Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 24. (Szekszárd, 2002)

Vízi Márta: Néprajzi kerámiakutatás a Dunántúlon – régész szemmel

Vizi Márta Ethnographische Keramikuntersuchung in Transdanubien ­aus der Sicht eines Archäologen 508 Am Anfang des 15. Jahrhunderts hat Filippo Scolari, Hauptmann von König Sigmund ein Schloss in Ozora (das im nordöstlichen Teil des Komitats Tolna liegt) bauen lassen. Dieses Gebäude und seine Umgebung gehört zu den besonders geschützten Denkmälern des Landes, die archäologische Untersuchung läuft seit 1981. Während der Untersuchung kamen Funde vom Mittelalter bis hin zur Neuzeit ans Tageslicht. Von der Untersuchung des Burgschloßes, der Aufarbeitung des Fundmaterials wurden bis jetzt zahlreiche Publikationen veröffentlicht 509 . Bei der archäologischen Untersuchung der Keramiken aus der frühen Neuzeit und der Neuzeit kam der Gedanke, die erforderlichen Funde mit der zeitgenössischen ethnographischen Keramik aus dem 18-19. Jahrhundert, und den Produkten der Töpferzunft aus der gleichen Zeit zu vergleichen. Darum kam es zur Untersuchung der Geschichte der Töpferzünfte in Transdanubien (außer in Nordwest-Transdanubien) und am linken Ufer der Donau, anhand der ethnographischen Fachliteratur. Im Teil a der Studie hat der Autor die Geschichte der in der ethnograpischen Fachliteratur oft erwähnten Ozoraer Töpferzunft zusammengefaßt, anhand des Studiums der ethnographischen und geschichtlichen Fachliteratur und anhand derUntesuchungen im Archiv. Die Untesuchung der Geschichte desr Ozoraer Töpferzunftes ist sehr wichtig wegen der Identifikation des archäologischen Fundmaterials, das da zum Vorschein gekommen ist. Der ungarische Zunftbrief von Kaposvár, Ozora und Dombóvár stammt aus dem Jahre 1747, der sich aber nicht mit den hergestellten Produkten der Zunft beschäftigt. Die Zeit, während der diese Zunft existierte, konnte nur anhand von vereinzelten Daten festgestellt werden. Es gibt Daten aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts im Zunftbuch von Szekszárd von einem Handwerksgesellen, der seine Lehrjahre in Ozora verbringt und diese in Szekszárd beendet. Die Matrikeln aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beinhalten keine Daten mehr von Töpfern. Die Ozoraer Töpferzunft konnte zum Anfang des 19. Jahrhunderts zu Ende gegangen sein. Nach den verfügbaren Daten konnten ungarische Handwerker in der Ozoraer Töpferzunft gearbeitet haben. Der Teil b der Studie ist die Datenbank der Töpferzünfte der oben erwähnten Regionen. Die in alphabetische Reihenfolge gestellten Töpferzünfte und Orte wurden vom Autor nach 6 Hauptgesichtspunkten in ein System eingeordnet: 1. Die Daten, die auf die Zeit und Dauer dieser Zunft hinweisen 2. Die Zweige der Töpfergewerbe 3. Die Anzahl der Meister 4. Rohstoffbeschaffung 5. Verbreitung, Verwertungsregion 6. Der Typ der hergestellten Gefäße 510 Im Teil c hat der Autor nach den oben erwähnten Gesichtspunkten eine Analyse der Töpferzünfte von Transdanubien erstellt. Die Datenbank spiegelt, die Analyse stellt die Ergebnisse der Untersuchung der Töpferzentren und Orte vor, aber es zeigt auch auf die Mängel, lenkt die Aufmerksamkeit auf die noch notwendigen Untersuchungen. Die Datenbank beinhaltet primär Daten von 46 Töpferzentren/Orten. Nach Daten von einigen ethnographischen Studien kann die Erforschung von weiteren zahlreichen Töpferorten erwartet werden. Im Allgemeinen konnte festgestellt werden, daß neben der ausführlichen Untersuchung einiger Töpferzentren (Mohács, Csákvár, Sümeg, Baja, Mórágy, Zentren im Gebiet vom Mecsek) gibt es viele solche Orte, von denen die Untesuchung nur sehr wenige Daten hat in Bezug auf die 6 Gesichtspunkte. Diese Studie ist das 6. Kapitel der Dissertation des Authors „Keramik aus der Neuzeit aus der Schlossburg von Ozora", das im Jahre 2002 in der Geisteswissenschatlichen Fakultät von der Universität ELTE verteidigt wurde. Die ausführliche Zusammenfaßung ist im Forschungsgeschichtlichen Teil der Dissertation zu lesen. Diese Studie beinhaltet die ausführliche Analyse nicht. Wegen den Mängeln der ethnographischen Forschung war keine ausführliche Analyse möglich. 272

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