Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 25. (Szekszárd, 2003)

Sümegi József: A népi vallásosság gyökerei és sajátos megnyilvánulási formái a bátai katolikusoknál

József Sümegi Wurzeln der Volksgläubigkeit und ihre eigenartige Ausdrucksformen bei den Katholiken in Bâta Die traditionsreiche Siedlung Bâta liegt in der südlichen Ecke in Sárköz im Komitat Tolnau. Obwohl die Region Sárköz im Laufe der Jahrhunderte protestantisch wurde, Bâta blieb eine katholische Ortschaft und wies im späteren eine sehr reiche sakrale Traditionswelt, deren Gründe und Wurzeln in der reichen historischen Vergangenheit zu suchen sind. Hier stand die Abtei des Benediktinerordens, die von der Reliquie des „Heiliges Blutes" landesweit bekannt war. Im XVII. Jahrhundert schloß sich die ganze Gegend an die Reformation an, die Bátaer Bevölkerung konnte die Erhaltung ihrer katholischen Glaube Veresmarty Mihály, dem damaligen Abt, dem vorzüglichen Konvertiten danken. Nach der Vertreibung der Türken vom Anfang des XVIII. Jahrhunderts wurden mehrere katholische Gebäude gebaut. Im Jahre 1741 wurde zuerst die Parochialkirche, dann im Jahre 1767 der Passions weg gebaut. Anfang des XX. Jahrhunderts wurde die Somosi-Kapelle, im Jahre 1939 die Szentvér-Kirche (Kirche des Heiligen Blutes) übergeben. Die sakrale Traditionswelt des Volkes in Bâta bewahrt viele uralte Elemente, die bis zum Mittelalter zurückzuführen sind. Diese lebten neben den religiösen Übungen auch in gemeinschaftlicher Form weiter. Die Gesanglehrer und Vorsänger spielten dabei eine große Rolle, die die örtliche paraliturgische Übung ausgestaltet und geführt haben. Diese Ausdrucksformen waren die gemeinsamen Gebete vor den Messen und Litaneien, die Abends- und Nachtwachen auf dem Kalvarienberg und an der Somosi-Kapelle, die Wallfahrt und die Totenwache. Diese Gelegenheiten ermöglichten die gemeinsamen Gebete und Gesänge, so formulierte und erweiterte sich eine Gesangsammlung, wo ein Teil von dem Kantor stammte oder vom Hören übernommen wurde, der grösste Teil aber die Arbeit der örtlichen Gesangmacher bildet. Der damalige Pfarrer wurde bereits Ende der 1920­er Jahren auf diese reiche Gesangskunst aufmerksam, sie erhielt bisher aber keine Publizität. Wir haben versucht, die noch auffindbare Erbschaft der Gesangmacher und -leiter zu verarbeiten, je einen Gesang aus dem reichen Material darstellend. Bei der Auswahl war ein wichtiger Aspekt, dass solche eigene Gesänge des Autoren heraussucht werden, die in der Erinnerung und im allgemeinen Bewußtsein auch noch heute leben. Zur Darstellung der Volksgläubigkeit gehören noch die im Gemeinschaftskreis bekannten archaischen Volksgebete und Beschwörungsformeln. Wir haben versucht die noch auffindbare Sammlung darzustellen. 193

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