi II. depotleletből

Katalin Jankovits Ein unbekannter Anhängertyp aus dem Depotfund II von Kurd (Kom. Tolna) 27 Der berühmte Depotfund II der frühen und älteren Urnenfelderkultur von Kurd kam 1894 am Abhang der Hügel Östlich von Kapos-Tal zum Vorschein. Der Depotfund wurde von J. Hampel und von M. Wosinsky publiziert. Letzlich hat ihn A. Mozsolics ausführlich behandelt. 30 Dieses Depot wurde in der Fachliteratur oft zitiert; jedoch wurden alle Gegenstände des Fundes nicht abgebildet. Ein Teil der Funde wurde verschleppt. Die erhaltenen Stücke sind teilweise im MNM Budapest, 31 teilweise im Wosinsky Museum in Szekszárd. Bei der Aufnahme des Fundmaterials für den PBF Band habe ich einen unbekannten Anhänger in diesem Depotfund im MNM gefunden. Aus dem Inventarbuch des MNM-s ergibt sich, dass ein bis jetzt unveröffentlichter Anhänger noch dem Depot II von Kurd zuzuschreiben ist. Zusammengesetzter scheibenförmiger Anhänger: oben besteht er aus einem Bronzedraht mit Spiralenden, von dem Draht hängen drei Ringen ab, in der Mitte ist eine aus zwei gewölbten Blechen zusammengesetzte Scheibe, die in der Mitte durch einen Nagel zusammengefaßt wird. Am Rand befindet sich eine Verzierung aus schrägen Rippen. An beiden Seiten des Drahtes hängt eine Ringe, und davon hängt ein Anhänger mit zwei Brillenspiralen ab, von dem anderen Ring fehlt der Brillenanhänger. Dm. oben 5,0 cm, Scheibe Dm. 3,2 cm (Abb. 1, 1). Dieser Anhänger ist in unserem Arbeitsgebiet einzigartig. Die aus Blech gefertigten Scheibenanhänger mit getriebener Verzierung kamen am Ende der mittleren Bronzezeit während der Koszider-Periode im Depotfund von Dunaújváros-Kosziderpadlás I 34 (Abb. 1, 2) und Bölcske (Abb. 1, 3) in Transdanubien zum Vorschein. In Siebenbürgen, im Depotfund von Sebes (Szászsebes) (Abb. 1, 4-5) kamen ähnliche Anhänger ans Tageslicht, wahrscheinlich sind sie Importstücke aus Transdanubien. Im Brandgrab 1 von Jánosháza (Transdanubien) (Abb. 1, 6) befindet sich ein kleiner kalottenförmiger Blechscheibenanhänger mit einer nach hinten eingerollten Aufhängeöse. Aufgrund der Beigaben wurde das Grab in die späte Hügelgräberzeit, Bz D datiert. In Ungarn ist dieser Anhänger einzigartig; aus Süd Deutschland (Münzenberg, Holzheim, Straubing ) sind einige Stücke aus den späthügelgräberzeitlichen, Bz D Gräbern bekannt. Der Anhänger von Kurd (Abb. 1, 1) weist eine Verwandtschaft mit den Schmucktypen des Kurd­Horizontes auf. Seit der frühen Bronzezeit werden die Brillenanhänger häufig verwendet. In der frühen und älteren Urnenfelderzeit treten sie auch in den Depotfunden des Kurd-Horizontes auf. Während dieser Zeit ist die Verzierung mit Spiralenden bei den Violinbogen-, Caka-, Blattbügel- und Posamenteriefibeln sehr beliebt. Auch im Depotfund von Kurd II kamen Blattbügel- und Posamenteriefibeln mit Spiralenden vor. Der Depotfund von Kurd II hat unser Wissen über die bronzezeitlichen Schmucke mit einem einzigartigen Typ bereichert. 27 Die Aufnahme des Fundmaterials für den PBF Band „Die Anhänger in Ungarn" habe ich im Rahmen des Forschungsprojekts OTKA T 030539 durchgeführt. 28 HAMPEL 1895, 97-101, Taf. 1-4; HAMPEL 1896, Taf. CCXX-CCXXIII. 29 WOSINSKY 1896, 453 Taf. 109-112. 30 MOZSOLICS 1985, 140-141, Taf. 22-26. 31 MNM Budapest (22.1895.1-278). 32 Wosinsky Mór Museum Szekszárd (B 25.1933.1-65). 33 MNM Budapest (22.1895.72). 34 MOZSOLICS 1957, 12, Taf. 19, 10; MOZSOLICS 1967, 91 Taf. 46, 10; Bronzezeit in Ungarn Abb. 27 Kat. Nr. 363. 35 MOZSOLICS 1967, 131, Taf. 34, 3. 36 KACSÓ 1993, 74, Abb. 2, 8-9. 37 WELS-WEYRAUCH 1978, 111, (Nr. 658). 39 TORBRUGGE 1959, 127-128, Nr. 81, Taf. 28, 1-4, 9-11; WELS-WEYRAUCH 1991, 79 (Nr. 644-645. KEIM 1958, 158; HUNDT 1964, 63, Taf. 63, 10-23; WELS-WEYRAUCH 1991, 79 (Nr. 646-648). 40 MOZSOLICS 1958, Taf. 75, 8: Palotabozsok; Taf. 108, 5: Lengyeltóti III; Taf. 137, 15: Esztergom. 41 HAMPEL 1896, Taf. CCXI, 31-32, 33-34. 188

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