Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 23. (Szekszárd, 2001)

Kiss Gábor: A késő avar kori griffes övcsatok

Gábor Kiss Die spätawarenzeitlichen Greifenschnallen In dem letzten Jahr habe ich ein Untersuchung mit den spätawarenzeitlichen Greifenschnallen der Karpatenbecken durchgeführt. Größtenteils von der Fachliteratur konnte ich 42 spätawarenzeitliche Greifenschnallen aus Bronzeguss zusammensammeln und noch weitere 10 Paralellen ausser dem Mitteldonaubecken. Auf Grund der Analysen welche ich mit der Hilfe der zusammengestellten typologischen Tafeln (Taf. L-5.), Seriationstabellen (Tab. 1.-2.) und Verbreitungskarten (Karte 1.) gemacht habe, kann ich die folgenden wichtigeren Erkentnisse feststellen, sowie die nächsten höchstwahrscheinlichen Präsumtionen verfassen: - Am meistens wurden die Greifenschnallen zum Verschluss der verschiedenen Greifenbeschlägen verzierter Männergürtel verwendet. - Beachtenswert ist die Tatsache, dass die Exemplare dieses Schnallentyps von einigen Bereichen der spätawarenzeitlichen Awaria bis zur Zeit ganz fehlen (z.B. aus der Slowakei). - Auf Grund der Fundzusammenhänge und in seinen Detailen wahrnehmbaren Verschiedenheiten, kann man einige Verbreitungsareale umgrenzen, welche vielleicht als Anziehungskreisen der einzelnen Werkstätten interpretiert werden könnten. - Die Gebrauchszeit unserer Objekte datiert man relativ auf die ersten zwei Generationen der Spätawarenzeit (SPA I. und SPA IL), und absolut etwa auf die erste Hälfte des 8. Jahrhunderts. In Ansehen der inneren Chronologie unserer Schnallen ist feststellbar, dass die U-förmigen Exemplare, sowie die mit mitgegossenen Steckösen auf den Gürteln befestigten Stücke, die frühesten Produkte darunter sind. - Die letztgenannten sind voraussichtlich die originale byzantinische Produkte oder seine guten Imitationen. - Der Greiffigur der Greifenschnallen, welche von den verschiedenen Territorien des Byzantinischen Reiches bekannt sind, bedeutete für seine ehemaligen christlichen Trägern vermutlich einen Schutzsymbol. - Diese mit Greifen verzierten byzantinischen Gürtelschnallen könnten zusammen mit anderen byzantinischen Produkten nur durch die Adria-Küste und auf irgendwelche temporär funkzionierende Spurlinie der antiken Bernsteinstrasse mit Hilfe der Handelstätigkeit nach Awaria kommen. - Die Darstellung dieser Schnallen trugen natürlich einen bestimmten Bedeutungsgehalt auch für die Awaren, welcher für uns leider noch lange Zeit (oder höchstwahrscheinlich ewiglich) unbekannt bleibt. 237

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